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flüchtig

Roman

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Hubert von Goiserns literarisches Debüt: Ein musikalischer Roman über Liebe, Sehnsucht und das flüchtige Glück.

Maria ist verschwunden. Seit Monaten hat Herwig, mit dem sie seit fast dreißig Jahren verheiratet ist, nichts von ihr gehört. Dass sie ihren Job gekündigt und seinen Volvo mitgenommen hat, lässt zumindest hoffen, dass sie noch am Leben ist. Doch was ist passiert, mit ihrer Ehe, ...
Beschreibung
Hubert von Goiserns literarisches Debüt: Ein musikalischer Roman über Liebe, Sehnsucht und das flüchtige Glück.

Maria ist verschwunden. Seit Monaten hat Herwig, mit dem sie seit fast dreißig Jahren verheiratet ist, nichts von ihr gehört. Dass sie ihren Job gekündigt und seinen Volvo mitgenommen hat, lässt zumindest hoffen, dass sie noch am Leben ist. Doch was ist passiert, mit ihrer Ehe, ihrer Liebe, ihrem gemeinsamen Leben? Hubert Achleitner schickt seine Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise, die sie von den österreichischen Bergen quer durch Europa bis nach Griechenland führt. Und die für beide doch in erster Linie eine hochemotionale Reise in ihr Inneres bedeutet. Ein weiser und sehr musikalischer Roman über Liebe und Sehnsucht, das Schicksal und das flüchtige Glück … „Flüchtig wie die angezupften Töne der Bouzouki waren die Begegnungen mit diesen Menschen. Dennoch hinterließ jeder von ihnen eine Melodie in meinem Herzen, die weiterschwingt.“

Zitate
„Der Roman ist versiert konstruiert, weist einen komplexen Subtext auf und hat eine existentielle Tiefendimension, die nach der Lektüre noch eine Weile nachhallt, und – last but not least – ist das Buch spannend zu lesen.“ Günter Kaindlstorfer, Ö1 Ex libris, 21.06.20

„Eine elegante Erzählung in klaren Worten. Die geschickt verflochtenen Handlungsstränge zwischen Österreich und Griechenland machen sie zum lebensklugen Pageturner.“ Michael Wurmitzer, Der Standard, 14.6.2020

"‘flüchtig‘ ist ein Buch, dass sich einem beim Lesen selbst erzählt. Als säße man mit Menschen zusammen, die einem von sich, von ihren Lieben und ihrem Leiden erzählen – einfach so. … Mit 'flüchtig' ist Hubert Achleitner ein bemerkenswerter Debütroman geglückt.“ Martina Kothe, NDR Kultur, 06.06.20

„Achleitner überzeugt als großartiger Geschichtenerzähler.“ Christian Mückl, Nürnberger Zeitung, 26.05.20

"Eine spannende und leichtfüßige literarische Reise“ Judith Hoffmann, Ö1 Morgenjournal, 25.05.20

"Ein (viel-)stimmiges, sprachlich trittsicheres Roadmovie … Ein weltkluger Roman, der mehr ist als eine flüchtige Lektüre.“ Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 24.05.20

„Ein Roman voller Reisen zu äußeren und inneren Lebenszielen.“ Ö1 Kulturjournal, 25.05.20

"Spätes, aber umso beeindruckenderes Debüt des österreichischen Nicht-nur-Volks-Musikers. ... Ein Buch, das immer in Bewegung bleibt." Musikexpress, 21.05.20

Cover flüchtig
Auf die Merkliste

Veröffentlicht 2020, von Hubert Achleitner bei Zsolnay, Paul

ISBN: 978-3-552-05972-6
Auflage: 3. Auflage
304 Seiten
21 cm x 13.5 cm

Über Hubert Achleitner

Hubert Achleitner, bekannt als Hubert von Goisern, wurde 1952 in Bad Goisern geboren. Er gilt als prononciertester Vertreter der „Neuen Volksmusik“ und Erfinder des sogenannten „Alpenrock“. Seine Interpretation alpenländischer Musik ist stilübergreifend und inspiriert von anderen Kulturen. Die „Linz Europa Tour 2007-2009“ gilt bis heute als eines der größten grenzübergreifenden Musikprojekte unserer Zeit. flüchtig ist sein erster Roman.

Kundenrezensionen

skiaddict7

veröffentlicht am 29.06.2020

„Alles ist flüchtig, aber nicht alles ist gleich flüchtig. Jedes Ereignis hat seine eigene Halbwertszeit. Ich will dir jetzt meine Geschichte erzählen, bevor sie sich zu sehr verflüchtigt. Denn ich schreibe nicht die Ereignisse fest, sondern nur meine ...

„Alles ist flüchtig, aber nicht alles ist gleich flüchtig. Jedes Ereignis hat seine eigene Halbwertszeit. Ich will dir jetzt meine Geschichte erzählen, bevor sie sich zu sehr verflüchtigt. Denn ich schreibe nicht die Ereignisse fest, sondern nur meine Erinnerungen daran.“ Nach fast dreißig Jahren Ehe mit Herwig verschwindet Maria plötzlich. Mit seinem Volvo, dem Großteil des Geldes und ohne einen Abschiedsbrief… Sie möchte Abstand zwischen sich und ihr Leben bringen. Zwischen ihre unerfüllte Ehe, ihren Beruf, ihre Heimat. Nach Jahren des Funktionierens und des Nebeneinanderher Lebens sucht sie ihr eigenes Glück. Sie begibt sich auf eine Reise durch Österreich, und von dort schließlich nach Griechenland, wo sie mehrere Monate hängen bleibt und das Leben neu entdeckt. Hubert Achleitner, bekannt als „Hubert von Goisern“ ist in der österreichischen Volksmusikszene bekannt. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben. Ich war zuvor etwas skeptisch, muss aber nun sagen: Herr Achleitner, wieso haben Sie nicht schon früher mit dem Schreiben begonnen? Ich fand das Buch sehr interessant zu lesen. Diese sympathische österreichische Sprache, der poetische Schreibstil, die festgefahrenen Protagonisten, die zwar alles andere als modern denken, aber einfach das typisch Österreichische verkörpern. Dazu die griechischen Protagonisten, der heilige Berg, und dann das Klettern und Bergsteigen… Alles in allem eine sehr gelungene Kombination. Ich habe das Buch gerne und schnell gelesen, und kann es wirklich weiterempfehlen.

yellowdog

veröffentlicht am 22.06.2020

Der Roman ist für mich in erster Linie ein Porträt einer Frau und ihres Lebensgefühl. Eva Mara Magdalena, Maria genannt wurde 1962 in Österreich geboren. Sie heiratet nach unbeschwerter Kindheit und Jugend Herwig. Sie wünschen sich ein Kind, aber Maria ...

Der Roman ist für mich in erster Linie ein Porträt einer Frau und ihres Lebensgefühl. Eva Mara Magdalena, Maria genannt wurde 1962 in Österreich geboren. Sie heiratet nach unbeschwerter Kindheit und Jugend Herwig. Sie wünschen sich ein Kind, aber Maria kann nicht schwanger werden. Nach 30 Jahren verlässt Maria ihren Man überraschend und geht auf eine Selbstfindungsreise. Erwähnenswert sei aber auch, das Herwig eine intensive Beziehung mit der jungen Nora hat. Das Nora dann schwanger wurde, ist Marias Schmerz. Der Roman wird durch eine gediegene Erzählweise bestimmt, die meiner Meinung nach nur bedingt funktioniert. Zum Beispiel wird ein Teil der Handlung von der Anhalterin Lisa erzählt, die Maria mitgenommen hatte. Doch andere Abschnitte haben mit Lisa nichts zu tun und da fragt man sich, wie das zusammenpasst. Davon abgesehen, passt die Aufteilung der Abschnitte zwischen den Figuren und es gibt immer wieder sehr gelungene Passagen mit hervorragenden Beschreibungen. Deswegen hat mir der Roman überwiegend schon ganz gut gefallen, aber es ist auch noch Luft nach oben.

April1985

veröffentlicht am 10.06.2020

flüchtig von Hubert Achleitner ⭐⭐⭐/5 Sternen Das erwartet euch In flüchtig begleiten wir Maria, welche vor ihrer Ehe mit Herwig, ja eigentlich ihrem ganzen Leben, wegläuft. Eine schicksalshafte SMS auf dem Handy ihres Mannes hat für Maria ...

flüchtig von Hubert Achleitner ⭐⭐⭐/5 Sternen Das erwartet euch In flüchtig begleiten wir Maria, welche vor ihrer Ehe mit Herwig, ja eigentlich ihrem ganzen Leben, wegläuft. Eine schicksalshafte SMS auf dem Handy ihres Mannes hat für Maria ausgereicht um endgültig die Zelte abzubrechen und sang- und klanglos zu verschwinden. Ihre Reise führt sie von Österreich bis nach Griechenland. Dabei findet sie nicht nur sich selbst, sondern trifft auch einige interessante Weggefährten. Natürlich wird auch Herwigs Leben "nach Maria" beleuchtet. Wie es den beiden auf ihrer jeweiligen Reise geht, müsst ihr selber lesen. Es ist auf jeden Fall sehr poetisch, religiös und auch ein klein wenig politisch. Meine Meinung zum Cover In erster Linie wollte ich das Buch des Autors wegen lesen. Spätestens bei diesem verträumten und wunderschönen Cover, hätte ich es mir aber so und so gekauft, auch wenn es jetzt nicht so wahnsinnig viel Aussagekraft hat. zum Schreibstil Was soll ich sagen? Hubert Achleitner kanns einfach! Sein Schreibstil ist ganz wunderbar leichtgängig. Teilweise wird der Autor sehr poetisch, dann driftet er wieder in eine derbe Sprache ab. Ich liebe vorallem den eingestreuten österreichischen Dialekt. Ich habe mich dadurch richtig heimisch beim Lesen gefühlt. Hubert Achleitner geizt auch nicht mit Details. Seine Landschaftsbeschreibungen - seien es die österreichischen Alpen oder die Mönchsklöster Griechenlands - sind wahnsinnig einnehmend und bildhaft. Bei mir stellten sich beim Lesen recht schnell Urlaubsgefühle ein. zur Handlung Ich fand die Thematik unheimlich spannend - eine Frau, die einfach verschwindet ohne jemanden etwas zu sagen. Leider war die Umsetzung dann teilweise zäh. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist Hubert Achleitner sehr detailverliebt. Er verliert sich aber auch in Erzählsträngen, die eigentlich gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Großteils sind dies Gedanken zu Religion und Glaube, die der Autor sehr ausschweifend beschreibt. Das sollte man vor Beginn der Lektüre vielleicht wissen, da das einach nicht jedermanns Sache ist. Für mich ging durch diese philosophischen Ergüsse einfach die Spannung verloren, wobei Spannung wahrscheinlich ohnehin das falsche Wort für diesen Roman ist. Das Buch beschreibt einfach das Leben der Bankangestellten Maria und von Musiklehrer Herwig, der in gewisser Weise genauso vor seiner Ehe flüchtet wie seine Frau. zu den Charakteren Tja, die Protagonisten sind wirklich sehr speziell und sicher auf anhieb keine Sympathieträger. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich deren Werte und Moralvorstellungen gutheiße. Ich finde allerdings, dass sich sowohl Maria, als auch Herwig zum positiven entwickeln. So wie sich die Geschichte Zeit lässt, lassen sich auch die Protagonisten Zeit ihre positiven Seiten hervor zu kehren. Und eines muss man Maria und Herwig auch lassen: Durch ihre unperfekte Art heben sich die Beiden von der Masse ab und bleiben einem im Gedächtnis! Fazit flüchtig ist ein sehr philosophischer und musikalischer Roman. Wen wunderts, ist der Autor niemand anderer als Hubert von Goisern. Neben der Hauptgeschichte werden viele kleine Nebengeschichten aus der Vergangenheit der Haupt- aber auch der Nebencharaktere eingestreut. Trotz des wirklich schönen Schreibstils war mir das Buch dadurch an manchen Stellen zu langatmig. Die Hauptgeschichte selbst hat mir aber sehr gut gefallen. Wer gerne emotionale und tiefgründige Geschichten liest, ist mit dieser Lektüre sicher bestens bedient.

c rasser

veröffentlicht am 01.06.2020

Verschwunden Was ich bis jetzt nicht wusste - bei dem Autor handelt es sich um Hubert von Goisern. Das macht für mich das Buch noch einmal mehr zu etwas besonderem und ich muss sagen, ich bin insbesondere auf Grund des emotionalen Tiefgangs sehr ...

Verschwunden Was ich bis jetzt nicht wusste - bei dem Autor handelt es sich um Hubert von Goisern. Das macht für mich das Buch noch einmal mehr zu etwas besonderem und ich muss sagen, ich bin insbesondere auf Grund des emotionalen Tiefgangs sehr überrascht. Wo ist Maria? Job gekündigt und Auto weg - das würde zumindest darauf hindeuten, dass sie am Leben ist und einen Plan hat. Dennoch hat sie ohne ein Wort ihren Ehemann zurück gelassen. Warum? Was ist passiert? Kann ihr Mann die Freiheit nutzen? Monate später bekommt er einen Brief von Maria, in dem sie versucht zu erklären und erzählt, was passiert ist. Man verfolgt die Reise bis nach Griechenland und wird auf ein kleines Abenteuer mit emotionalem Tiefgang mitgenommen. Der Schreibstil ist der Wahnsinn - die Sätze haben so einen Tiefgang, und die Charakterisierung der Protagonisten ist absolut gelungen. Selten bekommt man so rundum vollendete Charaktere in einem Roman. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung.

Cynthia

veröffentlicht am 30.05.2020

Maria ist über 50 und lebt mit ihrem Mann in Österreich. Sie haben sich vor Jahrzehnten kennengelernt und leben irgendwie nur noch nebeneinander her. Auch in ihrem Job bei der Bank fühlt sich Maria gefangen und die erhoffte Beförderung bleibt auch aus. ...

Maria ist über 50 und lebt mit ihrem Mann in Österreich. Sie haben sich vor Jahrzehnten kennengelernt und leben irgendwie nur noch nebeneinander her. Auch in ihrem Job bei der Bank fühlt sich Maria gefangen und die erhoffte Beförderung bleibt auch aus. Eines Tages entdeckt Maria durch Zufall, dass ihr Mann Wig eine Geliebte hat. In diesem Moment beschließt Maria ihr Leben zu ändern und fängt direkt damit an. Sie kündigt ihren Job, nimmt sich den Volvo von Wig und fährt Richtung Süden. Auf dieser Reise lernt sie Lisa kennen und hat zum ersten Mal seit langen wieder ein Gefühl von Glück. Ich kannte den Autor noch nicht vorher als Musiker, aber ich finde seinen ersten Roman gelungen. Er hat mich in das Leben von Maria mitgenommen und mit ihr auf eine spannende Reise.

Nele

veröffentlicht am 30.05.2020

Mit dem Buch "flüchtig" trifft der Leser auf den Autor Hubert Achleitner, seit Jahren als Musiker Hubert von Goisern bekannt, was für mich beim Lesen des Klappentextes für eine Überraschung sorgte. Maria ist weg, einfach ...

Mit dem Buch "flüchtig" trifft der Leser auf den Autor Hubert Achleitner, seit Jahren als Musiker Hubert von Goisern bekannt, was für mich beim Lesen des Klappentextes für eine Überraschung sorgte. Maria ist weg, einfach verschwunden. Herwig versteht die Welt nicht mehr. Maria, mit der er doch so lange vermeintlich glücklich verheiratet ist. Sie hat ihr Leben mit Herwig satt und flüchtet, gleichzeitig macht sie sich aber auch auf die Suche nach sich Selbst. Nur kurz begleitet der Leser die Flucht von Maria, es legt sich das Augenmerk auf den zurückbleibenden Ehemann. Eingebettet wird dies alles in poetische Sprache und mit Klängen untermalt, dennoch alles immer ein wenig flüchtig. Der Titel passt wirklich perfekt zum Inhalt der Geschichte. In allen Zeilen merkt man, hier schreibt jemand, der sich seit Jahren mit Texten und dem Leben auseinandersetzt, der es schafft in den Text die Melodien verschiedenster Künstler geschickt unterzubringen, der die Seele schwingen lassen kann. Dennoch ist es kein Buch, welches nach Leben ruft, sondern auch nachdenklich macht. Was ist das Leben, was sucht die Seele? Ich hatte mit "flüchtig" einige angenehme Lesestunden.

Marie aus E.

veröffentlicht am 30.05.2020

Maria lebt so vor sich hin, im Beruf als Bankmitarbeiterin wird sie bei einer Beförderung übergangen und die große Liebe hat sich im Laufe der Zeit verflüchtigt. Als sie eher durch Zufall das Handy ihres Mannes überprüft, löst sich ihre innerliche ...

Maria lebt so vor sich hin, im Beruf als Bankmitarbeiterin wird sie bei einer Beförderung übergangen und die große Liebe hat sich im Laufe der Zeit verflüchtigt. Als sie eher durch Zufall das Handy ihres Mannes überprüft, löst sich ihre innerliche Starre und sie hat genug, sie fährt einfach davon. Mit Bezügen zur Musik ist der Roman aber trotzdem auch ohne den Bezug gut lesbar, es gibt keinerlei Dominanz diesbezüglich. Insgesamt ein eher leises Buch, sehr schön zu lesen, aber eben auch wie der Buchtitel schon verspricht: flüchtig. Wirklich nachhaltig berührt hat mich keines der geschilderten Schicksale, auch zu keinem der Charaktere konnte ich einen Bezug aufbauen. Die vielen männlichen Nebenfiguren haben mich etwas irritiert, ja, irgendwie hat sich der Kreis schon immer geschlossen, aber so richtig bereichernd für die Handlung empfand ich das nicht. Insgesamt ein angenehm zu lesender Roman, nicht uninteressant, aber auch nicht so, dass er mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Petris

veröffentlicht am 25.05.2020

Hubert Achleitner, als Musiker und Künstler bekannt als Hubert von Goisern, hat uns in seiner Musik schon viele schöne, poetische Texte beschert. Dass er nicht nur mit Musik umgehen kann, sondern auch mit Sprache, ist daher bekannt, doch einen Songtext zu ...

Hubert Achleitner, als Musiker und Künstler bekannt als Hubert von Goisern, hat uns in seiner Musik schon viele schöne, poetische Texte beschert. Dass er nicht nur mit Musik umgehen kann, sondern auch mit Sprache, ist daher bekannt, doch einen Songtext zu schreiben, sei er auch noch so gelungen, ist etwas ganz Anderes als einen Roman zu schreiben. Ich mag Hubert von Goiserns Musik sehr, auch seine kritische Einstellung, seinen Mut Neues auszuprobieren und ganz frei Genres zu vermischen. Deshalb war ich recht sicher, dass mir auch ein Roman aus der Feder Hubert Achleitners gefallen würde. Und so war es dann auch. Ich bin von der ersten Seite an eingetaucht in diese Geschichte, ich mochte, seine Art zu erzählen, wie er zwischen Dialogen und der Perspektive eines allwissenden Erzählers hin- und herspringt, der Rhythmus stimmte, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und freute mich über jeden neuen Puzzleteil, der das Gesamtbild vervollständigte. Und ich liebte den Soundtrack, den der Autor uns zur Geschichte liefert, vielseitig wie Hubert Achleitner auch als Musiker ist, reicht dieser von den Naturtönen der Samen über Don Giovanni bis hin zu Nina Hagen. Der Autor hat hier einen ganzen Kosmos von Charakteren geschaffen, alle mit ihren guten und schlechten Seiten, ihren Ecken und Kanten. Man merkt ihm bei jeder Silbe die Sympathie zu seinen Personen an, wahrscheinlich spiegelt das sein Menschenbild wieder, jemand der sich Menschen interessiert ansieht, ohne zu verurteilen und generell an das Positive im Menschen glaubt. Das Wort „flüchtig“ hat gleich mehrere Bedeutungen, und beide passen zu diesem Roman. Da ist einmal das Leben, das flüchtig ist, die Dinge, die wir für wichtig erachten, die nur flüchtig sind und an Bedeutung verlieren können und natürlich kann auch eine Person flüchtig sein. Damit beginnt die Geschichte, Maria haut nach 30 Ehejahren einfach ab, kündigt ihren Job, räumt die Konten leer und sagt niemandem Bescheid. Monatelang bleibt sie verschollen, ihr Mann Herwig bleibt ziemlich ratlos zurück. Und anstatt ihm damit die Freiheit zu geben, eine Zukunft mit seiner jungen Geliebten Nora anzufangen, entfernt dieser Zustand ihn von Nora. Monate später bekommt er einen Brief von Maria, in dem sie versucht zu erklären und erzählt, was passiert ist. Wir Leser*innen wissen allerdings lange nicht, was denn darin steht. Nach und nach erfahren wir in Rückblicken, in Ausschnitten aus Marias Reise nach Griechenland und indem wir Herwig begleiten, was passiert ist. Das bleibt jede Sekunde spannend, Hubert Achleitner verliert nie den Faden, jeder einzelne Charakter, der eine Rolle in der Geschichte spielt ist genau und liebevoll gezeichnet. Wie zum Beispiel Herwigs Vater, auch einer der „flüchtig“ ist, abgehauen aus dem betreuten Wohnen und der spät noch ein zweites Glück findet, anders als man denkt. Ich habe jeden Moment des Lesens genossen, fand das Ende einfach perfekt und war richtig traurig als ich es zuschlug. Definitiv ein weiteres Lieblingsbuch 2020, das ich bald noch einmal lesen und wärmstens weiterempfehlen und –schenken werde!

Norma Kolb

veröffentlicht am 25.05.2020

Die außerordentliche Musikalität des Hubert von Goisern ist mir genau vor einem Vierteljahrhundert aufgefallen. Kein Wunder, dass ich in seinem Romandebüt nun alles wiederfinde, was schon damals meine „Heiligtümer“ waren. Die Koloraturkunst von ...

Die außerordentliche Musikalität des Hubert von Goisern ist mir genau vor einem Vierteljahrhundert aufgefallen. Kein Wunder, dass ich in seinem Romandebüt nun alles wiederfinde, was schon damals meine „Heiligtümer“ waren. Die Koloraturkunst von Edita Gruberova zum Beispiel, Dvoraks Sinfonie Aus der neuen Welt oder André Heller, dessen Liederlyrik ich so sehr liebte. So vieles und noch viel mehr steckt in diesem Roman, jenseits der eigentlichen Handlung. Maria und Herwig sind fast dreißig Jahre verheiratet. Sie haben sich in jeweils ihrem eigenen Leben arrangiert, ohne spürbares Interesse aneinander. Als Maria jedoch von einem Tag auf den anderen ohne jegliche Erklärung verschwindet und unauffindbar bleibt, kommt Bewegung in Herwig. Es beginnt eine Reise quer durch Europa bis nach Griechenland, hin zu flüchtigen Begegnungen mit Menschen, mit flüchtigen Gedanken über sich selbst und das Leben und flüchtigen Gefühlen der Sehnsucht und Erfüllung. Dieser Roman ist reich und vielschichtig wie eine Matroschka. Manchmal verliert sich der Autor regelrecht im Erzählen von Geschichten, die weitere Geschichten enthalten, im Berichten von vergangenen Leben von vergangenen Menschen. Manchmal treibt der Erzähler mit seinen Geschichten so weit ab vom chronologischen roten Faden, als wäre Maria schon längst verloren gegangen. Und wenige Seiten später landet der Autor wieder im zeitgerechten Erzählstrang, und Marie übernimmt wieder weiter ihre Rolle, nüchtern, kühl, wissbegierig, mit tief versteckten Sehnsüchten. Man muss sich als Leser genauso treiben lassen wie der Autor, dann entwickelt das Buch seinen ganz besonderen Reiz. Wurde schon einmal so differenziert die Inbetriebnahme eines Plattenspielers beschrieben und das geradezu zeremonielle Hören einer Vinylplatte mit seinem mystischen Zauber des Klanges? Wurde schon einmal so atmosphärisch dicht, so sehnsuchtsvoll in seiner lichtdurchfluteten Einfachheit das ursprüngliche touristenferne Griechenland beschrieben? Und wo findet man eine Heiligengeschichte genauso neben politischen Stellungnahmen und spitzen Randbemerkungen? Ein kluges, ein vielschichtig durchkomponiertes, ein poetisches Buch. Ein Buch zum Wiederlesen.

Miro76

veröffentlicht am 23.05.2020

Flüchtig kann so vieles sein. Ein Augenblick, ein Sonnenstrahl, ein Lächeln, die Verliebtheit in den Anfangstagen, der Glaube, Halt und Sicherheit. Bei Maria hat sich das meiste verflüchtigt und so schließt sie die Tür hinter 30 Ehejahren und fährt ...

Flüchtig kann so vieles sein. Ein Augenblick, ein Sonnenstrahl, ein Lächeln, die Verliebtheit in den Anfangstagen, der Glaube, Halt und Sicherheit. Bei Maria hat sich das meiste verflüchtigt und so schließt sie die Tür hinter 30 Ehejahren und fährt nach Süden. Sie hat kein klares Ziel vor Augen, sie verflüchtigt sich einfach. Zumindest für Herwig, denn er weiß nicht wie ihm geschieht, oder besser, was mit Maria geschehen ist. Hubert Achleitner erzählt uns diese Geschichte nicht chronologisch. Alles beginnt und endet mit einem Brief von Maria und dazwischen dürfen wir allmählich ihre Geschichten und ihre gemeinsame Geschichte kennenlernen. Marias Geschichte beginnt schon recht abenteuerlich, denn sie ist über dem Karstein zur Welt gekommen. Während einer stürmischen Winternacht in einer Seilbahngondel. Aber auch Herwig hat eine bewegende Familiengeschichte und wir dürfen hier auch Nebencharaktere besser kennenlernen. In gekonnter Fabuliermanier führt uns der Autor von einem zum anderen und langsam bekommt alles ein Gesicht. Seine Figuren sind gefordert sich ihrem Innenleben zu stellen und gehen schlussendlich alle auf Reisen. Vielleicht um einen neuen Blick auf sich selbst zu bekommen. Immer wieder konfrontiert uns der Autor auch mit seiner Sicht zum Glauben. Nicht unbedingt an einen Gott der Katholiken, aber an etwas Größeres. So hat es Hubert Achleitner in einem Interview formuliert: "Mir sind Leute suspekt, die sich selbst für das Ende der Fahnenstange halten. Das führt zu Überschätzung und Maßlosigkeit und des mog i ned." Von seinen Figuren steht keiner am Ende der Fahnenstange. Sie alle haben Ecken und Kanten und sind sich ihrer Schwächen bewusst. Doch sie alle sind äußerst liebevoll gezeichnet und auf ihre Weise liebenswert. Stilistisch gibt es an diesem Debüt ebenfalls nicht auszusetzen. Der Autor zeigt auch in der Belletristik sein kreatives Talent, was er als Musiker längst bewiesen hat. Und natürlich fliesst eine Menge Musik in seinen Text ein. Ich empfehle unbedingt auch den Soundtrack zu genießen. Spätestens nach der Lektüre, denn dann wirkt die Geschichte noch etwas nach. Für mich war dieses Buch ein Genuss. Ich mochte die Reise, auf die mich der Autor mitgenommen hat und wünsche mir dringend, ihn auch daraus lesen zu hören!

begine

veröffentlicht am 23.05.2020

„flüchtig“ ist der erste Roman von Hubert Achleitner. Er hat sich bis jetzt mit Volksmusik und Alpenrock befasst. Sein Roman ist im Erzählstil gehalten. Im Anfang geht es um Marias Kindheit und Erwachsenwerden. Sie trifft den Lehrer Herwig und ...

„flüchtig“ ist der erste Roman von Hubert Achleitner. Er hat sich bis jetzt mit Volksmusik und Alpenrock befasst. Sein Roman ist im Erzählstil gehalten. Im Anfang geht es um Marias Kindheit und Erwachsenwerden. Sie trifft den Lehrer Herwig und weil ein Kind unterwegs ist, heiraten sie. Die Beiden sind aber so grundverschieden, das sie nicht glücklich macht. Alles was Herwig macht, mag Maria nicht und umgekehrt ist es genauso. Dann verschwindet Maria. Herwig ist ein Lehrer, der Drogen nimmt, das gefällt mir nicht- Er ist inzwischen 60 Jahre alt und immer noch nicht schlauer. Sonst liest sich die Familiengeschichte ganz gut. Die Schicksale der Familien ist interessant. Die Frauen der Familie, gehen verloren oder sterben eher wie Männer. Mir hat der Roman gut gefallen und wenn man sich an den Stil gewöhnt hat ist es unterhaltsam.

Emmmbeee

veröffentlicht am 22.05.2020

Eine Frau mit dem umfangreichen und bedeutungsschweren Vornamen Eva Maria Magdalena ist von einem Tag auf den anderen verschwunden. Einfach auf und davon. Ihr Mann Herwig, kurz Wig genannt, sucht sie überall, obwohl er über ihre Abwesenheit eigentlich ...

Eine Frau mit dem umfangreichen und bedeutungsschweren Vornamen Eva Maria Magdalena ist von einem Tag auf den anderen verschwunden. Einfach auf und davon. Ihr Mann Herwig, kurz Wig genannt, sucht sie überall, obwohl er über ihre Abwesenheit eigentlich erleichtert sein sollte, wird er doch mit 60 zum ersten Mal Vater. Doch seine Freundin lässt ihn im Ungewissen, ob er es wirklich ist. Maria indessen hat sich in Wigs Volvo auf den Weg Richtung Süden gemacht. Zusammen mit der Autostopperin Lisa (zugleich Erzählerin an Achleitners Stelle) kommt sie bis nach Griechenland. Der Leser erfährt abwechselnd, wie es Maria und Wig ergeht und von ihrer Liebe, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Der Autor schildert mit einem grösseren Wortschatz, als man normalerweise in Romanen antrifft, eine örtliche und seelische Odyssee von zwei Menschen, die eigentlich füreinander bestimmt sind. Achleitner arbeitet mit der Sprache, als sei sie frisch aufgebrochener Boden, fruchtbar und offen für alle Möglichkeiten. Literarisch unverbraucht, originell in den Wendungen und Wortbildern, kraftvoll, urwüchsig. Hubert Achleitner schöpft sprachlich aus dem Vollen. Und es kommt mir wie bedächtiges Schreiten durch die Handlung vor. Keine künstlichen Konstruktionen, sondern alles folgerichtig. So finde ich jedenfalls. Besonders gefiel mir die Geschichte vom Joik, dieser ganz persönlichen Melodie für die samischen Neugeborenen. Als Hubert von Goisern bekannt, ist der Autor mit der Musik natürlich auf Du und Du. So sind auch die anderen musikalischen Einstreuungen sehr stimmig und feinfühlig ausgewählt, sie sind eins mit dem Geschehen. Über den Inhalt und den sprachlichen Ausdruck hinaus ist mir aufgefallen, dass der Text sehr sorgfältig korrigiert worden ist. Da findet sich kein einziger Fehler, kein Versehen bei der Eingabe. Ich hoffe, dass «flüchtig» nicht Hubert Achleitners einziges Buch bleibt.

Tara

veröffentlicht am 21.05.2020

„flüchtig“ ist das Debüt des österreichischen Autors Hubert Achleitner, der unter seinem Künstlernamen Hubert von Goisern als Musiker mit Alpenrock bekannt geworden ist. Die Handlung beginnt aus der Perspektive von Lisa. Lisa ist eine Freundin von ...

„flüchtig“ ist das Debüt des österreichischen Autors Hubert Achleitner, der unter seinem Künstlernamen Hubert von Goisern als Musiker mit Alpenrock bekannt geworden ist. Die Handlung beginnt aus der Perspektive von Lisa. Lisa ist eine Freundin von Maria und hat einen Brief für Herwig, den Mann von Maria. Die beiden sind seit fast dreißig Jahren verheiratet. Dann kündigt Maria ihren Job und verschwindet ohne jede weitere Erklärung mit Herwigs Auto und einem großen Teil des gemeinsamen Geldes. Herwig und Maria sind sehr verschieden und geheiratet hatten sie, weil Maria schwanger war. Inzwischen hatten sie sich auseinandergelebt, aber jetzt, da Maria weg ist, vermisst Herwig sie. Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine Reise, die einmal quer durch Europa geht. Es findet aber nicht nur eine räumliche Reise statt, sondern auch eine emotionale Reise, eine Reise direkt in das Innere der Protagonisten, die immer wieder an ihre Grenzen gelangen. Neben den beiden Protagonisten lernt man eine Menge weiterer Charaktere kennen. Jeder wird in sich stimmig beschrieben, aber ich hätte nicht jeden davon für die eigentliche Handlung benötigt. Der Schreibstil von Hubert Achleitner ist ruhig, unaufgeregt, warmherzig und angenehm zu lesen. Seine Verbindung zur Musik kommt immer wieder durch. Der Titel ist treffend gewählt. Flüchtig sind die Begegnungen mit dem Menschen, mit dem Glück und mit der Liebe. Mein Fazit: Ein lohnenswerter Roman, für den man ein wenig Ruhe mitbringen sollte.

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