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Cocktail-Leichen

Kriminalgeschichten - geschüttelt und gerührt

Cover Cocktail-Leichen
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Kurztext / Annotation
Hochprozentig und höchstgefährlich!

Cocktails wirken inspirierend: Philip Marlowe trank Gimlet, James Bond am liebsten Wodka Martini, und viele Leser und Schriftsteller tun es ihnen nach. Ob Gin Tonic oder Daiquiri - 30 Krimiautoren haben den Shaker kräftig geschüttelt und spannende Geschichten gemixt. Immer steht ein bestimmter Drink im Mittelpunkt, und meist wird er mit einem tödlichen Schirmchen serviert ...

Lassen Sie sich zu einer Margarita mit einem weichen, eleganten Tequila verführen. Probieren Sie einen Witwenkuss, den French 76 und den berüchtigten Ladykiller. Oder darf's ein Long Island Iced Tea sein? Vorsicht, der kann es in sich haben! Denn: Auf die richtige Mischung kommt es an. Zu jeder Story gibt es ein Cocktailrezept zum Nachmixen.

Die Autoren: Jean Bagnol, Christiane Franke, Brigitte Glaser, Peter Godazgar, Carsten Sebastian Henn, Karr & Wehner, Christian Klier, Tessa Korber, Ralf Kramp, Tatjana Kruse, Cornelia Kuhnert, Judith Merchant, Petra Nacke, Elmar Tannert und viele andere mehr.


'Was ich habe, ist Charakter in meinem Gesicht. Es hat mich eine Masse langer Nächte und Drinks gekostet, das hinzukriegen.'
(Humphrey Bogart)

Thomas Kastura
... geboren 1966 in Bamberg, lebt ebendort und arbeitet seit 1996 als Autor für den Bayerischen Rundfunk. Er veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Kriminalromane, u. a. 'Der vierte Mörder' (Platz 1 auf der KrimiWelt-Bestenliste). Thomas Kastura besitzt keine Kellerbar, dafür aber ein Kellerbüro, in dem er sich bei einem 'Gin Fizz' haarsträubende Fälle ausdenkt. 2013 erschien die Whisky-Anthologie 'Scotch as Scotch can' beim KBV-Verlag.

Textauszug
Kein Blut auf dem Sand

C ORNELIA K UHNERT

D a klappert etwas. Das Geräusch kommt direkt aus dem Erdgeschoss. Jetzt knirscht es. Nein, es ist eher ein Schaben - Metall auf Holz. Mein Herz wummert. Ich drücke mich fest in die Matratze und denke mich ganz weit weg - wie als Kind, wenn sich die Eltern laut im Wohnzimmer gestritten haben. Nun ist es wieder still. Ich atme ganz langsam aus. Der Sturm ruckelt an den Fensterläden. Für heute und morgen ist starker Nordwind angekündigt. Der soll über Nacht noch zunehmen. Ich kuschle mich ins Bett und ziehe mir die Decke bis unters Kinn. Alles ist gut. Es ist der Wind, das himmlische Kind.

Nichts ist gut. Jetzt klappert es wieder. Das Geräusch kommt unten von der Eingangstür. Hebelt da etwa jemand die Tür auf? Verdammt, warum bin ich nicht nach Klanxbüll gefahren. Jetzt sitze ich in der Falle.

Die Einbruchsserie hat in den letzten Wochen alle beschäftigt, nicht nur die Zeitungen. Immer wieder bricht eine Bande nachts in Häuser ein, räumt wertvolle Sachen raus und geht brutal zur Sache. Ein Rentner in Keitum hat sich zur Wehr gesetzt. Zwei Wochen lag er im Koma, letzte Woche ist er gestorben, und Mittwoch haben alle im Zug darüber geredet.

"Kein Wunder, dass diese Banden auf die Insel kommen", hat Silke gesagt, eine resolute Frau um die vierzig. Sie arbeitet im Supermarkt an der Fleischtheke und pendelt genau wie ich jeden Tag von Klanxbüll nach Westerland. "Ganze Orte verkommen zu Geisterstädten", hat sie laut geschimpft.

Recht hat sie. Das ist doch nicht normal, was auf Sylt vor sich geht. Erst kaufen die reichen Säcke die Häuser. Zu horrenden Preisen, die sich kein Einheimischer leisten kann, und dann stehen sie leer. Nach dem Umbau, versteht sich. Hamburger fliegen ja noch mal übers Wochenende ein, aber Düsseldorfer und Konsorten kommen nur kurz im Sommer vorbei. Zum Angeben mit ihrer effektiven Geldanlage. Effektive Geldanlage. Den Begriff habe ich aufgeschnappt, als Doktor Sturm mit einem Interessenten eins seiner Objekte besichtigte. Doktor Sturm. Der Mann, der viel Wind macht.

Das Klappern wird lauter. Ich habe Angst. Verzweifelt sehe ich mich im Zimmer um. Zum Glück ist der Vollmond auf meiner Seite. Sein milchiges Licht fällt auf die schwere Kristallvase neben der Kommode. Ein Baseballschläger wäre mir zwar lieber, aber so muss es auch gehen. Leise stehe ich auf, schnappe mir das Kristallungetüm und schleiche Richtung Tür. Und warte.

Schritte auf der Treppe. Diese Typen geben sich nicht mal Mühe leise zu sein. Wozu auch? Alle Häuser in dieser Straße stehen leer, im Februar kommt keiner hierher. Schon gar nicht bei dem schlechtem Wetter der letzten Wochen: Regen, Wind, manchmal sogar Schnee.

Und mit mir rechnet sowieso keiner. Ich bin unsichtbar - niemand soll mich sehen. Das ist der Deal. Hat sich aber heute anders ergeben. Echt, ich mach das nur ganz selten, dass ich abends nicht mit dem Zug zurückfahre. Seit einem Jahr muss ich nämlich pendeln - weil ich mir eine Mietwohnung auf der Insel nicht mehr leisten kann. Schöne Scheiße. Ich will aber keinen Job in Itzehoe oder Husum, ich brauche das Inselklima, die Seeluft, das Rauschen des Meeres, das Kreischen der Möwen, Ebbe und Flut ... und natürlich Krischan.

Mein Krischan. Bald wird Krischan Dörte verlassen, das weiß ich. Die Trennung liegt quasi in der Luft - dann wird es mit uns beiden nicht nur was Festes, sondern auch was Offizielles. Krischan ist ganz verrückt nach mir. Als Dörte heute zum Doppelkopfspielen zu ihren Eltern gegangen ist, kam er gleich zu mir. Stante pede.

Ich hab das Wohnzimmer von Hausnummer zwölf extra für unser Treffen hergerichtet. Das mache ich immer, damit Krischan in Stimmung kommt. Kuschelmusik, gedämpftes Licht und jedes Mal einen besonderen Cocktail. Dieses Mal: Blood and Sand. Mit den Farben vom Blut und Sand der Stierka

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Cocktail-Leichen
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Veröffentlicht 2016, von Thomas Kastura bei KBV

ISBN: 978-3-95441-306-5
Reihe: KBV Krimi
300 Seiten

Über Thomas Kastura

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