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Die Hexe von Portobello

Roman

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Kurztext / Annotation
language="ger">Die Heldin des Romans ist eine junge Rumänin, die als Kind von libanesischen Christen adoptiert wurde. Jetzt wohnt sie in London und führt dort das Leben einer modernen, erfolgreichen jungen Frau. Durch das Tanzen entdeckt sie plötzlich übernatürliche Kräfte in sich, die sie zutiefst verstören. Und nicht nur sie.

Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, lebt heute mit seiner Frau Christina Oiticica in Genf. Alle seine Romane (insbesondere Der Alchimist Veronika beschließt zu sterben Elf Minuten Untreue Die Spionin

Textauszug
language="ger">[8] Ursprünglich hatte ich vor, das, was ich gehört hatte, zu einem ganz traditionellen Buch zu verarbeiten, in dem auf der Grundlage von umfangreichen Recherchen eine wahre Geschichte erzählt wird.

Ich habe eine Reihe von Biographien gelesen und dabei eines begriffen: Die Meinung des Autors über die Hauptperson beeinflusst das Ergebnis der Recherche. Da meine Absicht gerade nicht war, zu sagen, was ich denke, sondern zu zeigen, wie die Geschichte der 'Hexe von Portobello' von den Hauptfiguren der Geschichte gesehen wurde, habe ich den ursprünglichen Plan verworfen. Ich fand es besser, einfach nur niederzuschreiben, was mir erzählt wurde.

Heron Ryan, 44 Jahre, Journalist

Niemand zündet ein Licht an und setzt es an einen heimlichen Ort, auch nicht unter einen Scheffel: Licht soll mehr Licht anziehen, die Augen öffnen und die Wunder ringsum zeigen.

Niemand opfert, was ihm am wichtigsten ist: die Liebe.

Niemand gibt seine Träume in die Hände derjenigen, die ihn zerstören könnten.

Ausgenommen Athena.

Lange nach Athenas Tod bat mich ihre ehemalige Meisterin Edda, sie nach Prestopans, eine kleine Stadt in Schottland, zu begleiten. Dort wurde zum letzten Mal ein mittelalterliches Gesetz angewandt, das einen Monat später [9] außer Kraft gesetzt wurde: Die Stadt begnadigte nachträglich offiziell 81 Menschen - und ihre Katzen -, die im 16. und 17. Jahrhundert wegen Hexerei exekutiert worden waren.

Dem Sprecher der Barone von Prestoungrange und Dolphinstoun zufolge waren "die meisten ohne konkrete Beweise, nur aufgrund von Zeugen der Anklage verurteilt worden, die erklärt hatten, die Gegenwart von bösen Geistern gefühlt zu haben".

Es ist müßig, an die Exzesse der Inquisition mit ihren Folterkammern und an die Scheiterhaufen zu erinnern, deren Flammen aus Hass und Rache geboren wurden. Die Stadt und der 14. Baron von Prestoungrange & Dolphinstoun hatten Menschen von Schuld freigesprochen und begnadigt, die brutal exekutiert worden waren. Doch Edda sagte immer wieder, es liege etwas in dieser Geste, das sie nicht akzeptieren könne:

"Wir befinden uns im 21. Jahrhundert, und da maßen sich doch tatsächlich die Nachkommen der wahren Verbrecher, also derjenigen, die damals Unschuldige getötet haben, noch das Recht an, jemanden zu begnadigen beziehungsweise Gnade walten zu lassen. Sie wissen es doch auch, Heron."

Und ob ich es wusste. Eine neue Hexenjagd begann sich abzuzeichnen. Diesmal wurde nicht mit glühenden Eisen gefoltert, sondern mit Ironie und Unterdrückung gearbeitet. Diejenigen, die oft ganz zufällig eine besondere Gabe an sich entdecken und wagen, über diese Gabe zu sprechen, werden zumeist misstrauisch beäugt. Und im Allgemeinen verbieten Ehemann, Ehefrau, Eltern, Kinder, wer auch immer, den Betreffenden, auch nur ein Wort darüber zu verlieren - aus Angst, die Familie der Lächerlichkeit preiszugeben.

[10] Bevor ich Athena kennenlernte, glaubte ich, besondere Gaben einzusetzen, bedeute nur, die Verzweiflung anderer Menschen auszunutzen. Der Dokumentarfilm, den ich in Transsylvanien über Vampire drehen wollte, sollte zeigen, wie leicht man Menschen betrügen kann. Es gibt Aberglauben, Vorstellungen, die, mögen sie auch noch so abwegig sein, trotzdem fortbestehen - und skrupellose Leute nutzen das aus. Als ich das Schloss von Dracula besuchte, das nur aufgebaut worden war, um Touristen das Gefühl zu geben, sie befänden sich an einem besonderen Ort, trat ein Beamter der Regierung auf mich zu. Er ließ durchblicken, dass ich ein ziemlich "bedeutendes" (seine Worte) Geschenk bekäme, falls der Film von der BBC gezeigt würde. Der Beamte war der Meinung, ich leistete damit einen Beitrag zur Verbreitung des Mythos und verdiente es, großzügig dafür belohnt zu werden

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Die Hexe von Portobello
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Veröffentlicht 2013, von Paulo Coelho bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-60260-9
304 Seiten

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