Menü

Das Genie

Roman

Cover Das Genie
Hardcover 25,70
weitere Formateab 21,99
Buch (Hardcover)
25,70
inkl. gesetzl. MwSt.
Versandkostenfrei ab 20,00€ innerhalb von Österreich.
In den Warenkorb
1-2facultas Dombuchhandlung in Mistelbach
Jetzt für 24 Stunden reservieren.
1-2facultas Dombuchhandlung am Stephansplatz
Jetzt für 24 Stunden reservieren.
Click & Collect
Artikel online bestellen und in der Filiale abholen.
Artikel in den Warenkorb legen, zur Kassa gehen und Wunschfiliale auswählen. Lieferung abholen und bequem vor Ort bezahlen.
 
Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der Presse als »Wunderjunge von Harvard« gefeiert. Sein Vater triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit und weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, ...
Beschreibung
Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der Presse als »Wunderjunge von Harvard« gefeiert. Sein Vater triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit und weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird.

Werbliche Überschrift
»Die unglaubliche Biographie des William James Sidis. Ein Stoff, der geradezu nach einer Hollywood-Verfilmung schreit.«

Cover Das Genie
Auf die Merkliste

Veröffentlicht 2017, von Klaus Cäsar Zehrer bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-06998-3
Auflage: 7. Auflage
656 Seiten
18.4 cm x 11.6 cm

Über Klaus Cäsar Zehrer

Klaus Cäsar Zehrer, geboren 1969 in Schwabach, ist promovierter Kulturwissenschaftler und lebt als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer in Berlin. Er veröffentlichte u.a. zusammen mit Robert Gernhardt die Anthologie ›Hell und Schnell‹, das Standardwerk der deutschsprachigen komischen Lyrik. ›Das Genie‹ ist sein erster Roman.


Kundenrezensionen

HEYN Leserunde Petra Hesse

veröffentlicht am 08.02.2018

Was passiert, wenn ein Mensch sich aus geistiger Enge, tiefer Armut und politischer Rechtlosigkeit befreit und ein neues Leben nach den entgegengesetzten Vorstellungen aufbauen will – und zwar ausschließlich nach diesen? Ein solches Experiment hat der aus ...

Was passiert, wenn ein Mensch sich aus geistiger Enge, tiefer Armut und politischer Rechtlosigkeit befreit und ein neues Leben nach den entgegengesetzten Vorstellungen aufbauen will – und zwar ausschließlich nach diesen? Ein solches Experiment hat der aus der Ukraine geflüchtete Jude und spätere Psychologe Boris Sidis in den USA unternommen: Von Geburt an wird sein Sohn William James Sidis zu Wissen und Vernunft erzogen, auf allen Gebieten und mit einer Konsequenz, die für Gefühl und mitmenschliches Verständnis, also für Kompromisse keinen Raum lässt. Als Wunderkind heimst die nach einem historischen Vorbild gestaltete Titelfigur zunächst einen Erfolg nach dem anderen ein; aber sobald der Bonus der Kindlichkeit nicht mehr wirkt, wird die beherrschende Rationalität des William James Sidis zum Störfaktor auf allen Gebieten des Lebens: Beziehungen der Kollegialität, der Liebe und der Freundschaft lassen sich aus der Geistesverfassung des genialen Mathematikers heraus nicht aufbauen, und das Genie wird mehr und mehr zum gesellschaftlichen Außenseiter, der verarmt und verwahrlost nur noch als Querulant wahrgenommen wird. In zwei Weltkriegen trägt sein bedingungsloser Pazifismus zu seinem Abstieg bei, und das Exempel ist mit seinem einsamen Tod statuiert: Wie zu erwarten, scheitert die Verabsolutierung der Vernunft. Dieser Prozess ist bis hin zur Vision des Genies im Augenblick des Todes einfühlsam und plastisch erzählt; dennoch fehlen dem historischen Sujet aus dem 20. Jahrhundert nach über zweihundert Jahren Kritik der Aufklärung die Spannung und Unvorhersehbarkeit eines offenen – modernen – Schicksals.

HEYN Leserunde Erika Liebminger

veröffentlicht am 11.01.2018

Boris Siddis, ein junger Mann aus der Ukraine, kommt 1887 mittelos nach Amerika, arbeitet als Hilfsarbeiter und verbringt den Rest der Zeit in Bibliotheken. Sein Wissen ist so enorm, dass er in Harvard aufgenommen und ein bekannter Psychologe wird. Er ...

Boris Siddis, ein junger Mann aus der Ukraine, kommt 1887 mittelos nach Amerika, arbeitet als Hilfsarbeiter und verbringt den Rest der Zeit in Bibliotheken. Sein Wissen ist so enorm, dass er in Harvard aufgenommen und ein bekannter Psychologe wird. Er heiratet Sarah und sie bekommen einen Sohn, William. Von Geburt an wendet Boris an seinem Sohn die von ihm erfundene Methode, wonach man aus jedem Kind ein Genie machen könne an und sein Plan geht auf. Mit zwei Jahren kann William die Zeitung lesen, mit fünf spricht er mehrere Sprachen, für die Grundschule braucht er ein Jahr, kommt mitt acht Jahren auf die High School und mit elf Jahren nach Harvard. Er ist weltberühmt und sein Vater triumphiert, ist sein Sohn doch der Beweis, dass seine Methode funktionkert. Doch Williams Leben besteht nur aus Anhäufung von Wissen, er hat keine persönlichen Kontakte, trennt sich von seinen Eltern und lebt in billigen Unterkünften, ist ungepflegt und unnahbar. Wegen seines absonderlichen Verhaltens wird ihm nun der Zugang zu den Universitäten verweigert. Als Versicherungsangestellter und als Strassenbahnschaffner findet er sein Auskommen. Die wahre Geschichte eines Genies, aufregend zu lesen, auch wenn sie manchmal Gänsehaut verursacht.

h_schellander

veröffentlicht am 10.01.2018

Ein Genie ist laut Wikipedia eine Person mit überragend schöpferischer Geisteskraft. Klaus Cäsar Zehrer erzählt die wahre Geschichte gleich zweier Genies - jene von Boris Sidis, der aus der Ukraine flieht, nach New York auswandert und in den USA eine ...

Ein Genie ist laut Wikipedia eine Person mit überragend schöpferischer Geisteskraft. Klaus Cäsar Zehrer erzählt die wahre Geschichte gleich zweier Genies - jene von Boris Sidis, der aus der Ukraine flieht, nach New York auswandert und in den USA eine unglaubliche Karriere als Psychologe macht. Und jene seines Sohnes William James Sidis, den er durch eine selbst entwickelte Methode zum Genie heranbilden will. Auch wenn der Sohn letztlich gegen den Vater revoltiert, so sind sich beide in ihrer Unbeugsamkeit gegenüber den herrschenden Systemen ähnlich. Nach den Kriterien des Mainstreams scheitern sie zwar, doch bleiben sie sich selbst und ihren Überzeugungen treu. Zehrer ist ein exzellent recherchierter und durch die Vielzahl einprägsamer Charaktere und Schauplätze kurzweiliger Debütroman gelungen, womit sich der Autor als drittes Genie im Bunde erweist.

HEYN Leserunde Marianne Schaffer-Schellander

veröffentlicht am 10.01.2018

Dieser sehr spannend erzählte Roman schildert die bewegte Geschichte der Familie Sidis am Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Sohn der Familie, William Sidis verfügt zwar über außerordentliche, intellektuelle Begabungen, setzt diese aber nicht dafür ein, um ...

Dieser sehr spannend erzählte Roman schildert die bewegte Geschichte der Familie Sidis am Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Sohn der Familie, William Sidis verfügt zwar über außerordentliche, intellektuelle Begabungen, setzt diese aber nicht dafür ein, um ein bequemes und sorgenfreies Leben führen zu können. Als glühender und konsequenter Pazifist stößt er auf viele verschlossene Türen, ist seinen Zeitgenossen in dieser Hinsicht aber weit voraus. Ich empfehle diesen äußerst gelungenen Debütroman wärmstens!

Ingrid Weilharter

veröffentlicht am 10.01.2018

Der Autor erzählt uns in seinem umfassenden Werk auf berührende Weise die Lebensgeschichte der Familie Sidis und insbes. über das Leben des Sohnes William, der einer pädagogischen Methode seiner Eltern, die "Sidis-Erziehungsmethode", gerecht ...

Der Autor erzählt uns in seinem umfassenden Werk auf berührende Weise die Lebensgeschichte der Familie Sidis und insbes. über das Leben des Sohnes William, der einer pädagogischen Methode seiner Eltern, die "Sidis-Erziehungsmethode", gerecht werden sollte und sich zeit seines Lebens im Widerstand gegenüber den Vorstellungen und Erwartungen seiner Eltern befand. Der zum hochbegabten Kind geförderte William studierte und referierte mit 12 Jahren in Harvard, war also ein Wunderkind, was seine intellektuellen Fähigkeiten betraf. In der Entwicklung seiner emotionalen und sozialen Fähigkeiten blieb er jedoch zurück und so wurde er zum sozialen Eigenbrötler, eine neurotische Persönlichkeit mit autistischen und paranoiden Zügen. Die Bürde seines Lebens war aber wohl, sich von den elterlichen Vorstellungen, dem Lebenswerk seiner Eltern, zu befreien. Dies gelang ihm zeitlebens nicht. Im Grunde ist diese wahre Geschichte sehr traurig und sie wirft kritische Fragen auf: Haben Kinder bei allem Dafürhalten von Förderung auch ein Recht auf Kindheit jenseits von Lernen und Wissensbildung? Wie wichtig ist es, intellektuell herausragend, also ein Genie zu sein und wie ist mit dieser Verantwortung umzugehen, ohne Schaden anzurichten und wer bringt uns das dann bei? Braucht es nicht auch vor allem emotionale Qualitäten, um ein lebenswertes Leben zu leben? Haben berühmte Persönlichkeiten ein Recht auf Privatleben - und wenn , wie viel davon? Diese Fragen sind heute aktueller denn je und das macht diese Geschichte auch so spannend. Zehrer hat die Biografie eines ewig sich selbst suchenden Lebenskünstlers sehr subtil und umfassend dargestellt. Er reduziert seine Charaktere nicht auf Schuldigkeit und Hilflosigkeit sondern zeigt auf eine berührende Weise auf, wie sich seine Protagonisten schicksalshaft (und auch vor dem Hintergrund des zeitgeschichtlichen Weltlaufes) gemäß ihrer Ressourcen und Verstrickungen entwickeln. Zehrers Art der detailreichen und ganzheitlichen Darstellung wirkt manchmal vielleicht ein bisschen langatmig, erscheint jedoch notwendig, um den Persönlichkeiten in seinem Buch gerecht zu werden. Alles in allem - ein wertvolles Buch!

HEYN Leserunde Ewa Wiercinska

veröffentlicht am 10.01.2018

Ein Buch, ein Roman, die wahre Geschichte des William James Sidis, aber keine Biografie. Es regt den Leser zum Nachdenken über viele Themen an. Es fasziniert, unterhält, bildet und fordert aber auch! Ausführlich recherchiert. Sehr empfehlenswert!

 

Gudrun Gaber

veröffentlicht am 09.01.2018

Boris (die Hauptfigur) hat mit seinen Ein- und Vorstellungen über das Leben genervt. Die Entwicklung seines Sohnes und seiner Frau sind mir unverständlich. Nur seine Tochter Helena stellt sich dem Leben. Es waren keine erfreulichen Lesestunden.

 

Maria D?rfler

veröffentlicht am 09.01.2018

Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, faszinierend - und das bei 650 Seiten! Die unglaubliche, tragische Geschichte des William Sidis dürfte sehr gut recherchiert sein - ich habe viel im Internet nachgelesen - . William ist nicht nur an den ...

Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, faszinierend - und das bei 650 Seiten! Die unglaubliche, tragische Geschichte des William Sidis dürfte sehr gut recherchiert sein - ich habe viel im Internet nachgelesen - . William ist nicht nur an den Erziehungsmethoden seiner Eltern gescheitert, sondern wahrscheinlich an der nicht notwendigerweise damit einhergehenden Kälte, Beziehungsunfähigkeit und Lieblosigkeit seiner Eltern. Die haben ihren emotionalen Analphabetismus wohl schon aus ihrer eigenen Kindheit mitgebracht. Hat doch Williams ebenso genialer Kollege Norbert Wiener ein vergleichsweise ziemlich normales Leben geführt. Auch zeigt dieser Roman, der auch sehr gut übersetzt ist, die strukturellen Zwänge, denen ein so ungewöhnlicher Mensch ausgesetzt ist. Wird er doch als "Eigentum" der Eltern, der Universität, des Landes betrachtet. Seine Freiheit ist bedrohlich eingeschränkt - und daran geht er schließlich auch zugrunde - mehr als an seiner Begabung. Es ist auch ein Roman über einen missbrauchten Menschen, über eine missbrauchte Begabung. Maria Dörfler

HEYN Leserunde Lieselotte Fieber

veröffentlicht am 09.01.2018

Kann man ein Genie planen? Offenbar! Wie Boris Sidis seinen Sohn wenige Tage nach seiner Geburt systematisch und strukturiert zu prägen beginnt, ist für einige ambitionierte Eltern in der Jetztzeit sicher nicht uninteressant. Der Blick, den uns der Autor ...

Kann man ein Genie planen? Offenbar! Wie Boris Sidis seinen Sohn wenige Tage nach seiner Geburt systematisch und strukturiert zu prägen beginnt, ist für einige ambitionierte Eltern in der Jetztzeit sicher nicht uninteressant. Der Blick, den uns der Autor in das Innenleben des Versuchsobjektes eröffnet, legt große emotionale und soziale Defizite offen. Ein Buch, das durch die Fülle fasziniert, unterhält, bildet, aber auch fordert und zum Nachdenken über viele Themen anregt

Irmgard Mandl

veröffentlicht am 09.01.2018

William Sidis ist ein Genie, ein Produkt perfekter Erziehung, die ausschließlich auf Leistung ausgelegt ist. Auf der Strecke bleiben die Emotionen und sozialen Kontakte. Das Wunderkind Williams kann eigentlich nur scheitern und gebricht an den Erwartungen, ...

William Sidis ist ein Genie, ein Produkt perfekter Erziehung, die ausschließlich auf Leistung ausgelegt ist. Auf der Strecke bleiben die Emotionen und sozialen Kontakte. Das Wunderkind Williams kann eigentlich nur scheitern und gebricht an den Erwartungen, die an ihn gesetzt werden und der Erkenntnis, dass Wissen auch missbraucht werden kann. Großartig geschrieben, phantastisch, unbedingt lesenswert!

HEYN Leserunde Renate Pfeiffer

veröffentlicht am 07.01.2018

Ein erstaunliches Buch über ein durchgeplantes Leben. Boris Sidis, gerade in den USA angekommen, plant den Aufstieg. Aus der russischen Heimat bringt er Intelligenz, umfassende Sprachkenntnisse und Hunger nach Bildung mit. Der Aufstieg gelingt, und auch ...

Ein erstaunliches Buch über ein durchgeplantes Leben. Boris Sidis, gerade in den USA angekommen, plant den Aufstieg. Aus der russischen Heimat bringt er Intelligenz, umfassende Sprachkenntnisse und Hunger nach Bildung mit. Der Aufstieg gelingt, und auch die Erziehung seines Sohnes zum Genie läuft gut an- und hier fängt die Geschichte an sehr traurig zu werden: Wer jemals erlebt hat, mit welcher Freude ein Kind die Welt selbst erkundet, den können die strikten Lernmethoden des ehrgeizigen Vaters nicht überzeugen, selbst wenn sie zu Beginn erstaunliche Ergebnisse erzielen. Sohn William gilt als Wunderkind, bis er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht und jeden Erfolg verweigert. Eine Geschichte mit wahrem Hintergrund und ein großartiges Buch über die Erkenntnis, dass Intelligenz allein, ohne Liebe und Emotionen, nicht zu einem gelungenen Leben führen kann.

HEYN Leserunde Renate Geissler

veröffentlicht am 07.01.2018

Die Lebens-und Leidensgeschichte des "Genies" William James Sidis wird vom Autor Klaus Zehrer hervorragend geschrieben. Ein kluges aber auch tragisches Buch. Unbedingt lesenswert !

 

HEYN Leserunde Laszlo Zoltan

veröffentlicht am 07.01.2018

Dieses Buch hat alles, was ein guter Roman braucht: einen packenden Inhalt, eine grandiose Erzählkunst und das große Bedauern, wenn man die letzte Seite erreicht. Obwohl diese Geschichte tatsächlich das Leben schrieb, muss man Klaus Cäsar Zehrer größtes ...

Dieses Buch hat alles, was ein guter Roman braucht: einen packenden Inhalt, eine grandiose Erzählkunst und das große Bedauern, wenn man die letzte Seite erreicht. Obwohl diese Geschichte tatsächlich das Leben schrieb, muss man Klaus Cäsar Zehrer größtes Lob für dieses Debütwerk zollen. Nach vortrefflicher Recherche schildert er das gezeichnete Leben des Wunderkindes William James Sidis, auf dem die ungemein großen Erwartungen und der damit verbundene Erziehungsstil des Vaters von Geburt an schwer lasten.

Grutze Silvia

veröffentlicht am 06.01.2018

Wow - es ist nicht schlecht gemacht, geprägt durch drei Bereiche - sehr gut zu lesen - die Begeisterung mit der ich die Sidis Erziehungsmethode von Boris und Sarah gegenüber ihrem Sohn William (Bill) zu Beginn verfolgt habe,  hat zum Ende des Buches hin ...

Wow - es ist nicht schlecht gemacht, geprägt durch drei Bereiche - sehr gut zu lesen - die Begeisterung mit der ich die Sidis Erziehungsmethode von Boris und Sarah gegenüber ihrem Sohn William (Bill) zu Beginn verfolgt habe,  hat zum Ende des Buches hin deutlich abgenommen.  Ich war fasziniert zu erfahren was von einem menschlichen Gehirn alles aufgenommen bzw gespeichert werden und wie man es lenken/manipulieren kann. Unglaublich...doch im Laufe des Lesens hat mir Bill immer mehr leid getan und emotional habe ich mit/durch ihn gelitten. Mir kam immer öfter der Gedanken Bill lebt mehr in der Phantasie als in der Realität, wird verrückt und übernimmt mehr und mehr die rauhe unkontrollierte schnuddelige Art seines Vaters. Dass er keine Liebe und keine wirkliche Kindheit (so wie ich es kenne) erleben durfte, trägt sicherlich dazu bei, dass er schlussendlich alleine unerkannt und isoliert  leben wollte. Er hat es aber nicht anders gekannt und war mit der Situation, so wie sie war, vorerst zufrieden,  obwohl er versucht hat - wie er meint "normal zu werden". Aber was ist normal und richtig?  Bills Lebensregel - er beteiligt sich an keinem Krieg - machte seine Jobsuche noch beschwerlicher, denn gerade in diesen Bereichen werden Jobs "zur Optimierung" des Mathematikgenies angeboten. Das Wunderkind Bill hat es nicht leicht, doch trotzdem Glück im richtigen Moment - so bekommt er wenigstens seinen Traumjob als Schaffner und kann mit der Straßenbahn durch Boston gondeln. (Straßenbahn fahren liebte er seit seiner Kindheit). Ich frage mich zu diesem Zeitpunkt - ist das die glücklichste Zeit seines Lebens? Wars das? So schnell und tief kann man sinken. Von allen zuerst als Genie bejubelt und dann weil er nicht ins Konzept passt fallen gelassen. Muss es so sein, für einen der alles weiß, keine Witze mag und überall Probleme sieht? Die Stelle als Schaffner verliert Bill, mit 39 bekommt er eine Anstellung am MIT und kann erstmals mit einem ehemaligen Harvard-Wunderkind über Gefühle sprechen. Er artikuliert wie sehr er unter dem Ehrgeiz seiner Eltern gelitten hat und unter den Erziehungsmethode seines Vaters Dr. Boris Sidis.  Durch Bills Kompromisslosigkeit und Sturheit, die ihn sein ganzes Leben begleitet und einen Artikel in der New Yorker die über sein verpfuschtes Leben berichtet, sieht er sich gezwungen auch diese Stelle zu kündigen und schwört Rache. Seine Persönlichkeitsrecht wurde verletzt... ein endloser Prozess beginnt. Ein Buch das zum Nachdenken anregt aber mich auch teilweise gefordert hat, da so viel Input vom Autor in dieses Buch verarbeitet wurde. Müsste ich mehr wissen hab ich mich manchmal gefragt - was meint ihr? Lest das Buch und stellt es selbst fest - es ist wirklich lesenswert und zu empfehlen :-)

Manfred Kohl

veröffentlicht am 05.01.2018

Das Buch ist mehr als eine Story eines Genies und einer Erziehungsmethode. Es ist auch die Sicht eines Außenseiters auf die "normale" Gesellschaft - Dennoch eine Aufforderung zum mutigen Grenzgang - mit Kompromissfähigkeit. Gut geschrieben, auch ...

Das Buch ist mehr als eine Story eines Genies und einer Erziehungsmethode. Es ist auch die Sicht eines Außenseiters auf die "normale" Gesellschaft - Dennoch eine Aufforderung zum mutigen Grenzgang - mit Kompromissfähigkeit. Gut geschrieben, auch wenn ich seitenweise quergelesen habe, da der Spannungsbogen nachgelassen hat. Die Erkenntnis im Zitat S. 489: "Denn er wusste jetzt woran die Sidis-Erziehungsmethode gescheitert war: nicht an ihn, William, und auch nicht an den Freudianern, sondern einzig und allein an mangelnder Liebe".

HEYN Leserunde Manuela Meierhofer

veröffentlicht am 27.12.2017

Boris ist davon überzeugt, dass er weiß, wie man Kinder zu Genies erzieht. Seine Erziehungsmethoden erprobt er an seinem Sohn William. Und es funktioniert tatsächlich! Billy wird ein mathematisches Genie. Mit Leichtigkeit überspringt er Schulklasse nach ...

Boris ist davon überzeugt, dass er weiß, wie man Kinder zu Genies erzieht. Seine Erziehungsmethoden erprobt er an seinem Sohn William. Und es funktioniert tatsächlich! Billy wird ein mathematisches Genie. Mit Leichtigkeit überspringt er Schulklasse nach Schulklasse und beginnt zu studieren. Aber Billy wächst in einem emotional kalten Umfeld auf. Er fühlt sich wie das Lieblingsspielzeug seiner Eltern - solange er funktioniert und macht, was sie möchten. Und zerbricht daran. Zehrer zeichnet das Bild eines zutiefst traumatisierten Jungen, der sich schon sehr früh gegen sein Umfeld auflehnt. Doch leider findet Billy niemanden, der ihm aus der Tragödie hilft. Spannend und gut lesbar geschrieben, ist das Buch eines meiner Highlights des Jahres!

Andrée Feyertag

veröffentlicht am 22.12.2017

Mit dem Lesen dieses Werkes schöne Stunden verbracht. In Anlehnung an wahre Begebenheiten lässt der Text anfangs zögerlich, dann in fulminantem Tempo, schöne Bilder im Kopf entstehen. Empfehlenswert!

 

Helmut Zechner

veröffentlicht am 27.10.2017

Klaus Cäsar Zehrers literarisches Talent ist – Nomen est Omen – seinem zweiten (Vor-) Namen mehr als würdig. Ein solch beeindruckendes Debüt habe ich sehr selten erlesen dürfen. Phänomenal, wie lebendig und spannend Zehrer die Lebensgeschichte von ...

Klaus Cäsar Zehrers literarisches Talent ist – Nomen est Omen – seinem zweiten (Vor-) Namen mehr als würdig. Ein solch beeindruckendes Debüt habe ich sehr selten erlesen dürfen. Phänomenal, wie lebendig und spannend Zehrer die Lebensgeschichte von Vater und Sohn Sidis erzählt. Penibel und detailreich recherchiert und grandios erzählt. Wahrlich ein Genuss, so ein Meisterwerk lesen zu dürfen. Nicht eine der 656 Seiten ist auch nur ansatzweise verzichtbar und ich hätte gerne noch mehr von diesem Buch gehabt – so muss ich es einfach nochmals lesen.

Mehr Kundenrezensionen

Rezension verfassen
facultas-Newsletter

Aktuelle Neuerscheinungen, Empfehlungen, Angebote und Aktionen