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All das zu verlieren

Roman

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»Die neue Stimme der französischen Literatur.« ZEITmagazin

Kann man sich zu seinem Glück zwingen? Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani erzählt von der Zerrissenheit einer Frau und schafft eine »moderne Madame Bovary« (Libération).
Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser ...
Beschreibung

»Die neue Stimme der französischen Literatur.« ZEITmagazin



Kann man sich zu seinem Glück zwingen? Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani erzählt von der Zerrissenheit einer Frau und schafft eine »moderne Madame Bovary« (Libération).


Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Familie verlieren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel.





Zitate
»Leïla Slimani wird zu Recht gefeiert, denn sie hat einen ganz eigenen Sound, der so dynamisch ist, dass einem ganz schwindelig wird.«

Cover All das zu verlieren
Auf die Merkliste

Veröffentlicht 2019, von Leïla Slimani bei Luchterhand, Gallimard

ISBN: 978-3-630-87553-8
Auflage: Deutsche Erstausgabe
224 Seiten
21.5 cm x 13.5 cm

Kundenrezensionen

Jutta Usenbenz

veröffentlicht am 12.08.2019

Zum Buch: Adèle ist Mitte dreißig, verheiratet und Mutter einen kleinen Jungen. Sie lebt in einer schönen Wohnung in einem guten Viertel, in der Nähe von Montmatre, in Paris. Ihr Mann ist Chirurg, erfolgreich und nicht arm. Eigentlich hätte ...

Zum Buch: Adèle ist Mitte dreißig, verheiratet und Mutter einen kleinen Jungen. Sie lebt in einer schönen Wohnung in einem guten Viertel, in der Nähe von Montmatre, in Paris. Ihr Mann ist Chirurg, erfolgreich und nicht arm. Eigentlich hätte Adèle ein schönes Leben, wäre da nicht ihre Unzufriedenheit. Meine Meinung: Das Buch wirbt als Frauen roman. Die Frau, Adèle, steht mitten im Leben, hat es eigentlich für getroffen. Ein Job, einen Mann, ein Kind, Wohlstand, alles was sie sich immer wünschte und dennoch ist so unzufrieden. Hasst ihr Leben, ihren Mann, das Mutterdasein. So sehr das sie andauernd fremdgeht. Aber sie hat keine Affaire, nein, sie geht mit wildfremden Männern mit, schläft mit ihnen, hasst sich dafür. Was für ein krankes Thema, Frauen die so Leben wollen, sollen das gerne tun, aber bitte ohne Familie. Das einzige was mir hier gefiel, das es mal die Frau ist ukd nicht immer der Mann. Die Thematik wäre ganz interesant, wäre es kein französischer Roman gewesen. Mit den Franzosen habe ich einfach meine Probleme, ich komme mit dem Stil nicht zurecht. Es ist überkandidelt, es ist zu gewollt und konnte mich daher nicht erreichen.

Nil_liest

veröffentlicht am 02.08.2019

Macron, derzeitiger Präsident der Grand Nation Frankreich, hat die Schriftstellerin Leïla Slimani zu seiner Botschafterin der Frankofonie auserkoren. Dann hat sie noch mit ihrem zweiten Roman den Prix Goncourt abgeräumt. Spricht für diese Frau, ...

Macron, derzeitiger Präsident der Grand Nation Frankreich, hat die Schriftstellerin Leïla Slimani zu seiner Botschafterin der Frankofonie auserkoren. Dann hat sie noch mit ihrem zweiten Roman den Prix Goncourt abgeräumt. Spricht für diese Frau, marokkanischer Herkunft, geboren 1981 in Rabat, die in Paris studierte. Und nicht nur das, als Verfechterin der Gleichberechtigung tritt sie öffentlich meinungsstark auf. Ihr Debüt ist, im Original bereits 2015, nun auch auf Deutsch erschienen mit dem Titel „All das zu verlieren“. Diesen Roman kann man mit diesem Vorwissen kaum unbedarft in die Hand nehmen. Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Die Protagonistin, eine Pariser Journalistin, versucht ihre innere Leere mit Sex zu füllen. Zudem ist sie verheiratet und hat einen Sohn im Kleinkindalter. Sie plagt nun erwischt zu werden und hat eben Angst „all das zu verlieren“. Nun kann man sich natürlich die naheliegende Fragen stellen warum Madame sich nicht scheiden lässt in einer modernen Gesellschaft wie Frankreich. Aber das ist zu kurz gegriffen, denn aus meiner Sicht will die Autorin mittels dieser drastischen Konstellation und einer sehr plastischen Sucht das gängige Glücksmodell in Frage stellen und fordert den Leser heraus: Macht jeden die Ehe mit Kindern gleichermaßen glücklich? Die herkömmliche Norm wird ausgehebelt. Natürlich provoziert die maghrebinische Autorin auch in dem das Thema Fremdgehen/Ehebruch seitens einer Frau im Fokus steht. Der Roman war ein Bestseller in Marokko und führe zu hitzigen Debatten. Eine weitere Ebene der Auseinandersetzung im lokalen kulturellen Kontext. Hervorragend übersetzt von Amelie Thoma, liest sich dieses sehr französische Werk trotz teils harter Kost sehr gut. Nur sollte der Leser darauf eingestellt sein, dass es auch verstörende Passgen gibt. In der Härte liegt zugleich auch sprachlich die Stärke des Romans. Selten finde ich ein solch emotional aufgeladenes Thema so nüchtern und zugleich poetisch in Szene gesetzt. Leïla Slimani kann wunderbar schreiben. Mir fällt in der Tat keine andere so moderne wie richtungsweisende Schriftsteller*in ein, die Frankofonie-Botschafter*in sein sollte! Fazit: Lesen und wirken lassen. Nicht bewerten.

anushka

veröffentlicht am 22.07.2019

Adéle ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Sie als Journalistin und er als Chirurg können sich eine Wohnung in einem schicken Pariser Viertel leisten und noch so manch andere Annehmlichkeit. Aber Adéle ist nicht glücklich. Ihr Job ödet sie an, ...

Adéle ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Sie als Journalistin und er als Chirurg können sich eine Wohnung in einem schicken Pariser Viertel leisten und noch so manch andere Annehmlichkeit. Aber Adéle ist nicht glücklich. Ihr Job ödet sie an, eigentlich wollte sie nie arbeiten müssen. Sie führt dieses Leben nur, weil es sich eben so gehört, man das in ihrem Alter und in ihrem Umfeld so macht. Ob sie ihren Mann liebt? Unklar. Dafür trifft sich Adéle mit anderen und oft fremden Männern um mitunter ziemlich harten Sex zu haben. Doch auch das kann die Leere im Inneren nicht fühlen und Adéle begibt sich in eine Spirale, die alles zu zerstören droht. Den ersten Roman der Autorin habe ich sehr begeistert gelesen. In "Dann schlaf auch du" verarbeitete die Autorin einen realen Fall und öffnete die Augen für eine ganze Gruppe prekär Angestellter in der heutigen Zeit und im heutigen Umfeld aufstrebender Städter mit Oberschichten-Lebensstil. Bei "Alles zu verlieren" geht meiner Meinung nach dieser gesellschaftliche Blick ein wenig verloren. Wie sehr das Geschehen ganze Gruppen betrifft, bleibt schwer abschätzbar. Sicherlich fügen sich auch hier viele in einen Stereotyp eines Lebens, den sie eigentlich gar nicht mögen. Aber eigentlich geht es mehr um Adéles egoistische Triebe und ihre pathologische Langeweile. Mag sein, dass man sie auch als Suchtkranke betrachten kann, denn schließlich beobachtet der Leser ihre stetige Suche nach einem immer stärkeren Kick, für den sie zunehmend Risiken in Kauf nimmt und schließlich Gefahr läuft, alles zu verlieren. Doch es ist beim Lesen schon ziemlich hart, das Ganze mit "anzusehen". Diverse sexuelle Eskapaden werden doch recht detailliert beschrieben und Adéle kann ihrem Leben so wenig Positives abgewinnen, dass es schwer ist, Sympathie für sie zu entwickeln. Ihre Anbahnungen werden immer plumper und man hat beinahe schon Fremdschämmomente. Was mich am meisten irritert hat, ist Adéles plötzlicher Wandel. Lange Zeit wirkt sie sehr selbstermächtigt, selbstbewusst und zielstrebig, wenn auch nicht beruflich, so dennoch, was ihre eigenen Wünsche angeht. Doch plötzlich, obwohl für die Entwicklung dankbar, wirkt sie passiv, unterwürfig und versteht sich plötzlich selbst als Opfer; ein Opfer ihrer Sucht. Jegliche Selbstinitiative und Selbstermächtigung sind verschwunden. Unbestritten finde ich, dass die Autorin einen ansprechenden und anspruchsvollen Schreibstil hat, der diese zumeist deprimierende Geschichte sehr literarisch transportiert. Doch die Geschichte selbst hat in meinen Augen eher weniger Substanz und weniger gesellschaftliche Relevanz, sodass sie letztlich bei mir nicht langfristig verfangen hat und ich den teils recht expliziten Beschreibungen und einer unsympathischen Protagonistin nur widerwillig gefolgt bin.

Ele95

veröffentlicht am 15.07.2019

All das zu verlieren, Roman von Leila Slimani, 224 Seiten, erschienen im Luchterhand Verlag Roman über eine Arztfrau die sich in ihrer Sexsucht verliert. Adele schön, gutaussehend, stilvoll könnte eigentlich mit ihrem Leben zufrieden sein. Sie hat einen ...

All das zu verlieren, Roman von Leila Slimani, 224 Seiten, erschienen im Luchterhand Verlag Roman über eine Arztfrau die sich in ihrer Sexsucht verliert. Adele schön, gutaussehend, stilvoll könnte eigentlich mit ihrem Leben zufrieden sein. Sie hat einen kleinen Sohn Lucien, der ihr lästig ist. Ihr Mann ist Chirurg, sie leben in einem angesehenen Pariser Viertel, in der Nähe von Montmatre. Sei reisen viel, er beschenkt sie. Nebenbei arbeitet sie als Journalistin bei einer Pariser Tageszeitung. Sie ist trotz allem nicht mit ihrem Leben zufrieden. Und obwohl sie weiß, dass sie alles verlieren könnte gibt sie sich wildfremden Männern hin. Es ist wie eine Sucht. Ich bin wirklich ratlos über dieses Buch. Ich verstehe die Protagonistin nicht, ich verstehe auch nicht was die Autorin mit dieser Geschichte ausdrücken will. Das Buch hat mich absolut nicht erreicht. Eher fühle ich mich immer wieder vom Verhalten der Protagonistin angewidert, die kultivierte schöne Frau hat es nicht nötig sich, von zum Teil von sogar sehr abstoßenden Männern, so erniedrigend benutzen zu lassen. Obwohl immer wieder Szenen aus ihrer Kindheit und Jugend beschrieben werden, konnte ich für ihre Promiskuität keine Ursache finden. Ihr Mann kann ihr seine Liebe nicht so richtig zeigen, trotzdem stößt er sie nicht von sich. Die Szenen sind unpornografisch dargestellt. Mich hat das Buch traurig gestimmt. Selbst die Spannung ist hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Das Ende wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Der Vergleich mit der „Bovary“ hält bei mir nicht stand, die einzige Parallele konnte ich nur durch die Gegebenheit erkennen, dass es sich bei beiden um Arztfrauen handelt die sexsüchtig sind. Es fehlt in dieser Erzählung einfach an Tragik und auch an Romantik. Auch hätte man aus den Figuren mehr herausholen können. Weil es sich um kurze Kapitel und eine niedrige Seitenzahl handelt, hatte ich das Buch an einem Tag ausgelesen. Da ich vor einiger Zeit schon ein Buch von Slimani gelesen habe, welches mir gefallen hat. (Dann schlaf auch du) Bin ich überhaupt erst auf diesen Band aufmerksam geworden. Es hat sich nicht gelohnt.

StefanieFreigericht

veröffentlicht am 19.06.2019

Adèle hat als Journalistin Vorteile: Sie kann nach Bedarf Gründe angeben, nicht daheim zu sein. Nach Bedarf für ihre Bedürfnisse: um Sex zu haben, Sex mit ihrem Chef, Kollegen, Unbekannten. Ihr Mann Richard bekommt Ausreden. Sie bekommt oft nicht das, was ...

Adèle hat als Journalistin Vorteile: Sie kann nach Bedarf Gründe angeben, nicht daheim zu sein. Nach Bedarf für ihre Bedürfnisse: um Sex zu haben, Sex mit ihrem Chef, Kollegen, Unbekannten. Ihr Mann Richard bekommt Ausreden. Sie bekommt oft nicht das, was sie sucht. Nicht neu genug, nicht hart genug, nicht brutal genug. Also ist der nächste Mann fällig. Oft stösst sie die Menschen um sich herum zurück, benimmt sie sich wie eine schmollende Dreijährige in der Trotzphase, die sich im Badezimmer einschließt, als es zu einer Einladung geht, dort die anderen Frauen ignoriert, aber den Gastgeber bedrängt. Dann, an anderer Stelle, scheint sie gefallen zu wollen: S. 18 "Ich lade euch ein", verkündet Adèle, deren Konto überzogen ist und der noch nie ein Kollege auch nur ein Glas spendiert hat." Sie lebt den Widerspruch: "Adèle mag ihren Beruf nicht. Sie hasst die Vorstellung, dass sie arbeiten muss, um davon zu leben." S. 15 aber: "Ihr Mann verdient gut. ... Adèle ist eine verwöhnte Frau, und ihr Mann ist stolz darauf, wie unabhängig sie ist." S. 16. Was sie wirklich will? "Adèle könnte nicht sagen, wo im Knäuel ihrer Gefühle sich die Liebe zu ihrem Sohn verbirgt. Irgendwo zwischen der Panik, ihn anderen anvertrauen zu müssen, der Gereiztheit, wenn sie ihn anzieht, der Erschöpfung, wenn sie seinen störrischen Buggy eine Steigung hochschiebt." S 34 Dann genießt sie das Kuscheln mit ihrem Sohn. Doch was, wenn sie eines Tages auffliegt? Ich habe diesen verstörenden und soghaften Roman in einem Rutsch gelesen, von den Sprachbildern ist er genial. Inhaltlich bin ich gerade arg überfordert. Schulfrage: Was wollte uns die Autorin sagen? KEINE AHNUNG. Wir sind alle allein? Wir sind alle abhängig oder coabhängig? Es gibt keine wahre Liebe, nur Kontrolle und Abhängigkeit? Wir sind immer auf der Suche, unzufrieden, oft heimlich, nur lebt das kaum jemand so konsequent aus? Ich habe mich zwischendurch gezwungen, mir eine Vertauschung der Rollen vorzustellen. Richard schläft herum. Dann hätte es wahrschleinlich Sexismusvorwürfe gehagelt, Sprüche über Altherrenphantasien, auch von mir. Andererseits, das hier ist hauptsächlich selbstzerstörerisch. Warum? Weil ein nackter Mann als bedrohlich empfunden wird, die Leute sich über eine nackte Frau im Park jedoch freuen? Nun, Sex ohne Kondom, mit Fremden, mit dem Bedürfnis, Gewalt zu erfahren, werde ich weiterhin als fragwürdig empfinden. Was wird zu den Gründen gesagt? Nichts. Es wird Anorexie angedeutet, mindestens eine Vernachlässigung als Kind durch die Mutter, ein seltsames Bild. Das ist mir zu einfach. In einer ZDF-Vorabendserie wäre die Lösung, dass Adèle als Kind missbraucht wurde, "am Besten" (! sic) innerhalb der Familie. Die Sprüche ihrer Mutter sind ausreichend seltsam. "Ich war's, die ihr gesagt hat, sie soll mal ein bisschen anziehender sein, aufreizend." S. 87 Geht es um Macht durch Manipulation? Darum, sich nur irgendwie zu spüren, statt ritzen oder Drogen? Geht es darum, dass Frauen das auch dürfen? Ehrlich gesagt, wäre mir Promiskuität recht schnurz (die Menschen können fast alles tun, solange es nicht zu Pflicht für alle wird) - aber diese Selbstzerstörung ist eine andere Sache. Soghaft zu lesen, verstörend, es bleibt die Frage, warum dieser Text. Und was machen wir jetzt damit? Sprachlich 5 Sterne, wie auch ihr anderer Roman „Dann schlaf auch du“. Den hatte ich mit 4 Sternen bewertet. Das hier ist für mich inhaltlich deutlich schwächer, also 3 ½ Sterne. Kein Wohlfühlbuch, aber ideal für eine Leserunde.

skiaddict7

veröffentlicht am 06.06.2019

„Unzufriedene Menschen zerstören alles um sich herum.“ (S. 205) Adele Robinson ist eine Journalistin, welche mit ihrem erfolgreichen Ehemann und ihrem dreijährigen Sohn in einem teuren Pariser Viertel lebt. Sie scheint alles zu haben, was man sich ...

„Unzufriedene Menschen zerstören alles um sich herum.“ (S. 205) Adele Robinson ist eine Journalistin, welche mit ihrem erfolgreichen Ehemann und ihrem dreijährigen Sohn in einem teuren Pariser Viertel lebt. Sie scheint alles zu haben, was man sich wünschen könnte – Schönheit, Reichtum, Liebe, Familie – wieso ist sie nicht glücklich? Wie kann man unzufrieden sein, wenn man scheinbar alles hat? Adele lebt ein geheimes (Zweit-)Leben, denn unter anderem scheint sie ein unstillbares Verlangen nach Sex mit verschiedenen, vorwiegend fremden Männern zu haben. Sei es mit ihrem Chef, fremden Männern bei einer Dinner Party, in einer Galerie, etc. Sie ist bereit, alles für ihre Lust aufs Spiel zu setzen… Ich mag französische Autoren, und ich hatte schon sehr viel über Leila Slimani gehört. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, das Buch war angenehm zu lesen. Slimani hat sich einem interessanten Thema angenommen, der Sexsucht bei Frauen. Ich fand ihre Herangehensweise interessant, aber leider hat die Geschichte insgesamt keine klare Aussage. Was genau will die Autorin mit der Handlung rüberbringen? Was will sie dem Leser mitgeben? Teils gibt es Aussagen und Passagen, welche zum Nachdenken anregen, doch das ganze wird von vielen, teils grotesken Sexszenen überschattet und endet in einem Cliffhanger, der für den Leser jedes Ende offen lässt. Insgesamt enttäuschend.

Emmmbeee

veröffentlicht am 05.05.2019

Um das Leben, das Adèle führt, würden viele Frauen sie beneiden: ein verlässlicher Mann, Wohlstand, eine seriöse Umgebung, ein interessanter Beruf, dem sie trotz Kind nachgehen kann. Und doch fehlt ihr das Entscheidende, etwas, das sie erfüllt. So ...

Um das Leben, das Adèle führt, würden viele Frauen sie beneiden: ein verlässlicher Mann, Wohlstand, eine seriöse Umgebung, ein interessanter Beruf, dem sie trotz Kind nachgehen kann. Und doch fehlt ihr das Entscheidende, etwas, das sie erfüllt. So versucht sie, diese innere Leere mit vielen Seitensprüngen, teils abenteuerlichster Art, zu übertünchen. Dabei ist ihr sehr wohl bewusst, was sie an der Sicherheit ihrer Ehe hat. Sie liebt ihren Mann Richard und kehrt jeden Abend nach Hause zurück, nur um aufs Neue vom allzu ruhigen Fahrwasser ihrer Ehe auszubrechen. Dabei geht es ihr nicht um den eigenen Orgasmus, sondern um Situationen, in denen sie sich ausgeliefert fühlen und passiv bleiben darf. Sie sucht den Schwindel, das Vulgäre, will schwach sein dürfen, hat aber gleichzeitig Angst vor dem Fall und Sehnsucht nach dem nächsten. Zitat: "Sie ist euphorisch, wie Betrüger es sind, die man noch nicht entlarvt hat. Voller Dankbarkeit, geliebt zu werden, und starr vor Angst bei der Vorstellung, all das zu verlieren." Auf den letzten 50 Seiten ist die Situation aus Richards Sicht dargestellt. Das ist ein kleiner Bruch, der aber einen positiven Kontrast herstellt. Slimani beschreibt eine der vielen Facetten, aus denen Menschen bestehen können. In kurzen Kapiteln führt sie straff durch die Handlung, hin und wieder ist ein klärender Rückblick eingestreut. Der Roman ist in einem ruhigen, unaufgeregten Stil gehalten und entwickelt von der ersten Seite an einen starken Sog. Plastisch, farbig, lebendig schildert die Autorin, was alles in einem Menschen vorgehen kann. In Adèles Getriebenheit wird sich der eine oder andere Leser erkennen, denn mit ihrem Problem steht sie nicht allein. Im Grund ist sie sehr zu bedauern, aber die Lesersympathien werden wohl eher auf Richards Seite sein. Ein Buch für alle, die sich nicht scheuen, einen Blick in die ungeahnten Tiefen der menschlichen Psyche zu wagen.

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