Menü

Uns gehört die Nacht

Cover Uns gehört die Nacht
E-Book (EPUB) 13,99
weitere Formateab 16,50
E-Book (EPUB)
13,99
inkl. gesetzl. MwSt.
EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!
Click & Collect
Artikel online bestellen und in der Filiale abholen.
Artikel in den Warenkorb legen, zur Kassa gehen und Wunschfiliale auswählen. Lieferung abholen und bequem vor Ort bezahlen.
 
...
Kurztext / Annotation
Als Elise Perez an einem trostlosen Winternachmittag in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennenlernt, ahnt keiner, dass hier und jetzt ihrer beider Schicksal besiegelt wird. Was als obsessive Affäre beginnt, wird zu einer alles verändernden Liebe. Doch Elise ist halb Puerto-Ricanerin, ohne Vater und Schulabschluss aufgewachsen, und Jamey der Erbe einer sagenhaft reichen Familie von Investmentbankern. Wie weit sind sie bereit zu gehen?

Jardine Libaire, geboren 1973 in New York, veröffentlichte Kurzgeschichten im New York Magazine Los Angeles Review of Books Elle

Textauszug
{11} Januar 1986

A lles fängt in Connecticut an.

Elise sitzt auf der Couch und lauscht dem Abendlied der Stadt, Kirchenglocken und Polizeisirenen. Sie neigt ein wenig den schönen schmalen Schädel.

Winter in New Haven: herb, spröde, grau wie Eis, das sich auf Milch bildet.

Robbies Wohnung - und ihre Wohnung, sagt Robbie - ist leer wie ein besetztes Haus, in den Schlafzimmern Matratzen mit dünnen Decken. Die Vorhänge sind rauchvergilbt. An der Kühlschranktür schichten sich Sticker von Radiosendern, Hardcore-Bands und Obst-Aufkleber. Ein einzelnes aufgequollenes Cornf lake liegt in der Spüle.

Wo bei anderen Leuten ein Kruzifix an der Wand hängt, klebt in Elises Zimmer eine ausgerissene Seite aus dem Rolling Stone: Prince in einem dunstigen lavendelfarbenen Paradies.

Elise wohnt seit drei Monaten hier, seit Robbie sie im unverriegelten Pontiac seines Lovers schnarchend auf der Rückbank fand, sie zitterte unter einem struppigen weißen Pelz.

Zuerst dachten sie, sie wäre ein Hund.

"Oh! Euer Auto?", fragte sie mit einem schiefen Lächeln, die Augen klar, keine Drogen.

Als sie ausstieg, war sie größer als die Jungs, einen {12} Rucksack in der Hand wie ein Pendel, und man sah ihr die Angst an. Eine auf elegante Art traurige Ausreißerin in weißen Turnschuhen und mit goldenen Bambusohrringen.

Die Männer entspannten die Fäuste wieder.

Robbie nahm Elise auf, und seitdem sind die beiden wie zwei ungleiche Tiere in einer Fabel - die Giraffe, die der Biene hilft, der Hase, der dem Elefanten das Leben rettet, kleine Abenteuer auf jeder Buchseite.

Die neuen Hausgenossen wurden Freunde, als sie zusammen Makkaroni kochten, in Socken und Schlafanzug zu Michael Jackson tanzten, Limo tranken und nachts im Fernsehen offene Kanäle sahen. Keiner von beiden hatte einen verdammten Schimmer, was sie mit dem Leben machen sollten, außer leben.

Sie sieht aus dem Wohnzimmerfenster. Das Haus ist eine Bruchbude, verrottet bis zur Traufe, die Etagen in billige Wohneinheiten zerteilt. Doch es erträgt seinen Verfall gefasst, beinahe vergnügt, wie ein Grinsen mit Zahnlücke.

Nebenan steht ein weißes Townhouse, in dem zwei Yale-Studenten wohnen. Ein Kronleuchter fängt dort drüben das letzte Licht des Tages ein, wenn alles andere schon im Dunklen liegt. Hier haben reiche Leute gelebt, bevor die Gegend den Bach runterging, und das Haus wirkt fehl am Platz wie eine höhere Tochter, die im Supermarkt an der Kasse sitzt.

Zufällig stehen die Jungs auf der Veranda und rauchen.

Jetzt tut sie es, beschließt Elise, bevor sie es sich anders überlegt. Sie ist immer noch wütend.

{13} Sie zieht den Reißverschluss ihres weißen Kaninchenfellmantels hoch, der knielang ist und einen Vinylgürtel hat, der Name Esther ist mit lila Garn in das fadenscheinige Taftfutter gestickt. (Den Mantel hat sie in einem Greyhound-Bus gegen eine Dose Pringles getauscht, an einem ungewöhnlich warmen Abend im Herbst, während draußen die Fabriken von Elizabeth, New Jersey, in der Dämmerung vorbeiglitten. Die junge Schwarze, der er gehört hat, war zugedröhnt und zufrieden mit dem Tausch, weil sie nicht fror und anscheinend dachte, sie würde nie mehr frieren. Ich hab aber schon ein paar Chips gegessen, witzelte Elise, als sie ihr die Dose gab und den Pelz bekam. Macht nichts, Kleines, hatte die Frau gemurmelt. Alles cool. )

Elise verlässt die Wohnung. Sekunden später kriecht ihr die Nachtluft unter den Saum.

Blicke kreuzen sich. Elise hebt die Hand.

"Hallo, Nachbarin", sagt einer der Studenten zum ersten Mal, seit sie hier wohnt.

"Hallo", antwortet sie.

"Wohin des Wegs?", fragt er, offensichtlich angetrunken.

Sie zieht die Nase hoch und sieht weg. "Bier holen."

Ih

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Uns gehört die Nacht
Auf die Merkliste

Veröffentlicht 2018, von Jardine Libaire bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-60918-9
Auflage: 1. Auflage
464 Seiten

Kundenrezensionen

Viktoria

veröffentlicht am 13.08.2018

Das Cover gefällt mir gar nicht - zumindest war dies mein erster Gedanke. Je länger und öfter ich es ansehe desto sympathischer wird es mir jedoch, die Frau mit den Sommersprossen hat etwas. Der Roman umfasst neunzehn Kapitel mit Monats- und ...

Das Cover gefällt mir gar nicht - zumindest war dies mein erster Gedanke. Je länger und öfter ich es ansehe desto sympathischer wird es mir jedoch, die Frau mit den Sommersprossen hat etwas. Der Roman umfasst neunzehn Kapitel mit Monats- und Jahresangaben. Jedes Kapitel umfasst einen Monat, allerdings gliedert sich jedes auf mehrere kurze Abschnitte auf. Es beginnt im Juni 1987, geht dann zurück ins Jahr 1986 um am Ende wieder in den Juni 1987 zurück zu kommen. Die Hauptfiguren sind Elise und Jamey und ihr Beziehung zueinander als eigenartig zu beschreiben reicht in meinen Augen nicht aus. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig und ich musst mich erst daran gewöhnen denn für mich war dieser eher eigenartig und der Roman selbst sehr schwierig zu lesen. Zwischendurch dachte ich es sei mir vielleicht zu philosophisch aber diesen Gedanken habe ich dann auch wieder verworfen da ich hier letztlich nicht Philosophie erkenne kann. Ich wurde leider bis zum Ende nicht so richtig warm mit dem Buch und den Figuren, es gab mir zu viel hin und her und ich blickte mich ehrlich gesagt nicht so richtig durch, irgendwie konnte ich mich da nicht ganz drauf einlassen und habe mich mehr oder weniger bis zum Ende des Buches durchgequält... Es gab zwischendurch allerdings auch komische Szenen, ich krieg zum Beispiel Elise als 'eine Zwiebelringe essende Pocahontas' nicht mehr aus dem Kopf. Fazit: Diese Roman ist zwar schwierig zu lesen aber trotzdem interessant wodurch ich es auch irgendwie bis zum Ende geschafft habe, ich wollte wissen wie es endet aber für mich waren am Ende mehr Fragen da als Antworten. Ich habe ich mich oft von Kapitel zu Kapitel durchgequält und am Ende bin ich, wie gesagt, eher ratlos zurück geblieben... Ich denke nicht dass ich nochmal etwas von der Autorin Jardine Libaire lesen werde, irgendwie wurde ich mit der Geschichten und dem Schreibstil nicht wirklich warm. Ich finde die Geschichte an sich und auch das Thema und die Zeit interessant aber mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen, irgendwie bin ich da nicht auf der Wellenlänge der Autorin, mich konnte sie mit dieser Geschichte letztlich leider nicht erreichen wodurch ich nur einen Stern für dieses Buch geben kann! Ich hätte ehrlich gesagt deutlich mehr erwartet, die Leseprobe und die Resonanz anderer Leser war so vielversprechend! Mir hat hier irgendwie alles gefehlt, der Zugang zu den Figuren und zur Geschichte, auch von Romantik oder liebevoller Liebe war keine Spur. Für mich war alles nur sehr eigenartig und nicht zugänglich. Ich weiß nicht ob ich mich nur nicht darauf einlassen konnte oder ob es am Buch selbst lag, bisher hatte ich, wie gesagt, nur gutes über 'Uns gehört die Nacht' gelesen und hatte daher auch große Erwartungen. Schade, dass diese nicht erfüllt werden konnten denn ich hatte mich auf das Buch wirklich sehr gefreut. Konnte im Endeffekt aber nicht viel damit anfangen... Ich hoffe andere Leser mache eine bessere Erfahrung mit diesem Buch!


Rezension verfassen
facultas-Newsletter

Aktuelle Neuerscheinungen, Empfehlungen, Angebote und Aktionen