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Der Stotterer

Roman

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Weil er Stotterer ist, vertraut er ganz auf die Macht des geschriebenen Worts und setzt es rücksichtslos ein, zur Notwehr ebenso wie für seine Karriere. Ein Betrug – er nennt es eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit – bringt ihn ins Gefängnis. Mit Briefen, Bekenntnissen und erfundenen Geschichten versucht er dort diejenigen Leute für sich zu gewinnen, die über sein Los bestimmen: ...
Werbliche Überschrift
Wer nicht sprechen kann, muss schreiben.

Beschreibung
Weil er Stotterer ist, vertraut er ganz auf die Macht des geschriebenen Worts und setzt es rücksichtslos ein, zur Notwehr ebenso wie für seine Karriere. Ein Betrug – er nennt es eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit – bringt ihn ins Gefängnis. Mit Briefen, Bekenntnissen und erfundenen Geschichten versucht er dort diejenigen Leute für sich zu gewinnen, die über sein Los bestimmen: den Gefängnispfarrer, den Drogenboss, den Verleger.

Cover Der Stotterer
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Veröffentlicht 2019, von Charles Lewinsky bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-07067-5
Auflage: 2. Auflage
416 Seiten
18.4 cm x 11.6 cm

Über Charles Lewinsky

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, hat Germanistik und Theaterwissenschaft studiert und als Dramaturg und Regisseur an diversen Bühnen gearbeitet, bevor er als Autor von Shows und Serien zum Fernsehen ging. Seit 1980 ist er freier Schriftsteller, international berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger sowie den Preis der Schillerstiftung. Sein Werk erscheint in 14 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux (Frankreich) und im Winter in Zürich.

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger sowie den Preis der Schillerstiftung. Sein Werk erscheint in 14 Sprachen. Als wohltrainierter Großvater glaubt er zu wissen, was sich Kinder gern erzählen lassen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux (Frankreich) und im Winter in Zürich.


Kundenrezensionen

HEYN Leserunde Erika Liebminger

veröffentlicht am 17.05.2019

Mit erfundenen Geschichten versucht der Stotterer, der die Gefängnisbibliothek betreut, auf sich aufmerksam zu machen. Ob als Kapitän einer Fußballmanschaft, als Pilot, der nach Afrika flog um Elefanten zu retten, der auf einem Nashorn ritt und als ...

Mit erfundenen Geschichten versucht der Stotterer, der die Gefängnisbibliothek betreut, auf sich aufmerksam zu machen. Ob als Kapitän einer Fußballmanschaft, als Pilot, der nach Afrika flog um Elefanten zu retten, der auf einem Nashorn ritt und als göttliches Wesen verehrt wurde, der als Arzt Heilmittel erfand oder als Politiker mitreisende Reden hielt. Er fand, in seinem Kopf sei immer Premiere. Er zeigt, wie man sein Leben durch Schreiben manipulieren kann.

HEYN Leserunde Barbara Maria Angerer

veröffentlicht am 13.05.2019

Der fassettenreiche Inhalt dieses Buches ist hoch spannend, die Sprache wunderbar und die Wendungen und Verschachtelungen durchaus ansprechend. Sprachwitz und Sarkasmus gehen Hand in Hand. Trotzdem hält sich mein Interesse über den Alltag im Knast in ...

Der fassettenreiche Inhalt dieses Buches ist hoch spannend, die Sprache wunderbar und die Wendungen und Verschachtelungen durchaus ansprechend. Sprachwitz und Sarkasmus gehen Hand in Hand. Trotzdem hält sich mein Interesse über den Alltag im Knast in Grenzen.

HEYN Leserunde Lieselotte Fieber

veröffentlicht am 07.05.2019

Lewinsky gelingt es in seinem Roman, einen Stotterer zu einem Meister des geschriebenen Wortes zu machen. Es gelingt ihm meisterhaft, für seinen Protagonisten Bewunderung zu wecken. Der Stil seines Buches ist brillant und humorvoll. Eine ...

Lewinsky gelingt es in seinem Roman, einen Stotterer zu einem Meister des geschriebenen Wortes zu machen. Es gelingt ihm meisterhaft, für seinen Protagonisten Bewunderung zu wecken. Der Stil seines Buches ist brillant und humorvoll. Eine Hochstaplergeschichte die mitreißt und absolut zu empfehlen ist.

Irmgard Mandl

veröffentlicht am 07.05.2019

Ein grandioses Buch, spannend vom Anfang bis zum Ende. Ein Paradebeispiel, wie das schreibende Wort manipulativ eingesetzt werden kann, zynisch, unterhaltsam, lehrreich und bitte lesen!

 

Andrée

veröffentlicht am 06.05.2019

Mit Witz und Sprachtalent wird aus dem Knast berichtet. Zum Teil so witzig, dass man laut lachen muss. Es kann sein, dass einem die Flut an Geschichten zu viel wird und man verwirrt ob Wahrheit oder Lüge zurücksinkt - aber jedenfalls wird man unterhalten. ...

Mit Witz und Sprachtalent wird aus dem Knast berichtet. Zum Teil so witzig, dass man laut lachen muss. Es kann sein, dass einem die Flut an Geschichten zu viel wird und man verwirrt ob Wahrheit oder Lüge zurücksinkt - aber jedenfalls wird man unterhalten. Der Stotterer wird nach einer schwierigen Kindheit nach Missbrauch und Gewalt zum Betrüger und berichtet darüber seinem Betreuer . Er spielt mit seinen Unterstützern und den Leser lässt er auch nicht aus. Sehr unterhaltsam.

HEYN Leserunde Marianne Schaffer-Schellander

veröffentlicht am 06.05.2019

Dieser spannend erzählte Roman über einen verurteilten Stotterer, der seine Lebensgeschichte und die Zeit im Gefängnis beschreibt, zeigt einerseits die brutalen, skrupellosen Abgründe der Seele des Erzählers und lässt den Leser anderseits Sympathie ...

Dieser spannend erzählte Roman über einen verurteilten Stotterer, der seine Lebensgeschichte und die Zeit im Gefängnis beschreibt, zeigt einerseits die brutalen, skrupellosen Abgründe der Seele des Erzählers und lässt den Leser anderseits Sympathie für den Stotterer entwickeln, wenn dieser ein Opfer von Gewalt wird. Empfehlenswert!

Irmgard Gstettner

veröffentlicht am 05.05.2019

Dass hier ein Meister des Schreibens am Werk ist, der gekonnt die Erzählstränge parallel führt und geschickt verflechtet, die Geschichte und den Charakter seines Protagonisten ebenso wie sein Gefängnisumfeld durch Briefe und Texte offen legt, ist nicht zu ...

Dass hier ein Meister des Schreibens am Werk ist, der gekonnt die Erzählstränge parallel führt und geschickt verflechtet, die Geschichte und den Charakter seines Protagonisten ebenso wie sein Gefängnisumfeld durch Briefe und Texte offen legt, ist nicht zu bestreiten. Nach und nach fand ich den zwar durchaus logischen, intelligent eingesetzten aber allgegenwärtigen Zynismus anstrengend.

Ingrid Weilharter

veröffentlicht am 05.05.2019

Ich fand diesen Roman unheimlich fesselnd - beinhaltet er doch sämtliche Attribute, die ein gutes Buch erfüllen muss: Dramatisch, ironisch, zynisch, niemals langweilig und darüber hinaus auch zärtlich und berührend wird uns eine Charakterstudie ...

Ich fand diesen Roman unheimlich fesselnd - beinhaltet er doch sämtliche Attribute, die ein gutes Buch erfüllen muss: Dramatisch, ironisch, zynisch, niemals langweilig und darüber hinaus auch zärtlich und berührend wird uns eine Charakterstudie vermittelt, welche im Aufbau und vom Inhalt her meisterhaft gelungen ist. Umrahmt wird die Erzählung von einer wunderschönen Sprache - ein Spiel mit der Sprache - wie es auch seinem Protagonisten zu eigen ist. Ein richtiger Kunstgenuss!

HEYN Leserunde Petra Gutsche

veröffentlicht am 03.05.2019

Der Stotterer Johannes Hosea Stärckle weiß um die Macht seiner Worte die er gekonnt zu Papier bringt. Die Briefe an den Padre der JVA sowie auch all die anderen Erzählungen sind von Spannung geprägt. Nichts desto trotz wird es oft auch recht grausam, ...

Der Stotterer Johannes Hosea Stärckle weiß um die Macht seiner Worte die er gekonnt zu Papier bringt. Die Briefe an den Padre der JVA sowie auch all die anderen Erzählungen sind von Spannung geprägt. Nichts desto trotz wird es oft auch recht grausam, emotional und zynisch. Die Kurzgeschichten erzählen zumeist aus dem Leben des Stotterers und seine Überlebensstrategien sind wirklich sehr ausgeklügelt und strategisch sehr gut geplant. Ein fantastisches Buch und absolut lesenswert.

HEYN Leserunde Renate Pfeiffer

veröffentlicht am 01.05.2019

Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen! Selten ist jemand so schlitzohrig und charmant in seiner kriminellen Energie, wie Johannes Hosea, der grandios zu schreiben gelernt hat, weil er beim Reden stottert. Mit absolut treffsicherer Psychologie übt er ...

Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen! Selten ist jemand so schlitzohrig und charmant in seiner kriminellen Energie, wie Johannes Hosea, der grandios zu schreiben gelernt hat, weil er beim Reden stottert. Mit absolut treffsicherer Psychologie übt er seine Betrügereien aus, und auch beim Lesen kann man nie ganz sicher sein, was erfunden und was Wahrheit ist bei seinen Geschichten. Erst nach und nach erkennt man die Abgründe in seinem Leben, die ihn vermutlich zum Stotterer gemacht haben. Ein großartiges Buch, berührend und humorvoll

Gudrun Gaber

veröffentlicht am 30.04.2019

Der Autor, Charles Lewinsky, lässt uns am Leben des Stotterer Johannes Hosea Stärckle teilnehmen. Der Zeitraum des Buches geht vom Häftling Stärckle (Johannes Hosea Stärckle hat sich durch div. Briefe seinen Unterhalt ergaunert, zB Enkeltrick …) bis ...

Der Autor, Charles Lewinsky, lässt uns am Leben des Stotterer Johannes Hosea Stärckle teilnehmen. Der Zeitraum des Buches geht vom Häftling Stärckle (Johannes Hosea Stärckle hat sich durch div. Briefe seinen Unterhalt ergaunert, zB Enkeltrick …) bis zum Autor Johannes Hosea. Mir hat der Erzählstil gefallen. Der Autor lässt uns durch Tagebucheintragungen, Korrespondenz für den Padre der JVA (der das Talent von Stärckle erkennt), in Fingerübungen und am Ende in „aus meinem Leben“, den aus strengst religiösen (eher eine sektenartige Gemeinde) und desaströsen Familienverhältnissen kommende Hauptfigur kennen lernen. Das Buch an sich ist mir persönlich etwas zu lang – manche „Fingerübungen“ müssten nicht sein.

miriambrandl

veröffentlicht am 29.04.2019

Johannes Hosea Stärckle ist Stotterer und trotzdem, oder eigentlich gerade deswegen, ein Meister des geschriebenen Wortes. Eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit hat ihn dann allerdings ins Gefängnis gebracht („Ich befinde mich in Rätselhaft“ S 63) ...

Johannes Hosea Stärckle ist Stotterer und trotzdem, oder eigentlich gerade deswegen, ein Meister des geschriebenen Wortes. Eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit hat ihn dann allerdings ins Gefängnis gebracht („Ich befinde mich in Rätselhaft“ S 63) und hier schreibt er Briefe an den Padre, einen Verleger und einen Drogendealer. Er beschreibt Ereignisse aus seiner Vergangenheit, die, wie Stärckle selber immer wieder betont, möglicherweise reine Fiktion sind – „Geschichtenerzähler müssen keine Bekenner sein, sondern gute Lügner“. Manchmal philosophisch, aber immer unterhaltsam sind die Gegenüberstellungen von Bibelsprüchen und Schopenhauerzitaten. Lewinsky lässt Stärckle das geschriebene Wort einsetzen, um andere (und auch den Leser) zu bezaubern, eigentlich um zu manipulieren. Er schreibt sprachlich virtuos, originell, oft zynisch und bei aller beschriebenen Tragik auch immer wieder humorvoll. Bei so großartiger sprachlicher Kunst, können dem Autor ein paar Längen zwischendurch problemlos verziehen werden. Ein Schelmenroman über das Erzählen, über Literatur und die Kunst zu lügen, aber auch über die Bereitschaft, belogen zu werden.

HEYN Leserunde Manuela Meierhofer

veröffentlicht am 28.04.2019

Die Geschichte ist in verschiedenen Zeitebenen angesiedelt. Einerseits erzählt Johannes Hosea Stärckle vom Alltag im Gefängnis. Zwischendurch lesen wir Episoden aus seinem Leben. Weil er ein Buch schreiben möchte, übt er sich darin, Kurzgeschichten zu ...

Die Geschichte ist in verschiedenen Zeitebenen angesiedelt. Einerseits erzählt Johannes Hosea Stärckle vom Alltag im Gefängnis. Zwischendurch lesen wir Episoden aus seinem Leben. Weil er ein Buch schreiben möchte, übt er sich darin, Kurzgeschichten zu verfassen, die als sogenannte 'Fingerübungen' zu lesen sind. Eigentlich ein Buch, das viele Facetten hat. Ein Buch, das leicht und flüssig zu lesen ist, sprachlich sehr gut geschrieben. Ein Buch, das mir etwa bis zur Hälfte sehr gut gefallen hat, dann aber immer langweiliger wurde.

Maria D?rfler

veröffentlicht am 26.04.2019

Ungewöhnlich, originell, sprachlich hervorragend und von der Konzeption sehr kreativ. Wie es dem Autor gelingt, durch den Kopf oder durch die Feder seines Protagonisten viele tiefe Einsichten, ja fast philosophische Formulierungen über Gott und die Welt in ...

Ungewöhnlich, originell, sprachlich hervorragend und von der Konzeption sehr kreativ. Wie es dem Autor gelingt, durch den Kopf oder durch die Feder seines Protagonisten viele tiefe Einsichten, ja fast philosophische Formulierungen über Gott und die Welt in dieses Büchlein zu packen, ist schon sehr beeindruckend. Beeindruckend ist auch die Modellierung einzelner Typen von Menschen, die zwar treffend ist, aber nicht gerade von Optimismus über die Menschen sprüht. Neben Witz, Unmoral und Moral(?) ist auch Bitterkeit zu spüren. Neben leichten, sarkastischen Formulierungen, fast lustig, ist dahinter und zwischen den Zeilen auch Traurigkeit und Resignation versteckt. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das trotz oder gerade wegen dem nicht erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken anregt. Maria Dörfler

HEYN Leserunde Laszlo Zoltan

veröffentlicht am 24.04.2019

Am Anfang war das Wort und der Protagonist des Romans, Johannes Hosea Stärckle, bemächtigt sich unglaublich geschickt der Macht des geschriebenen Wortes. Für den Leser nicht fassbar schlüpft er gekonnt in die Rollen der unterschiedlichsten Verfasser von ...

Am Anfang war das Wort und der Protagonist des Romans, Johannes Hosea Stärckle, bemächtigt sich unglaublich geschickt der Macht des geschriebenen Wortes. Für den Leser nicht fassbar schlüpft er gekonnt in die Rollen der unterschiedlichsten Verfasser von Texten, um somit sein Leben als Stotterer zu fristen. Dass er dabei die Wahrheit immer wieder ins Hintertreffen geraten lässt, amüsiert den Leser und stellt ihn selbst zum Schluss zufrieden. Unterhaltung und Erzählkunst in mustergültiger Ausprägung.

HEYN Leserunde Manfred Angerer

veröffentlicht am 22.04.2019

Die Geschichte: vielfältig und vielschichtig im Wechsel zwischen dem Erlebten und dem Fiktiven. Die Sprache: hervorragend und grandios, ein Meister seines Faches. Und die Geschichten: ein phantastisches Spiel zwischen dem Erzählten und den Bildern, die das ...

Die Geschichte: vielfältig und vielschichtig im Wechsel zwischen dem Erlebten und dem Fiktiven. Die Sprache: hervorragend und grandios, ein Meister seines Faches. Und die Geschichten: ein phantastisches Spiel zwischen dem Erzählten und den Bildern, die das Erzählte und oft auch das gar nicht Geschriebene im Kopf schafft. Einfach grandios und gehört zum Besten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.

HEYN Leserunde Petra Hesse

veröffentlicht am 18.04.2019

Schweres Stottern kann einen Menschen aus der Welt seiner Mitmenschen und vom Gespräch mit ihnen sehr weitgehend ausschließen. Als Ausweg bleibt dem Ich-Erzähler das Schreiben – er erschreibt sich (s)eine Welt. Dabei gerät er nicht nur mit dem Gesetz in ...

Schweres Stottern kann einen Menschen aus der Welt seiner Mitmenschen und vom Gespräch mit ihnen sehr weitgehend ausschließen. Als Ausweg bleibt dem Ich-Erzähler das Schreiben – er erschreibt sich (s)eine Welt. Dabei gerät er nicht nur mit dem Gesetz in Konflikt, sondern löst sich auch vom traditionellen Anspruch autobiographischen Erzählens: dem Anspruch auf Wahrheit oder zumindest Wahrhaftigkeit. Als Autor seiner Lebensgeschichte – wenn auch nicht seines von Sektierern verpfuschten Lebens (?) – tut er schreibend alles, was dem Urheber literarischer Texte zusteht: Er spielt mit Chronologie und Erzählperspektive, er nutzt die Schwächen seiner Adressat_innen weidlich aus, er erprobt verschiedene Überlebens- und Rachestrategien und erzählt scheinbar Faktisches in mehreren Varianten. All dem wirkt sein wiederholtes Bekenntnis zur eigenen Amoralität raffiniert entgegen: Es erweckt den Eindruck von Ehrlichkeit aus dem Munde eines ‚in Wahrheit‘ bedauernswerten Menschen. So stellt sich bei der Lektüre immer von neuem die Frage nach der Grenze zwischen berichteten ‚Fakten‘ aus dem Leben des Ich-Erzählers und seiner eigenen erzählerischen Fiktion innerhalb der Fiktion des Romans. ‚Story‘ erweist sich als Bestandteil von ‚history‘, und die notorischen Fragen aus dem Literaturunterricht (Was will der Dichter uns hiermit sagen? Wie spiegelt das Werk die Biographie? etc.) laufen ins Leere. All das erreicht uns mit Sprachwitz und Situationskomik scheinbar schwerelos … ein großartiges Buch!

Grutze Silvia

veröffentlicht am 17.04.2019

Obwohl es sich beim Protagonisten dieses Romans um einen Stotterer handelt, liest sich das Buch sehr flüssig. Es ist wunderbar geschrieben, obwohl in einzelnen Passagen sehr deprimierende Worte verwendet werden. Das Leben selbst oder besser das Erlebte ...

Obwohl es sich beim Protagonisten dieses Romans um einen Stotterer handelt, liest sich das Buch sehr flüssig. Es ist wunderbar geschrieben, obwohl in einzelnen Passagen sehr deprimierende Worte verwendet werden. Das Leben selbst oder besser das Erlebte macht den Stotterer zum Zyniker. Er ist sehr überzeugt von seinen schriftstellerischen Fähigkeiten und trotzdem bringt ihn der Betrug durch das Schreiben in die Justizvollzugsanstalt. Dort versucht der Stotterer mit seiner einzigen Fähigkeit - dem Schreiben - (denn gesprochen bekommt er kein Wort heraus) den Padre, den Advokat, und einen Verleger zu beeindrucken. Zeitweise wird seine Ausdrucksweise aber sehr verletzend. Die erfundenen Geschichten sind sehr düster und kreisen permanent im Kopf des Lesers herum. Was will er damit sagen? Was bezweckt er mit diesen Geschichten? Die Ereignisse überschlagen sich, die Handlungen greifen ineinander über. Ein schräger Typ ist dieser Stotterer, geprägt durch seine strenge christlich-orientierte Kindheit. Er wirft nur so mit Bibelzitaten um sich. Zeitweise ist es für mich unheimlich und skurril, aber es reizt einfach weiter zu lesen. Unterteilt ist der Roman in Erzählungen für den Padre, in Lebensgeschichte, erfundene Geschichten, Tagebucheintragungen und Fingerübungen... zwischenzeitlich weiß man deshalb nicht mehr in welcher Welt man sich befindet. Fiktion? Realität? Lebt man, träumt man oder ist man tot? Und immer wieder Zungenbrecher wie z.B. Die Katzen kratzen im Katzenkasten, im Katzenkasten kratzen Katzen. Spätestens an solchen Stellen wird man zurück ins Hier und Jetzt katapultiert. Das Gehirn ist auf alle Fälle gefordert! Als Leser muss schon viel mitdenken um in diesem Roman zu bleiben und um nicht ins „Stottern zu verfallen“. Sympathisch ist mir der Stotterer nicht, im Gegenteil: Er ist nur auf sein Wohlergehen bedacht und manipuliert Menschen mit seinen geschriebenen Worten. Eine ungewöhnlicher Roman mit vielen Zitaten von Arthur Schopenhauer gespickt.

h_schellander

veröffentlicht am 13.04.2019

„Die Wahrheit ist ein Sicherheitsgurt für Leute, die keine Phantasie haben“, schreibt der Ich-Erzähler Johannes Hosea. Er ist „der Stotterer“ in Charles Lewinskis gleichnamigen Schelmen-Roman, der dank der Unterstützung eines Padres im Gefängnis ...

„Die Wahrheit ist ein Sicherheitsgurt für Leute, die keine Phantasie haben“, schreibt der Ich-Erzähler Johannes Hosea. Er ist „der Stotterer“ in Charles Lewinskis gleichnamigen Schelmen-Roman, der dank der Unterstützung eines Padres im Gefängnis seine Lebensgeschichte schreibt und dabei seine schriftstellerische Begabung entdeckt. Lewinski erzählt die Geschichte mit großer Sympathie für den kriminellen Protagonisten, setzt gekonnt unterschiedliche Erzählformen ein und hält die Spannung bis zur Schlusspointe. Ein Lesevergnügen, das mit viel Phantasie zum Nachdenken auch über die großen Themen Gerechtigkeit und Wahrheit anregt.

Manfred Kohl

veröffentlicht am 05.04.2019

Grossartig, wie sich Lewinsky in die Gedanken- und Sprachwelt seiner Figuren hineinversetzt. Herrlich, dieses (zynische) Einflechten von Bibelzitaten und die überraschenden Hinweise auf Schoppenhauer. Alltagssprache, Alltagsphilosopie vom Feinsten. "Er ...

Grossartig, wie sich Lewinsky in die Gedanken- und Sprachwelt seiner Figuren hineinversetzt. Herrlich, dieses (zynische) Einflechten von Bibelzitaten und die überraschenden Hinweise auf Schoppenhauer. Alltagssprache, Alltagsphilosopie vom Feinsten. "Er wusste mit Bibelsprüchen zu bestrafen wie ein Staatsanwalt mit Paragraphen". "Je unsicherer jemand ist, desto wichtiger wird ihm seine Würde." Kommt ins Regal meiner Lieblingsbücher.

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