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Seeluft

Ein Fall für Sebastian Fink

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Kurztext / Annotation
Was zählt mehr: Geld oder Natur? Die Wirtschaft oder saubere Luft? Friedrich Dönhoff greift ein brisantes umweltpolitisches Thema auf. Eins, das alle angeht. Sebastian Finks neuer Fall: ein Krimi mit Hafen- und Meeresgeruch.

Friedrich Dönhoff, geboren 1967 in Hamburg, ist in Kenia aufgewachsen. Er studierte Geschichte und Politik, verfasste Biographien und schrieb u.a. den Bestseller Die Welt ist so, wie man sie sieht - Erinnerungen an Marion Dönhoff

Textauszug
[124] 25

Auf der Autobahn hatte er mit Jens telefoniert und ihm von dem mysteriösen Dreieck erzählt, den Geschwistern Henning und Gesa Keilenweger und der Geliebten Isabelle Seidel. Einer der drei log. Oder logen sogar zwei? Henning Keilenweger war über Telefon noch immer nicht erreichbar gewesen, aber Sebastian würde ihn in Bönningstedt schon aufspüren.

Ein leises Rauschen trieb durch die Baumkronen, als er vor dem Gutshaus seinem Wagen entstieg. Er schloss die Autotür leise und hörte ein Klatschen, als wäre jemand in das Schwimmbad gesprungen. Sebastian ging um das Gebäude herum. Am anderen Ende des frisch gemähten Rasens am Rand des Schwimmbeckens stand ein sportlicher Mann in einer roten Badehose, offenbar unschlüssig, ob er hineinspringen sollte. Das musste Henning Keilenweger sein. Die Stimme von Constanze Keilenweger wehte herüber: "Na los, komm rein!"

Henning Keilenweger ging an den oberen Rand des Beckens, beugte sich nach vorn und sprang kopfüber ins Wasser. Seine Mutter schaute auf die Wasseroberfläche. Ihr Kopf drehte sich einmal nach rechts, verharrte einen Moment, drehte sich dann wieder nach links, wo der Schwimmer mit einem lauten Schnaufen auftauchte.

[125] Sebastian hatte plötzlich eine Idee. Auch wenn er nicht wusste, was er konkret suchte, so war die Gelegenheit zu einem schnellen Rundgang durch das Haus günstig, solange Mutter und Sohn im Becken waren. Sebastian schlich hinter den Rhododendronbüschen zur Veranda.

Im Salon roch es immer noch intensiv nach Rosen und Zigarettenauch. In der Ecke stand ein zierlicher Tisch mit einer Kristallvase und einem frischen rosaroten Strauß. Die Familienfotos auf dem Kaminsims, die Sitzgruppe, in der Pia und er der Frau des Hauses die Todesnachricht überbracht hatte - alles wie immer. Nur keine Musik, kein weicher Bass, der leise durch die Räume schwang. Stattdessen Stille. "Hallo!", rief Sebastian sicherheitshalber.

Keine Antwort. Nur gelegentlich ein Juchzen und Plätschern von draußen. Durch die offene Flügeltür ging er ins Esszimmer, an dessen hellblauen Wänden mehrere goldgerahmte Ölbilder mit Jagdszenen hingen. Auf der antiken Kommode stand das Modell eines Containerschiffs, ähnlich jenem, das sich während des Gesprächs mit Frau Seidel auf der Elbe vorbeigeschoben hatte. Das Modell trug den Namen Lena. Auf die Namensaufschrift des echten Frachtschiffs hatte Sebastian nicht geachtet.

Am Ende des Raums befand sich eine weitere Flügeltür. Sebastian öffnete sie. Eine Treppe führte ins obere Stockwerk. Er schaute sicherheitshalber durch die hohen Fenster. Mutter und Sohn alberten vergnügt miteinander herum. Schon erstaunlich: Die Bedrückung über den [126] Tod des Ehemanns und Vaters schien schon verflogen. Trauer war allerdings von Mensch zu Mensch verschieden, jeder reagierte anders.

Sebastian lief lautlos über den dicken Teppich und die Treppe hinauf. Der Gang oben ging in zwei Richtungen. Er trat in das erste Zimmer rechts, ein Schlafzimmer. Das Bett, notdürftig gemacht, schätzte er auf mindestens drei Meter breit und zwei Meter lang, sechs erwachsene Menschen hätten problemlos darin Platz gefunden. Angereiht war ein Ankleidezimmer, in dem alle Schränke geöffnet waren. Auf der einen Seite waren zahlreiche Anzüge, ordentlich aufgehängt, Krawatten, Oberhemden, nach Farben geordnet. Die Kleidung des Toten. Ein Mensch verschwand von dieser Welt, und seine Kleidung blieb zurück.

Er drehte sich um. Hier hingen Kleider, Sommerröcke und mehrere lange Abendkleider. Im Regal Damenschuhe, er schätzte knapp fünfzig. Eigenartig: Einerseits hatte man hier alle Vorrichtungen, um Kleidung ordentlich hinzulegen und aufzuhängen, dennoch wirkte die Ordnung wie sabotiert.

Er verließ die Kleiderkammer. Mitten im Schlafzimmer blieb er plötzlich stehen. Er horchte. Nichts. Aber genau das war es. Seit ein paar Sekunden, vielleicht waren es sogar Mi

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Seeluft
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Veröffentlicht 2013, von Friedrich Dönhoff bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-60285-2
Auflage: 2. Aufl.
Reihe: Sebastian Fink
368 Seiten

Über Friedrich Dönhoff

language="ger">Friedrich Dönhoff, geb. 1967 in Hamburg, ist in Kenia aufgewachsen. Nach seinem Studium der Geschichte und Politik und der Ausbildung zum Drehbuchautor hat er sich als Verfasser von Biographien einen Namen gemacht. Friedrich Dönhoff lebt in Hamburg.


Über Friedrich Dönhoff

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