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Rote Kreuze

Roman

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Alexander ist ein junger Mann, dessen Leben brutal entzweigerissen wurde. Tatjana Alexejewna ist über neunzig und immer vergesslicher. Die alte Dame erzählt ihrem neuen Nachbarn ihre Lebensgeschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Nach und nach erkennen die beiden ineinander das eigene gebrochene Herz wieder und schließen eine unerwartete ...
Werbliche Überschrift
Die eine kämpft gegen das Vergessen, der andere möchte nichts lieber als das.

Sasha Filipenko ist eine junge, furchtlose Stimme der russischen Literatur.

Beschreibung
Alexander ist ein junger Mann, dessen Leben brutal entzweigerissen wurde. Tatjana Alexejewna ist über neunzig und immer vergesslicher. Die alte Dame erzählt ihrem neuen Nachbarn ihre Lebensgeschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Nach und nach erkennen die beiden ineinander das eigene gebrochene Herz wieder und schließen eine unerwartete Freundschaft, einen Pakt gegen das Vergessen.

Cover Rote Kreuze
Auf die Merkliste

Veröffentlicht 2020, von Sasha Filipenko bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-07124-5
Auflage: 1. Auflage
288 Seiten
18.4 cm x 11.6 cm

Über Sasha Filipenko

Sasha Filipenko, geboren 1984 in Minsk, ist ein weißrussischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt. Nach einer abgebrochenen klassischen Musikausbildung studierte er Literatur in St. Petersburg und arbeitete als Journalist, Drehbuchautor, Gag-Schreiber für eine Satire-Show und Fernsehmoderator. ›Rote Kreuze‹ ist der erste seiner fünf Romane, der auf Deutsch erscheint. Sasha Filipenko ist leidenschaftlicher Fußballfan und lebt in St. Petersburg.


Über Sasha Filipenko

Über Ruth Altenhofer

Kundenrezensionen

Tara

veröffentlicht am 27.02.2020

„Rote Kreuze“ ist ein sehr eindringlicher Roman des weißrussischen Schriftstellers Sasha Filipenko. Tatjana Alexejewna ist über 90 Jahre, einsam und vergesslich. Alexander ist jung und zieht neben die alte Dame, die das Bedürfnis hat ihre ...

„Rote Kreuze“ ist ein sehr eindringlicher Roman des weißrussischen Schriftstellers Sasha Filipenko. Tatjana Alexejewna ist über 90 Jahre, einsam und vergesslich. Alexander ist jung und zieht neben die alte Dame, die das Bedürfnis hat ihre Lebensgeschichte zu erzählen, bevor zu alles vergisst. Durch ihre Erzählungen erfährt man viel über die russische Geschichte während und nach dem Zweiten Weltkrieg und über Tatjanas Zeit im Straflager. Auch Alexander beginnt über sein Leben und seine Schicksalsschläge zu berichten. Anfangs beginnt die Geschichte sehr lebendig, später wird der Schreibstil eher sachlich, berichtend und fast nüchtern. Die Distanz, die dadurch aufkommt, fand ich fast wohltuend, weil die Erlebnisse von Tatjana sehr bewegend und grausam sind. Die Erzählperspektive wechselt immer wieder zwischen den beiden Protagonisten und um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um Fiktion handelt, sondern um grausame Realität, gibt es immer wieder Aktenvermerke und Notizen, die die Ereignisse noch eindringlicher machen. Das Buch ist bewegend, mitreißend, erschreckend und voller Grausamkeiten, die nicht vergessen werden dürfen. Trotzdem ist es Sasha Filipenko gelungen auch ein wenig Humor einfließen zu lassen. Wer sich für russische Geschichte interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen. Es vermittelt ein Stück Geschichte, über die viel zu wenig gesprochen wird.

HEYN Leserunde Petra Hesse

veröffentlicht am 27.02.2020

Wie schreibt man einen Roman über die menschenverachtende Unterdrückung im Stalinismus? Die gefühlsmäßige Anteilnahme soll nicht dominieren – Kitschgefahr! –, sie soll aber auch nicht programmatisch ausgeschlossen sein wie in wissenschaftlichen ...

Wie schreibt man einen Roman über die menschenverachtende Unterdrückung im Stalinismus? Die gefühlsmäßige Anteilnahme soll nicht dominieren – Kitschgefahr! –, sie soll aber auch nicht programmatisch ausgeschlossen sein wie in wissenschaftlichen Texten. Filipenko wählt eine erzählerische Doppelstrategie: Er konfrontiert einen jungen Ich-Erzähler der postsowjetischen Ära mit einer alten, dement-vergesslichen Nachbarin und Augenzeugin des GULAG. Diese orientiert sich mittels roter Kreuze, die sie im Treppenhaus anbringt; zugleich liefern (reale) Archivmaterialien des Roten Kreuzes einen Schlüssel zum Schicksal ihres kriegsgefangenen Mannes. Auch andere Aspekte der historischen Thematik haben eine wiedererkennbare Entsprechung in der Realität, so unglaublich das auch scheinen mag (Generalverdacht auf Verrat bei überlebenden Kriegsgefangenen, Sippenhaft u. ä.). Das Schicksal des jungen Ich-Erzählers hat hingegen seine individuelle Tragik, die mit der kollektiven kontrastiert und die er seinerseits vergessen möchte. Ähnlichkeit zwischen beiden Fällen schafft andererseits das Aufwachsen eines Kindes ohne Mutter. So pendelt die Lektüre zwischen dem Wiedererkennen kollektiver und dem Entdecken individueller Aspekte des Erzählens, zwischen der Unausweichlichkeit des Erinnerns und der Sehnsucht nach Vergessen, und es bleibt spannend bis zur letzten Seite.

Nil_liest

veröffentlicht am 26.02.2020

Es gibt einige russische Autoren, die mich durch die schiere Seitenzahlen erschlagen, gut und gerne werde da mehr als 1000 Seiten gefüllt. Nun kommt Sasha Filipenkos Roman „Rote Kreuze“ (im Original: „Krasny Krest“/2017) auf Deutsch im Verlagshaus ...

Es gibt einige russische Autoren, die mich durch die schiere Seitenzahlen erschlagen, gut und gerne werde da mehr als 1000 Seiten gefüllt. Nun kommt Sasha Filipenkos Roman „Rote Kreuze“ (im Original: „Krasny Krest“/2017) auf Deutsch im Verlagshaus Diogenes raus und siehe da: Exzellent geht auch auf rund 280 Seiten! Dieser Roman erzählt die Lebensgeschichte der über 90jährigen Tajana Alexejewna, die an Alzheimer erkrankt ist. Sie erzählt ihre Geschichte dem neunen jungen Nachbarn Alexander, der soeben nach Minsk zog, weil er seine Frau verlor und ein Baby bekam. Die beiden nähern sich auf ihre Weise an. Der Kern des Romans ist das grausame Sowjetregime und wie sie mit dem eigenen Volk nach Kriegsende umgegangen sind. Ein perfides Regime -dieser Roman erhebt die Stimme für viele die es nicht mehr können. Mit voller Wucht, aber ohne Pathos, wird einem am Einzelschicksal deutlich gemacht was für eine Maschinerie der Absurdität die Sowjetunion war. Der Roman ist sprachlich toll geschrieben und durchzogen mit vereinzelten Gedichten. Hier zwei Zitate, die den Ton des Romans wunderbar wiedergeben: “Genau wie die Sowjetunion war ich in meiner Hässlichkeit stabil.” (S. 38) oder auch „Alle hatten es schwer, aber wir gewöhnten uns daran, weil die Tragödie zur Norm geworden war.“ (S. 69) Bisher sind vier Romanen von Sasha Filipenko erschienen. Dies ist der erstes ins Deutsche übersetzte und das sehr hervorragend von Ruth Altenhofer. Ich hoffe nun das die anderen 3 auch in Kürze im Diogenes Verlag erscheinen für den deutschsprachigen Raum. Fazit: Für alle die sich kritisch mit der Sowjetunion in literarischer Form auseinandersetzen wollen.

Miro76

veröffentlicht am 23.02.2020

Alexander, liebevoll Sascha genannt, zieht in eine neue Wohnung in Minsk. Er wird mit seiner kleinen Tochter da wohnen - ein ruhiger, etwas trauriger, junger Mann. Seine neue Nachbarin, Tatjana Alexejewna, ist über 90 und an Alzheimer erkrankt. Schon ...

Alexander, liebevoll Sascha genannt, zieht in eine neue Wohnung in Minsk. Er wird mit seiner kleinen Tochter da wohnen - ein ruhiger, etwas trauriger, junger Mann. Seine neue Nachbarin, Tatjana Alexejewna, ist über 90 und an Alzheimer erkrankt. Schon beim ersten Treffen bittet sie ihn eindringlich zum Tee und beginnt ungefragt ihre Geschichte zu erzählen. Anfangs will Sascha sie abwehren. Sie ist ihm lästig. Doch schnell nimmt ihn ihre Geschichte gefangen. Es ist eine Geschichte über die grausame Willkür des Stalinregimes. Eine Geschichte über unnötiges Leid, über Lagererlebnisse und Schuldgefühle, die ein Leben lang währten. Auch Sascha kann sich langsam seiner neuen Nachbarin öffnen und so erfahren wir, dass auch ihm das Schicksal übel mitgespielt hat. Diese auf den ersten Blick so unterschiedlichen Nachbarn verbindet ihr Leid und so entwickelt sich eine Freundschaft in der Hausgemeinschaft, die über Tatjanas Tod hinaus Bestand hat. Sasha Filipenko hat in diesen Roman eine Herzensangelegenheit gepackt. Ihm ist es wichtig, dass die Grauen der Stalinzeit nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn das derzeitige Machtgefüge alles lieber vergessen möchte. Mit journalistischer Akribie hat er Originaldokumente zusammengetragen und in den Roman gepackt. Das verpasst der Geschichte Authentizität, obwohl es manchmal anstrengend zu lesen ist. Auch wenn hier relativ emotionslos erzählt wird, ist "Rote Kreuze" eine äußerst berührende Geschichte. Beide Schicksale hinterlassen ihre Spuren bei den Leser*innen. Es ist eine wichtige Geschichte, um die vielen Leben, die dem Regime zum Opfer gefallen sind, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Und es ist eine interessante Geschichte, die das Bewusstsein auf Transparenz, Demokratie und Freiheit lenkt. All diese Werte, die momentan auch bei uns ins Wanken geraten.

Petris

veröffentlicht am 21.02.2020

Sasha Filipenko, Rote Kreuze Minsk, Weißrussland. Ein Wohnhaus. Alexander, ein junger Vater, hat gerade den Vertrag für eine Wohnung unterschrieben. Da fällt ihm ein rotes Kreuz auf seiner Türe auf. Er wundert sich. Doch schnell gibt es eine ...

Sasha Filipenko, Rote Kreuze Minsk, Weißrussland. Ein Wohnhaus. Alexander, ein junger Vater, hat gerade den Vertrag für eine Wohnung unterschrieben. Da fällt ihm ein rotes Kreuz auf seiner Türe auf. Er wundert sich. Doch schnell gibt es eine Erklärung, sein Nachbarin, Tatjana Alexejewna, über neunzig und an Alzheimer erkrankt, hat die Türe markiert, um ihre eigene Wohnung zu finden. Alexander hat vor kurzer Zeit seine große Liebe verloren, steht alleine da mit einem Baby und muss sich erst neu sortieren. Die aufdringliche alte Nachbarin, die ihn ständig zum Tee einlädt und aus ihrem Leben erzählt, ist ihm am Anfang lästig. Doch nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft und wir erfahren immer mehr aus dem tragischen Leben Tatjanas. Wie so viele wurde sie Opfer des Stalin-Terrors, viele Jahre saß sie im Lager und wusste nicht, was mit ihrem Mann und ihrer Tochter war. Ungläubige Atheistin, die sie war, begann sie im Lager, an Gott zu glauben oder besser gesagt sich ihn auszudenken, um ihn mit all dem Leid, all dem Unrecht, das ihr widerfahren und das sie gesehen hat, im Angesicht des Todes zu konfrontieren. „Aber jetzt, wo in meinem Leben alles vorbei ist … jetzt denkt sich Gott, dieser von mir erdachte Gott, für mich Alzheimer aus, weil er Angst hat! Er hat Angst, mir in die Augen zu schauen! Er will, dass ich alles vergesse.“ S. 197 Doch auch Alexander hat das Leben schwer mitgespielt. Und so freunden sich die beiden an und sind sich vielleicht sogar gegenseitig Stütze. Stellenweise ist nur schwer auszuhalten, was hier erzählt wird, die Willkür des Stalin-Staates war einfach unfassbar, so viele Tote, so viele zerrissene Familien, so viel Leid. Man weiß zwar davon, aber es am Schicksal einer Frau erzählt zu bekommen, macht es nochmal greifbarer und realistischer. Was für ein Unrechtsstaat. Sasha Filipenko erzählt diese Geschichte in unaufgeregter, schlichter Sprache. Er weidet sich nicht an den Grausamkeiten des Regimes oder wie in Alexanders Fall des ungerechten Schicksals, er erzählt einfach, lässt seine Figuren sprechen. Auf alle Fälle hat mich dieser Roman (der erste von vier, der auf Deutsch erschienen ist) auf den weißrussischen Autor, der auf Russisch schreibt, aufmerksam gemacht. Ein hochinteressantes, sehr dramatisches Kapitel der Menschheitsgeschichte verpackt in einen berührenden Roman. Auf alle Fälle ein starkes Debut, das auf interessante weitere Romane hoffen lässt.

miriambrandl

veröffentlicht am 20.02.2020

Sasha Filipenko erzählt die Geschichten von zwei Menschen, die sehr unterschiedlich sind und deren Kontakt nur zufällig entsteht, weil sie Nachbarn sind. Alexander ist nach einem grausamen Schicksalsschlag, mit seiner kleinen Tochter nach Minsk gezogen und ...

Sasha Filipenko erzählt die Geschichten von zwei Menschen, die sehr unterschiedlich sind und deren Kontakt nur zufällig entsteht, weil sie Nachbarn sind. Alexander ist nach einem grausamen Schicksalsschlag, mit seiner kleinen Tochter nach Minsk gezogen und trifft auf Tatjana, die 90ig jährige Nachbarin, die an Alzheimer erkrankt ist. „Weil Gott Angst hat vor mir. Zu viele unbequeme Fragen kommen da auf ihn zu“ (Seite 11) Tatjanas Lebensgeschichte ist ein Stück russische Zeitgeschichte. Sie hat den 2. Weltkrieg und die unglaublichen Schrecken des Stalinregimes überlebt. Diese Zeit und ihre Folgen haben ihr ganzes Leben geprägt. Tatjana steht stellvertretend für zahlreiche Menschen. So werden historische Daten zu berührenden Schicksalen, die noch lange zum Nachdenken anregen. In einem Interview, das auf den letzten Seiten des Buches abgedruckt ist, erklärt Filipenko, dass „der Staat alles tut, damit die Menschen die Grausamkeiten des Sowjetregimes vergessen, und unsere Aufgabe ist es, das nicht zuzulassen“. Es ist eine spannende und erschütternde Geschichte - großartig geschrieben bzw übertragen. So wird Literatur zu einem wichtigen Plädoyer gegen das Vergessen. Absolut lesenswert.

gaby2707

veröffentlicht am 20.02.2020

… damit die Menschen die Grausamkeiten des Sowjetregimes vergessen, und unsere Aufgabe ist es, das nicht zuzulassen.“ Das sagt Autor Sasha Filipenko in einem Interview, das im Anschluss an seine Geschichte hier im Buch abgedruckt ist. Und allein wegen ...

… damit die Menschen die Grausamkeiten des Sowjetregimes vergessen, und unsere Aufgabe ist es, das nicht zuzulassen.“ Das sagt Autor Sasha Filipenko in einem Interview, das im Anschluss an seine Geschichte hier im Buch abgedruckt ist. Und allein wegen dieses Interviews mit seinen detaillierten Hintergrundinformationen ist es dieses Buch wert gelesen zu werden. Über ein dickes rotes Kreuz an der Türe zu seiner neuen Wohnung lernen sich der 30-jährige Alexander, der in Minsk eine neues Leben beginnen will und die 91-jährige Tatjana Alexejwna sich kennen. Tatjana hat die Kreuze aufgemalt, damit sie, bei der erst kürzlich Alzheimer diagnostiziert worden ist, immer wieder, so lange sie noch gehen kann, nachhause findet. Nachdem sie Alexander fast schon in ihre Wohnung genötigt hat, hört er ihr zu, wie sie ihre Lebensgeschichte erzählt. Aber auch er hat es in seinem Leben bisher nicht leicht gehabt… Die vielen Dialoge lassen die Geschichte trotz ihrer Tiefe und teilweisen Grausamkeiten leichter und lockerer erscheinen und die Seiten fliegen nur so dahin. Die Einblicke in das sowjetische Regime und deren grausame Taten haben mich berührt und betroffen gemacht. Wieder einmal kam mir zu Bewusstsein, wie wenig ich eigentlich über die Zeit, die hier behandelt wird, weiß. Über Einiges, das ich hier gelesen habe, war ich einfach nur wütend und schockiert; an anderen Stellen war ich gefesselt von Tatjanas Erzählungen. Gerade was Frauen unverschuldet erdulden mussten. Ihre Kinder wurden ihnen abgenommen und in Heime verbracht, sie selbst in Lager gesteckt - einfach unvorstellbar. Gerne hätte ich auch noch mehr über Alexanders Geschichte erfahren, dessen Leben bis hierher bestimmt ebenso spannend verlaufen ist. Das Thema Alzheimer wird wie zufällig hier eingeflochten. Bevor Tatjana alles vergisst, erzählt sie ihre Geschichte gegen das Vergessen der sowjetischen Geschichte. Die Freundschaft der Beiden, die im Klappentext so angepriesen wird, habe ich beim Lesen etwas anders erlebt. Für mich haben sich hier zwei Menschen gefunden, die in ihren verschiedenen Schicksalen zueinander finden und die sich vor allem austauschen. Aber dieser Austausch alleine hat mir schon sehr gut gefallen. Ein sehr emotionaler, bewegender und auch spannender Roman mit kleinen amüsanten Sequenzen gegen das Vergessen. Ich habe das Buch mit kleinen Einschränkungen sehr gerne gelesen.

HEYN Leserunde Barbara Maria Angerer

veröffentlicht am 19.02.2020

Sasha Filipenko hat sich an ein Kapitel der russischen Geschichte gewagt, die mich aus der Nachkriegsgeneration stammende Leserin aufgewühlt und erschüttert hat. Die Präzision, mit der der junge Autor geschichtliche Fakten mit der Geschichte einer jungen ...

Sasha Filipenko hat sich an ein Kapitel der russischen Geschichte gewagt, die mich aus der Nachkriegsgeneration stammende Leserin aufgewühlt und erschüttert hat. Die Präzision, mit der der junge Autor geschichtliche Fakten mit der Geschichte einer jungen Frau in den Kriegswirren des 2. Weltkrieges vermischt, ist eindringlich, faszinierend und erschütternd. Es gelingt ihm ausgezeichnet, gegen das Vergessen und Verwischen von Gräueltaten anzuschreiben und trifft die alte große Frage nach Gut und Böse. Wer sind wir Menschen, was macht uns aus und womit gehen wir wie um? Ergebnisse der Hirnforschung geben klar Auskunft, wie ein Mensch radikalisiert wird. Wir alle sind und bleiben gefordert, mit Wohlwollen, Respekt und Achten den Menschen in unserer Mitwelt zu begegnen. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Bücher des Autors.

Cynthia

veröffentlicht am 16.02.2020

Dieses Buch handelt von des Repressionen in Zeiten Stalins gegenüber den heimkehrenden Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft während des zweiten Weltkriegs waren und was mit ihren Familien geschah. Ein Thema mit welchem ich mich noch nie vor der Lektüre ...

Dieses Buch handelt von des Repressionen in Zeiten Stalins gegenüber den heimkehrenden Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft während des zweiten Weltkriegs waren und was mit ihren Familien geschah. Ein Thema mit welchem ich mich noch nie vor der Lektüre des Buches beschäftigt hatte und von welchem ich auch noch nie gehört hatte. Deshalb hat es mich direkt gepackt. Verpackt wird dieses historisch hoch brisante Thema in einem Dialog zwischen einer 90 jährigen an Alzheimer leidenden Dame und ihrem neuen jungen Nachbarn, welcher sich am Anfang eher gezwungener Maßen die Geschichte seiner schrulligen Nachbarin anhört, dann aber immer mehr in die Geschichte vordringt und Anteil nimmt. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und das Thema wirklich interessant und zum Nachdenken anregend. Ein empfehlenswertes Buch.

Nele

veröffentlicht am 16.02.2020

Rote Kreuze von Sasha Filipenko ist vom Cover ein typisches Diogenes Buch. Alexander zieht um, seine neue Nachbarin ist Tatjana Alexejewna, eine 91 jährige Russin die an Alzheimer erkrankt ist. Alexander ist beim ersten Zusammentreffen nicht ...

Rote Kreuze von Sasha Filipenko ist vom Cover ein typisches Diogenes Buch. Alexander zieht um, seine neue Nachbarin ist Tatjana Alexejewna, eine 91 jährige Russin die an Alzheimer erkrankt ist. Alexander ist beim ersten Zusammentreffen nicht begeistert von der mitteilungsbedürftigen Nachbarin, will er doch nur seine Ruhe für einen Neuanfang in der neuen Stadt haben. Sie bedrängt ihn quasi zu einem Besuch in ihre Wohnung und beginnt schonungslos ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Hört Alexander am Anfang eher rudimentär zu, so zieht ihn ihre Geschchte sehr schnell in ihren Bann. Langsam nähern sich die beiden Protagonisten an und auch Sasha öffnet sich Tatjana und erzählt seine bewegende Lebensgeschichte. Sasha Filipenko hat mit Rote Kreuze einen gesellschaftlichen Roman mit dem Hintergrund der Sowjetunion in den letzten 100 Jahren geschrieben, der tiefe Einblicke in ein Regime gibt in dem viele grausame Taten geschehen sind, ohne dabei zu sehr ins Rührselige abzudriften. Die roten Kreuze des Titels finden sich mit unterschiedlicher Bedeutung wie ein roter Faden beständig im Buch wieder. Der Schreibstil des Autors ist für das berührende Thema sehr distanziert, was es mir erschwerte eine engere Bindung zu den Protagonisten aufzubauen. Nach der Lektüre des Buches habe ich einiges mir Unbekanntes über die Sowjetunion gelernt und zwei berührende Lebensgeschichten kennen gelernt. Da die nächsten Bücher schon in Planung sind, bin ich schon sehr gespannt welche Themen diese beeinhalten.

Emmmbeee

veröffentlicht am 12.02.2020

Tatjana Alexejewna dachte, sie hätte vor 30 Jahren einen Mann in den Tod geschickt, indem sie ihren eigenen Ehemann aus einer quasi Todesliste löschte. Diese Schuld verfolgte sie in die eigene Verhaftung und ins Straflager hinein. Nun ist sie 90 und ...

Tatjana Alexejewna dachte, sie hätte vor 30 Jahren einen Mann in den Tod geschickt, indem sie ihren eigenen Ehemann aus einer quasi Todesliste löschte. Diese Schuld verfolgte sie in die eigene Verhaftung und ins Straflager hinein. Nun ist sie 90 und alzheimerkrank. Ihre gesamte Familie ist in der Stalinzeit umgekommen. Es gibt vieles, das sie jahrzehntelang gequält hat und das sie jetzt ihrem neuen Wohnungsnachbarn Alexander erzählt. Denn das Langzeitgedächtnis funktioniert noch gut. Ich hätte mir gewünscht, etwas mehr vom jungen Mann und seiner Familie zu erfahren. Doch auch so ist dieser Roman ein wichtiges Zeitzeugnis einer Welt, die uns meist wenig bekannt ist, die Russlands in den Nachkriegsjahren, aber auch ein wenig der heutigen Zeit. Viel Schockierendes wurde bereits von Alexander Solschenizyn aus dem GULAG erzählt. Dieser Bericht ergänzt ihn beinahe nahtlos. Die grosse Tragik des Inhalts besteht darin, dass das Rote Kreuz sich bemüht hat, Nachrichten zu übermitteln und den Gefangenenaustausch voranzutreiben, dass aber Molotow jede Beantwortung der Gesuche verbot. Und dass sich der Staat bis heute bemüht, alle Erinnerungen an die furchtbare Zeit auszulöschen. Der Text ist zwar zügig geschrieben und durchaus ansprechend mit fremdartig klingender Lyrik durchsetzt. Doch die kursiv gesetzten Stellen verleiten zum Querlesen, besonders die angeführten Briefe und Telegramme. Doch ist es ein sehr nahegehender Roman, von Ruth Altenhofer in ein modernes, lebendiges Deutsch übersetzt. Und das ist nicht unwichtig. Auf den letzten Seiten ist ein Interview mit Sasha Filipenko wiedergegeben. Er erklärt, wie er seine Recherchen vorangetrieben hat und wie weit seine eigene Grossmutter als Vorbild und Modell gedient hat. Ein Buch, das all jenen gefallen wird, die sich gern etwas tiefer über die Geschichte Europas begeben.

Maria D?rfler

veröffentlicht am 09.02.2020

Wunderbar, wie zwei Menschen einander ihre traurigen,berührenden, Schicksale in einer zufälligen Begegnung erzählen. Die einfache, klare Sprache (gute Übersetzung!!) trägt noch zur Tiefe des Eindrucks bei. Ich werde allen meinen Enkeln dieses Buch ...

Wunderbar, wie zwei Menschen einander ihre traurigen,berührenden, Schicksale in einer zufälligen Begegnung erzählen. Die einfache, klare Sprache (gute Übersetzung!!) trägt noch zur Tiefe des Eindrucks bei. Ich werde allen meinen Enkeln dieses Buch schenken, damit sie neben der Beschäftigung mit der dunklen Vergangenheit unserer Großeltern auch über die schreckliche Stalinära möglichst viel erfahren und so hoffentlich jede wie immer geartete totalitäre Tendenz erkennen und ihr rechtzeitig entgegentreten können - bevor ein solches Verhalten tötlich wird. Maria Dörfler

HEYN Leserunde Laszlo Zoltan

veröffentlicht am 07.02.2020

Man möchte vergessen, was man nicht versteht. Egal, ob es sich dabei um die grausame systematische Struktur des Stalinismus oder die schicksalhaften Momente von Liebenden handelt. Es lohnt sich in hohem Maße, diesen Roman zu lesen, um nicht zu vergessen.

 

HEYN Leserunde Marianne Schaffer-Schellander

veröffentlicht am 05.02.2020

Filipenko erzählt hautnah und ergreifend das Zusammentreffen zweier Menschen, die unfassbare Schicksalsschläge erleiden mussten und trotzdem weiterleben konnten. Die an Alzheimer leidende, über neunzig jährige Tatjana berichtet ihrem Wohnungsnachbarn ...

Filipenko erzählt hautnah und ergreifend das Zusammentreffen zweier Menschen, die unfassbare Schicksalsschläge erleiden mussten und trotzdem weiterleben konnten. Die an Alzheimer leidende, über neunzig jährige Tatjana berichtet ihrem Wohnungsnachbarn über die unvorstellbar grausamen Quälerereien der Stalinzeit. Dieser muss gerade die Tod seiner jungen Frau verkraften. Beide verstehen einander nur zu gut und es entsteht eine unerwartete Freundschaft. Pflichtlektüre auch für Jugendliche!

h_schellander

veröffentlicht am 05.02.2020

Dieses erste auf Deutsch erscheinende Buch des weißrussschen Autors Sasha Filipenko weckt große Erwartungen auf die Übersetzungen von drei weiteren seiner Romane, die demnächst zu erwarten sind. Dabei legt sich Filipenko die Latte mit „Rote Kreuze“ ...

Dieses erste auf Deutsch erscheinende Buch des weißrussschen Autors Sasha Filipenko weckt große Erwartungen auf die Übersetzungen von drei weiteren seiner Romane, die demnächst zu erwarten sind. Dabei legt sich Filipenko die Latte mit „Rote Kreuze“ selbst sehr hoch. In seiner Doppelbegabung als Journalist und Schrifsteller dokumentiert er präzise ein lange Zeit (und jetzt) wieder unter Verschluss gehaltenes grausames Kapitel des Stalin-Regimes und erzählt mitreißend die Lebenswege zweier leidgeprüfter Menschen aus unterschiedlichen Generationen. Kreuze in unterschiedlichen Bedeutungen, Größen und Farben säumen diese Wege, die sich in einem Haus in Minsk – ja – kreuzen. Zweifelsfrei belegt dieser Roman, dass der Mensch alles andere als die Krone der Schöpfung ist und dass – dem zum Trotz – ein Fünkchen Hoffnung für uns besteht, wenn wir bereit sind, aufeinander zuzugehen. 5 Kreuze, pardon, Sterne.

Grutze Silvia

veröffentlicht am 05.02.2020

Der Roman war für mich leicht zu Lesen und ich war so gefesselt von diesem Buch, aber trotzdem kann ich im Nachklang nicht sagen, welches der beiden beschriebenen Familienschicksale schrecklicher und tragischer war. Die Erzählung der Lebensgeschichte der ...

Der Roman war für mich leicht zu Lesen und ich war so gefesselt von diesem Buch, aber trotzdem kann ich im Nachklang nicht sagen, welches der beiden beschriebenen Familienschicksale schrecklicher und tragischer war. Die Erzählung der Lebensgeschichte der über neunzigjährigen Tatjana Alexejewna mit beginnender Alzheimererkrankung oder die ihres neuen Nachbarn Alexander? Wenn es um Trennung geht, schon schlimm genug, aber wenn dann noch Kinder ins Spiel kommen und Familien unerwartet unmenschlich entzweigerissen werden...umso grausamer. Und mir ist es nicht nur einmal durch den Kopf gegangen wie gut wir es jetzt und hier im Jahr 2020 haben. Meine Großeltern lebten auch in der Zeit des Krieges – meine Eltern wurden in diese Zeit hineingeboren und ich kann es nicht begreifen, dass man solche schrecklichen, brutalen menschenunwürdigen Erlebnisse über einen so langen Zeitraum überhaupt überleben kann. Ich hatte oft Gänsehaut beim Lesen, denn diese bedrückenden Situationen wurden mit einer berührenden für mich sehr emotionalen Leichtigkeit beschrieben. Auch toll fand ich wie Sasha Filipenko seine Erzählung aufgebaut hat und wie er alle Einzelheiten sehr beeindruckend beschrieben hat. Und trotzdem hinterlassen die Worte des Autors eine gewisse Nachdenklichkeit und sehr viele Diskussion-Themen. Auf alle Fälle empfehlenswert.

HEYN Leserunde Erika Liebminger

veröffentlicht am 05.02.2020

Wie erzählt man einem jungen Nachbarn sein Leben wenn man neunzig Jahre alt ist und an Alzheimer leidet? Tatjana Alexejewna versucht es und erzählt von London, wo sie geboren ist, von ihrem Vater, der immer unterwegs war und sie auch nach Moskau ...

Wie erzählt man einem jungen Nachbarn sein Leben wenn man neunzig Jahre alt ist und an Alzheimer leidet? Tatjana Alexejewna versucht es und erzählt von London, wo sie geboren ist, von ihrem Vater, der immer unterwegs war und sie auch nach Moskau zurückgebracht hat, von Schule und Studium und von ihrer Arbeit beim Volkskommisariat für Auswertige Angelegenheiten in Minsk. Sie erzählt auch von den Ängsten um ihren Mann, der in rumänische Gefangenschaft geraten war und von der Angst verhaftet zu werden und von dem Tag, als sie verhaftet wurde und ihr ihre sechsjährige Tochter weggenommen wurde. Von Verhören, Schlägen, brutalen Vergewaltigungen bis zum Zusammenbruch nach einem Versuch sich zu erhängen. Verurteilt zu fünfzehn Jahren. Das Ergreifendste an dem Buch ist die Aussage von Filipenko: jeden Morgen habe er beim Kaffeekochen Dokumente gelesen, die ihm das Blut in den Adern frieren ließen.

Irmgard Mandl

veröffentlicht am 05.02.2020

Der junge Sache und die an Alzheimer erkrankte Tatjana, beide vom Schicksal gezeichnet, sind zufällig Nachbarn. Tatjana kämpft gegen das Vergessen und erzählt Sascha ihre Lebensgeschichte, die gezeichnet ist von den Gräueltaten der Stalinzeit. Alles wurde ...

Der junge Sache und die an Alzheimer erkrankte Tatjana, beide vom Schicksal gezeichnet, sind zufällig Nachbarn. Tatjana kämpft gegen das Vergessen und erzählt Sascha ihre Lebensgeschichte, die gezeichnet ist von den Gräueltaten der Stalinzeit. Alles wurde ihr genommen und trotzdem zeigt sie Mut und Stärke. Auch Sacha kennt den Verlust von geliebten Menschen und beide nähern sich behutsam an. Diese Geschichte ist keine Fiktion, sie basiert auf realen Briefen aus den Archiven des Roten Kreuzes. Eine Pflichtlektüre, die zeigt wie Regime (egal wo) funktionieren und wie menschenverachtend sie agieren. Ein Lehrstück!

Gudrun Gaber

veröffentlicht am 04.02.2020

Rote Kreuze von Sasha Filipenko ist der erste von vier Romanen, der auf Deutsch erscheint und hat zwei Erzählungsstränge: Aktuell 2001: ein alleinerziehender Vater (Sasha, Alexander) der neu in das Wohnhaus zieht, wo Tatjana Alexejewna (Hauptperson im ...

Rote Kreuze von Sasha Filipenko ist der erste von vier Romanen, der auf Deutsch erscheint und hat zwei Erzählungsstränge: Aktuell 2001: ein alleinerziehender Vater (Sasha, Alexander) der neu in das Wohnhaus zieht, wo Tatjana Alexejewna (Hauptperson im Buch) seine 90jährige Nachbarin ist. Und sich zur Orientierung, aufgrund ihrer Alzheimer Erkrankung, rote Kreuze an die Türen im Haus malt, damit sie weiß wo sie zu Hause ist. Aus einer neugierigen Alten und einem uninteressierten Fußballschiedsrichter entwickelt sich eine Vertrautheit in der Tatjana ihre Geschichte seit Ihrer Geburt 1910 in London bis 1955 erzählt, nachdem sie nach 10 jähriger Gefangenschaft im russischen Lager freigekommen ist. Parallel gibt es die Geschichte von Sascha, der seine Frau verloren hat und der der Vergangenheit durch den Umzug nach Minsk davonlaufen will, damit er in Ruhe mit seiner Tochter Lisa leben kann. Ein wirklich gutes Buch, das Emotionen und Gefühle auslöst, die nicht immer schön sind. Teilweise hat es mir körperlich wehgetan und dann gibt es Stellen, wo sich Tatjana dem System entgegenstellt wo man lächeln kann oder es gibt dann solche Sätze … „aber jetzt, wo in meinem (Tatjanas) Leben alles vorbei ist … jetzt denkt sich Gott, dieser von mir erdachte Gott, für mich Alzheimer aus, weil er Angst hat! Er hat Angst, mir in die Augen zu schauen! Er will, dass ich es vergesse. Alzheimer ist die Zerstörung des Weges zu ihm, und mein Alzheimer ist die stärkste Bestätigung, dass er mich fürchtet.“ Und überrascht wird man auf Seite 211 mit DEM Friedenslied von John Lennon. Weitere Musik in diesem Buch ist die Ungarische Rhapsodie von Liszt.

HEYN Leserunde Lieselotte Fieber

veröffentlicht am 04.02.2020

Von 1930 bis 1953 waren in den russischen Lagern mindestens 18 Millionen Menschen inhaftiert und Tatjana kämpft auch gegen dieses Vergessen und ihr neuer Nachbar Alexander möchte den Tod seiner Frau vergessen. Der Roman von Sasha Filipenko hat mich ebenso ...

Von 1930 bis 1953 waren in den russischen Lagern mindestens 18 Millionen Menschen inhaftiert und Tatjana kämpft auch gegen dieses Vergessen und ihr neuer Nachbar Alexander möchte den Tod seiner Frau vergessen. Der Roman von Sasha Filipenko hat mich ebenso zum Lachen, wie auch zum Nachdenken gebracht. Absolut lesenswert!

HEYN Leserunde Renate Pfeiffer

veröffentlicht am 04.02.2020

Berührend und sehr beklemmend, weil man annehmen muss, dass alles wahr ist: die Unberechenbarkeit des Sowjetregimes, der rücksichtslose Umgang mit Menschen, das Zusammenspiel von Willkür und Zufall. Das alles hat auch das Schicksal von Tatjana ...

Berührend und sehr beklemmend, weil man annehmen muss, dass alles wahr ist: die Unberechenbarkeit des Sowjetregimes, der rücksichtslose Umgang mit Menschen, das Zusammenspiel von Willkür und Zufall. Das alles hat auch das Schicksal von Tatjana bestimmt. Gleichzeitig hat mich die behutsame und poetische Schilderung fasziniert, mit der der junge Sascha – und damit wir – allmählich in die Lebensgeschichte seiner 90jährigen Nachbarin eintaucht. Ihr hat man alles genommen, den Mann, die Tochter, die Zukunft, und trotzdem hat sie Mut und Humor bis zuletzt. Eine reale Grundlage sind die Briefe aus dem Archiv des Roten Kreuzes in der Schweiz. In ihrer Fülle etwas mühsam zu lesen, aber notwendig, damit man versteht: das sowjetische Russland lässt lieber seine Kriegsgefangenen im Stich als mit dem feindlichen Westen zusammenzuarbeiten. Ein Kapitel russischer Geschichte des 20. Jahrhunderts, sehr lesenswert!

HEYN Leserunde Ewa Wiercinska

veröffentlicht am 04.02.2020

Sasha Filipenko erzählt die Geschichte einer schicksalshaften Begegnung, zwischen dem jungen Alexander und der alten Dame Tatjana, und der Annäherung zweier Generationen. Das Buch überzeugt nicht nur durch das grausamen Schicksal der gezeichneten Figuren. ...

Sasha Filipenko erzählt die Geschichte einer schicksalshaften Begegnung, zwischen dem jungen Alexander und der alten Dame Tatjana, und der Annäherung zweier Generationen. Das Buch überzeugt nicht nur durch das grausamen Schicksal der gezeichneten Figuren. Es macht das Erzählen von Erinnerung und Vergangenheit transparent als einen dialogischen Prozess, in dem die Erinnerung in ihrer ganzen Vielstimmigkeit Platz hat. Weil sich beide einander in ihrem Anderssein akzeptieren, entsteht eine große Nähe und enge Bindung. „Rote Kreuze“ als Biographie der Angst aus der grausamen Stalin-Zeit und unserer Gegenwart. Angst von den Tieren-Menschen, die das Vergnügen an Folter haben, Angst von der Entmenschlichung, die sich von eine Sekunde auf die andere vollzieht, Angst wenn von dem Unglück nicht übrig bleibt, Angst die Menschlichkeit aufzugeben, Angst vor der Zukunft....... Prädikat: sehr wertvoll, vorgeschlagen als Schulpflichtlektüre

HEYN Leserunde Manfred Angerer

veröffentlicht am 04.02.2020

Die ausgezeichnet verwobene Geschichte eines jungen Mannes, dessen Frau in der Schwangerschaft an Krebs erkrankt und seiner Nachbarin, einer 90 jährigen demenzkranken Frau, die ihre Lebensgeschichte und die von ihr erlebten Gräuel unter der Herrschaft von ...

Die ausgezeichnet verwobene Geschichte eines jungen Mannes, dessen Frau in der Schwangerschaft an Krebs erkrankt und seiner Nachbarin, einer 90 jährigen demenzkranken Frau, die ihre Lebensgeschichte und die von ihr erlebten Gräuel unter der Herrschaft von Stalin in Russland erzählt. Berührend und spannend geschrieben, oft kurze dichte Textsequenzen mit Bildern, die mich dazu gebracht haben, das Buch wegzulegen und dem Gelesenen nachzuspüren. Meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre, auch weil sie den Fokus auf einen Teil der Menschheitsgeschichte lenkt, der ebenso wenig in Vergessenheit geraten sollte, wie die Gräueltaten des Nationalsozialismus oder eines Kommunismus unter Mao Zedong oder….. Bleiben wir kritisch und zeigen Zivilcourage.

Andrée

veröffentlicht am 03.02.2020

Die Willkürlichkeit eines autoritären Regimes wird den medizinischen Möglichkeiten von heute gegenübergestellt. Der Autor versucht, die Macht des Einzelnen Leben zu nehmen und zu geben, zur Diskussion zu stellen. Der Roman lässt eigenen Überlegungen zum ...

Die Willkürlichkeit eines autoritären Regimes wird den medizinischen Möglichkeiten von heute gegenübergestellt. Der Autor versucht, die Macht des Einzelnen Leben zu nehmen und zu geben, zur Diskussion zu stellen. Der Roman lässt eigenen Überlegungen zum Begriff "Gerechtigkeit" viel Spielraum. Spannend zu lesen.

Ingrid Weilharter

veröffentlicht am 01.02.2020

Der Autor beschäftigt sich in seinem Roman mit den schrecklichen Vorgängen des 2.Weltkrieges und der Zeit danach aus der russischen Perspektive. Er verschränkt die biografischen Erzählungen seiner Hauptprotagonistin mit archivierten Zeitdokumenten, um den ...

Der Autor beschäftigt sich in seinem Roman mit den schrecklichen Vorgängen des 2.Weltkrieges und der Zeit danach aus der russischen Perspektive. Er verschränkt die biografischen Erzählungen seiner Hauptprotagonistin mit archivierten Zeitdokumenten, um den Realitätsbezug dieses Schicksals zu untermauern und zu betonen, dass die tragischen Vorgänge jener Zeit auch keine Einzelschicksale betrafen. Der Autor hält uns in seinen historischen Roman vor Augen, wie schnell und aus welch nichtigen Gründen in einem diktatorischen Regime Menschen verurteilt, eingesperrt und "umerzogen" werden. Menschenleben an sich ist kein kostbares Gut, wenn der Mensch nicht nach den vorgegeben Regeln funktioniert, wird er ausgelöscht. Wir kennen diese menschenverachtenden Systeme aus unsere Geschichte und es gibt viele westliche Autoren, die uns die Gräuel des Hitlerregimes mit ihren Romanen notwendigerweise vor Augen halten. Sasha Filipenko zeigt auf, dass die Mechanismen totalitärer Macht immer nach denselben Gesetzmäßigkeiten arbeiten und auf Kosten eines menschenwerten Lebens ausgeführt werden.. Sein Roman ist als Aufforderung an seine Kultur zu verstehen, sich den russischen Gräueln zu stellen. Schon aus diesem Grund ist das Buch so bedeutsam....

HEYN Leserunde Petra Gutsche

veröffentlicht am 30.01.2020

Zwei unglaubliche Lebensgeschichten zweier so unterschiedlicher Personen zusammengefasst in einem brillanten Buch. Kaum angefangen konnte ich das Buch auch nicht mehr weglegen. Zum einen erzählt das Buch die Geschichte von Alexander, der die Liebe seines ...

Zwei unglaubliche Lebensgeschichten zweier so unterschiedlicher Personen zusammengefasst in einem brillanten Buch. Kaum angefangen konnte ich das Buch auch nicht mehr weglegen. Zum einen erzählt das Buch die Geschichte von Alexander, der die Liebe seines Lebens auf tragische Art und Weise verliert und seine neugeborene Tochter mit Hilfe seiner Mutter alleine großziehen muss. Die zweite Geschichte handelt von Tatjana, eine demenzkranke 90 jährige Frau, die Alexander ihre gesamte, bemerkenswerte Lebensgeschichte erzählt. Alexander möchte oft flüchten, Fr. Tatjana Alexejewna nicht zuhören, dennoch schafft sie es immer wieder seine Aufmerksamkeit zu bekommen, umgekehrt ist auch sie an Alexanders Lebensumstände interessiert. So gibt es viele tragisch- traurige Geschichten und Erzählungen von beiden Protagonisten. Das Buch ist superspannend, traurig, mitreißend und emotional zugleich und wirklich sehr empfehlenswert.

HEYN Leserunde Manuela Meierhofer

veröffentlicht am 29.01.2020

Als Alexander in eine neue Wohnung umzieht, lernt er die alte, an Alzheimer erkrankte Tatjana kennen. Sie erzählt ihm ihre Lebensgeschichte. Gekonnt beschreibt Filipenko welche Auswirkungen der stalinistische Terror auf die russische Bevölkerung hat. ...

Als Alexander in eine neue Wohnung umzieht, lernt er die alte, an Alzheimer erkrankte Tatjana kennen. Sie erzählt ihm ihre Lebensgeschichte. Gekonnt beschreibt Filipenko welche Auswirkungen der stalinistische Terror auf die russische Bevölkerung hat. Durch die klare, schnörkellose Sprache kann man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren. Ein Buch, wie ich es gerne mag!

Manfred Kohl

veröffentlicht am 21.01.2020

"Ich finde es gut, wenn ein Buch nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern auch eine Geschichte hat", meint der Autor selbst im Interview. Ich finde das auch und mag Romane mit historischem Hintergrund. Hier schildert Filipenko Stalins ...

"Ich finde es gut, wenn ein Buch nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern auch eine Geschichte hat", meint der Autor selbst im Interview. Ich finde das auch und mag Romane mit historischem Hintergrund. Hier schildert Filipenko Stalins unfassbare Grausamkeiten - gut recherchiert, eindrucksvoll geschrieben. Nur bekommt man manchmal das Gefühl, die Rahmenhandlung ist zu konstruiert. Dennoch: Ein Buch, das Spuren hinterlässt.

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