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Mörderischer Gardasee

11 Krimis und 136 Freizeittipps

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Kurztext / Annotation
Am Gardasee blühen Zitronen, aber auch Verbrechen aller Art. Elf Krimiautoren haben rund um den Lieblingssee vieler Italien-Urlauber gemordet, gestohlen, betrogen - und sich verliebt. Was hat 'Die Zeugin' an einem Pool in Torbole bemerkt, das besser geheim geblieben wäre? Wie süß kann ein Auftragsmord in Salò werden, wenn Täter und Opfer beide Eiscreme mögen? Jede Geschichte spielt in einer anderen Ortschaft oder Region und enthält zahlreiche Tipps fürs Dolce Vita.

Thomas Kastura, geboren 1966 in Bamberg, lebt ebendort mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Er studierte Germanistik und Geschichte und arbeitet seit 1996 als Autor für den Bayerischen Rundfunk. Kastura schrieb zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher, Kriminalromane sowie Thriller und zählt inzwischen zu den bedeutendsten deutschen Krimi-Autoren. 2017 wurde er mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Der Gardasee ist seine alte, ewig junge Liebe seit Kindertagen. www.thomaskastura.de

Textauszug
Sabine Fink

Der Schnüffler
und die verlorene Tochter

Limone

Wenn ich mich auf dieses Niveau herabließe, würde ich vermutlich irgendwann auf Öl stoßen.

Es kostet mich wirklich Überwindung, nicht die Melodie des 50er-Jahre-Schlagers "Am blauen Gardasee" zu summen, nur weil das Gewässer zwischen den Tunneln am linken Fahrbahnrand immer wieder auftaucht.

Woher zum Teufel kenne ich die Schnulze eigentlich?

Der Wohnwagen vor mir kriecht die schmale Straße am Westufer des Sees entlang. Ich brauche dringend Ablenkung. Vor meinem geistigen Auge erscheint eine Kneipe am Alter Markt, in der ich mir ein Kölsch als Belohnung für einen in neuer Rekordzeit gelösten Fall gönne. Den nächsten Klienten, der meine investigativen Fähigkeiten dringend benötigt, schon am Telefon, versteht sich.

Ich seufze inbrünstig.

"Wir sind gleich da, Darling", informiert mich Georgina und rückt ihre schlanken Glieder im Sitz zurecht.

Ich gebe lediglich ein unbestimmtes Brummen von mir.

Den Verkehr auf der Strecke zähfließend zu nennen, käme einer Untertreibung gleich, denn anstatt sechs, sind wir nun schon fast acht Stunden unterwegs. Am Morgen sind wir im mittelfränkischen Langenzenn aufgebrochen, nachdem wir einer herzlichen Einladung vom Tod gefolgt waren. Er ist ein wirklich netter Kerl, mit dem ich mal auf der Kirchweih des beschaulichen Städtchens einen Mord aufgeklärt habe.

Ich unterdrücke ein Gähnen und erlaube mir, die A3 zu vermissen, auf der ich mit meinem BMW ein Dauerabo auf die linke Spur habe.

Gemächlich tuckert das Gespann durch den nächsten Tunnel.

Ungezählte weiße Tupfen aller Arten von Segeln heben sich malerisch vom blauen Seewasser ab.

Am blauen Gardasee ...

In besagtem Schlager waren es allerdings Fischerboote, die allabendlich hinausfuhren, um durch die Fluten des Sees zu ziehen, und der Sänger konnte sich ganz der schönsten Träumerei und einem süßen Rendezvous mit Angelina piccolina hingeben.

Am blauen Gardasee ... ach verdammt!

Jetzt habe ich einen Ohrwurm. Ich tippe mit den Fingern auf dem Lenkrad herum. Ohne mich anzusehen langt Georgina herüber und lässt ihre Hand an der Innenseite meines Oberschenkels entlanggleiten.

"Übermorgen fahren wir nach Pieve", sagt Georgina, den Blick festgeklebt am Handybildschirm.

Mit gerunzelter Stirn sehe ich sie an. "So?"

"Wie James Bond über die Strada della Forra 1 . Du wirst sie mögen."

Georginas Blick geht als sardonisch durch, doch momentan will ich gar nicht wissen, warum.

Der Wohnwagenfahrer schaltet noch einen Gang runter.

Ich seufze, bis sich meine Bauchdecke weit nach außen wölbt. Mein Arzt meint, ich soll das tun, wenn ich spüre, dass ich ungeduldig werde. Es sei gut für meinen Blutdruck. Doch statt Ent spannung fühle ich unangenehme Spannung an der Knopfleiste meines Hemdes. Dabei versichert mir meine Reinigung stets, die Hemden würden keinesfalls einlaufen! Schnell lasse ich die Luft wieder raus.

"Warum nicht schon morgen diese Strada della Forra?", erkundige ich mich.

Wegen eines Tunnels schiebt Georgina die Sonnenbrille von ihrer wohlgeformten Nase auf ihre blonden Haare. "Weil wir morgen schon etwas anderes vorhaben", schnurrt sie und tätschelt meinen Bauch.

Mir fällt unwillkürlich der unsägliche Geschmack des Karlsbader Quellwassers ein, das ich mir nach der Lösung unseres Falls dort in Tschechien einverleiben musste, weil Georgina das zuträglich für meine Gesundheit hielt. Allein bei dem Gedanken daran schüttelt es mich.

"Jetzt links!", kommandiert Georgina plötzlich.

Reflexartig gehorche ich und biege unmittelbar vor einem hupenden Fiat ab.

"Und nun?", frage ich, nachdem ich neben einem unspektakulären, einstöckigen Bau zum Stehen gekommen bin. Unser Ziel Limone liegt

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Mörderischer Gardasee
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Veröffentlicht 2019, von Thomas Kastura bei Gmeiner-Verlag

ISBN: 978-3-8392-5954-2
Auflage: 3. Aufl.
Reihe: Kriminelle Freizeitführer im GMEINER-Verlag
314 Seiten

Über Thomas Kastura

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