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Rezensionen

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Brüder
von Jackie Thomae
Ein Roman in Überlänge 20. September 2019
Brüder ist ein Roman um zwei Brüder, Mick und Gabriel.
Jackie Thomaes Debütroman Momente der Klarheit von 2015 hatte mich damals nicht so ganz überzeugt, daher habe ich zu Brüder hauptsächlich deswegen gegriffen, weil es immerhin in der Shortlist für den Deutschen Bücherpreis ist. Leider wurde ich leicht enttäuscht. Es gibt zwar viele sprachlich gut gemachte Passagen, aber die Themen werden nicht klar herausgebracht und eigentlich bleibt alles banal und oberflächlich. Den Gedanken des Protagonisten Mick, insbesondere in der ersten Hälfte, fehlt jegliche Tiefgründigkeit. Das ändert sich in der zweiten Hälfte mit Gabriel als Hauptfigur. Da gibt es auch ein paar außergewöhnliche Szenen und mehrere Erzählperspektiven.Trotzdem bleibt es leider so, dass mich die Ereignisse kaum berühren.

Dabei ist die Geschichte zweier Halbbrüder mit dunkler Hautfarbe nicht uninteressant. Teilweise handelt es in der DDR und der Nachwendezeit, mit Gabriel auch in den Nullerjahren in London bis in die Gegenwart. Man hätte aber wirklich mehr daraus machen können.

Die Hafenschwester (1)
von Melanie Metzenthin
Martha Westphal 20. September 2019
Trotz aller Armut wächst die junge Martha mit Bruder und Schwester in einer behüteten Familie auf. Der Vater verdient im Hafen zwar nicht allzu viel, aber mit Näharbeiten hält die Mutter die Familie über Wasser. Aber es ist das Jahr 1892 und in Hamburg beginnt die Cholera zu wüten. Trotz liebevoller Pflege stirbt die Schwester und als auch noch die Mutter erkrankt, lastet auf Marthas Schultern die Krankenpflege und die Sorge um die kleine Familie. Auch die Mutter überlebt nicht und Martha ergattert durch die Fürsprache des Hausarztes eine Stelle als Krankenwärterin. Doch sie muss mit ansehen, wie die Familie auseinanderfällt. Der Vater ertränkt seinen Kummer in Schnaps und verliert seine Stelle, der Bruder geht als Schiffsjunge zur See. Aber Marthas Tatkraft scheint unerschöpflich. Sie bekommt eine der begehrten Lehrstellen zur Krankenschwester um Eppendorfer Krankenhaus und erkennt in der Krankenpflege ihre wahre Berufung.


Doch in Hamburg gärt es, die lang verschwiegene Cholera Epidemie, die immer länger werdenden Arbeitszeiten bei sinkenden Löhnen führen zum großen Hafenarbeiterstreik. In Martha erwacht auch ein politisches Bewusstsein und sie engagiert sich nicht nur in der Frauenbewegung. Aber dann begegnet sie dem jungen sozialdemokratischen Ingenieur Paul Studt. Doch die strengen Regeln der Erika-Schwesternschaft verbieten eine Verbindung.

Geschichte wird so viel lebendiger und anschaulicher wenn sie sich um persönliche Schicksale ranken. Zwar hatte ich schon vom großen Ausbruch der Cholera in Hamburg gelesen und auch von den sozialen Missstände im sogenannten Gängeviertel, die die Verbreitung beschleunigten, aber in dieser Geschichte bekommen die Ereignisse plötzlich ein Gesicht. Man spürt beim Lesen mit welcher Detailtreue und Geschichtskenntnis die historischen Begebenheiten in die Lebensgeschichte der jungen Frau einfließen.
Die Protagonistin Martha und ihre Entwicklung vom behüteten Kind bis zur starken jungen Frau, die sich für Berufung und ihre Liebe einsetzt, fand ich mitreißend erzählt. Ich habe mit Martha gelitten und gefiebert und mich für sie gefreut. Bei keiner der gut 450 Seiten kam auch nur die Spur einer Länge auf, der Roman fesselt von der ersten Seite an. Mir gefiel der Erzählton den die Autorin gefunden hat, er ist unterhaltsam und spannend und vermittelt eine große Empathie zu den Figuren dieser Geschichte.

Davon profitieren auch die Nebenfiguren, die im Gedächtnis bleiben weil ihre Charaktere so farbig und lebendig gezeichnet sind. Das Hamburg der des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist so bildhaft geschildert, wie ich es selten zuvor gelesen habe.

Das Buch ist der Beginn einer Saga und ich bin sehr gespannt auf die Fortgang der Geschichte und bin sicher, dass es auch anderen Leserinnen so gehen wird.


Mutter brennt
von Sophie Reyer
Lesegewohnheiten aufbrechen 20. September 2019
Schon das expressionistische Cover verrät, dass Mutter brennt kein allzu gemütliches Buch sein wird.
Die österreichische Schriftstellerin Sophie Reyer entwirft hier eine ungewöhnliche Familiengeschichte, bei der lange unklar ist, was real, was eingebildet ist.
Louise ist eine Frau mit 2 Kindern, Ina und Clemens. Aber gibt es diese wirklich? Ihr Exmann bestreitet, das sie Kinder haben.
So ist man als Leser schon früh irritiert und aus gerade diese Unsicherheit ergibt sich eine Spannung. Die Geschichte bezieht auch Sophie Mutter Eva mit ein, die vor ein paar Jahren gestorben ist und dich noch so allgegenwärtig scheint. Vor ihrem Tod war sie schon nicht mehr zurechnungsfähig.
Auch Sophies magersüchtige Tochter Ina gerät irgendwann in einen katatonischen Zustand.

Manche Passagen vermögen zu faszinieren, andere sind aber fast abstoßend geschildert. Ein wohlfühlen beim Lesen sollte man nicht erwarten, aber dieses Unbehagen ist gewollt, um Lesegewohnheiten aufzubrechen.
Es ist ein Roman auf den man sich einlassen muss.

Das Buch ist für den österreichischen Buchpreis nominiert. Man darf gespannt sein, wie es von der Jury aufgenommen wird.

Die Dame hinter dem Vorhang
von Veronika Peters
Aus dem Leben einer interessanten Frau 20. September 2019
Jane Banister ist gerade mal 18 Jahre alt, da verlässt sie Gut Renishaw, den Landsitz der Familie Sitwell in Yorkshire. In London tritt sie die Stelle als Dienstmädchen bei der von ihrer Familie ungeliebten exzentrischen Dichterin und Schriftstellerin Edith Louisa Sitwell an. Mit den Jahren entspinnt sich zwischen den beiden so ungleichen Frauen eine Freundschaft und eine für Dienstbotin und Herrschaft ungewöhnliche Vertrautheit. Durch Edith lernt Jane die Metropolen dieser Welt und zahlreiche Persönlichkeiten kennen. Aber sie blickt auch hinter den Vorhang und wird Zeugin von Armut, Alkoholismus, nicht erwiderte Liebe zu einem russischen Künstler, Krankheit und Verfall der Frau, der sie so viel zu verdanken hat.


Ich lerne Edith Sitwell aus der Sicht ihrer Vertrauten Jane Banister kennen, die 37 Jahre in ihrem Dienst stand und zu einer der ganz wenigen Freunde wurde. Die Geschichte beginnt 1964 kurz vor Edith´ Tod und durch Rückblenden erfahre ich Vieles aus dem Leben der exzentrischen Künstlerin. Sie, die von Geburt an von ihren Eltern ungeliebt war, sie, die nicht dem damaligen Schönheitsideal entsprach, die in eine körperformende Apparatur gezwängt wurde, deren Schmerzen sie noch viele Jahre spürte, die sich von ihrem Elternhaus entfernte und außerhalb dieser elitären Welt ihren ganz eigenen meist nicht einfachen Weg ging.

Ich kannte Edith Sitwell bisher noch nicht. Das Buch hat mich dazu angestachelt, mich etwas intensiver mit dieser Frau und ihrem Werdegang zu beschäftigen.

Ich genieße es durch die Augen von Jane Banister das Leben dieser Frau mit verfolgen zu können. Allerdings die meiste Zeit nur hinter dem Vorhang. Mir hätte es noch besser gefallen, wenn ich auch vor dem Vorhang öfters mit dabei gewesen wäre.

Trotzdem: Ein absolut lesenswertes Buch über eine sehr interessante Frau und ihr exzentrisches Leben, das hinter dem Vorhang meist ganz anders aussah.

Die Waldmeisterinnen
von Andrea Schütze
Kaum Spannungsaufbau 20. September 2019
von Ina
Dieses Buch habe ich mit meiner 6 bald 7jährigen Tochter gelesen. Das Cover und die Haptik des Buches sind schon einmal sehr einladend. Das Cover bunt und schön gezeichnet. Liebevoll hat meine Tochter über die erhabene Schrift gestrichen und gleich gesagt „meins!“. Schon einmal ein guter Start. Schon allein die Schriftgröße macht das Buch eher zu einem Vorlesebuch und Selbstlesebuch für den geübten Leser. Für Leseanfänger ist es nicht geeignet. Aber selbst, also wirklich geübte Vorleserin bin manchmal an den Satzkonstruktionen und den immer wieder eingeworfenen englischen Wörtern hängen geblieben. Das machte es meiner Tochter auch schwer dem Buch immer zu folgen.
Die Geschichten um die beiden Schwestern Holly Hollunder und Lia Lavendel sind ganz nett, aber wirklich spannend fanden wir sie beide nicht wirklich. Das lesen wir sonst schon anspruchsvollere Geschichten. Bei diesem Buch fällt es mir schwer eine Zielgruppe festzulegen. Sprachlich ist es wirklich anspruchsvoll, aber inhaltlich eher für jüngere Kinder. Jedenfalls ging es meiner Tochter und mir so.
Das ist wirklich schade, da es wunderschön illustriert ist. Ungewöhnliche Dinge gibt es auf den Bildern zu entdecken und alles schön mit kräftigen Farben. Auch das Leben der sehr ungewöhnlichen Schwestern ist sehr schön beschrieben, aber die Geschichten bleiben eher seicht und es baute sich keine richtige Spannung auf. Meiner Meinung hätte man da wirklich mehr daraus machen können, denn die Idee ist sehr gut.

Todeslügen
von Olivia Kiernan
Lügengespinst 20. September 2019
15 Jahre saß Sean Hennessy im Gefängnis. Er soll seine Eltern und eine Schwester wie im Blutrausch ermordet haben. Nur die jüngste Schwester hat überlebt. 15 Jahre lang hat Sean auch seine Unschuld beteuert, nun nach seiner Entlassung, will er es beweisen. Auch ein Filmprojekt gibt es bereits.
Detektive Frankie Sheehan weiß, dass ihre Schwägerin, eine Anwältin auf der Seite Seans steht. Sie selbst hat grade andere Sorgen. In einer Kirche wurden zwei Menschen tot aufgefunden, der Mann in ein Priestergewand gehüllt, die Frau halbnackt und post mortem mit Messerstichen übersät. Sofort ist in der kleinen Stadt die Erinnerung an die Familie Hennessy wieder wach und auch Frankie ermittelt in die gleiche Richtung. Aber dann gibt es noch einen Toten und es wird klar, dass die Morde etwas mit der Vergangenheit und Sean zu tun haben müssen.
Durch ihre Schwägerin und ihre Mutter, die damals Brid Hennessy kannte, wird sie viel tiefer und privater in den Fall gezogen, als sie möchte und genau das macht auch einen Teil des Reizes dieses Krimis aus. Ermittlungen aus der Vergangenheit und der Gegenwart kreuzen sich und Frankie muss Versäumnisse feststellen. Dumm nur, dass der damalige ermittelnde Polizist jetzt ihr Chef ist.
Es gibt sehr viele private Aspekte in diesem Fall, manchmal gerät darüber die Polizeiarbeit in den Hintergrund. Es ist aber so gewollt, die Ermittlungen führen eben weit in Frankie Sheehans Familie und sie steht mehreren Fronten gegenüber. Ihre Vorgesetzten wollen keinerlei Zweifel an der damaligen Arbeit aufkommen lassen, fürchten teure Entschädigungsklagen und schlechte Presse und ihre Familie möchte die alten Geschehnisse am liebsten verdrängen. Es ist eben eine typische Kleinstadt und mit dem Mief und den Vorurteilen muss sich Sheehan arrangieren.
Der Autorin ist es schnell gelungen, mich an der Schuld von Hennessy zweifeln zu lassen. Viel schneller als ihre Protagonistin Sheehan war ich von einem Justizirrtum, vielleicht sogar von einem gezielten Vertuschungsversuch überzeugt. Wenn da nicht die kleinen Spuren wären, die geschickt in die Handlung eingebaut werden und immer wieder die Ermittlungen in eine neue Richtung lenken.
Der Krimi ist ganz auf die Ermittlerin zugeschnitten und das Aufeinandertreffen von Frankie und Sean ein richtiges Psychoduell. Fesselnd und temporeich, fast schon ein Thriller, dafür sorgen der wendungsreiche Plot und die genaue Charakterisierung der Figuren. Besonders gut ist die Atmosphäre der irischen Kleinstadt getroffen, samt dem Priester als moralische Instanz.
Eine spannender zweiter Fall für Frankie Sheehan.
Willkommen bei den Sternbachs 20. September 2019
von manu63
Stille Nacht, flauschige Nacht ist ein weiterer Weihnachtsliebesroman der Autorin Petra Schier. Dieses mal geht es um Patrick Sternbach und Angelique Sahrmüller. Patrick schlägt sich als allein erziehender Vater mit den täglichen Problemen des Lebens herum und ist außerdem stark ausgelastet mit seiner florierenden Firma. Angelique hat gerade ihre Stellung aufgegeben und ist nun für Patrick die letzte Rettung um seinen chaotischen Arbeitstag zu organisieren. Dabei merken sie, wie bei ihrem ersten Aufeinandertreffen im Jahr davor, das die Luft zwischen ihnen immer mehr knistert. Eine verwirrende Romanze nimmt ihren Lauf und Hund Oskar mischt tatkräftig mit.

Wer die Weihnachtsromane der Autorin kennt wird wissen das Santa Claus und seine Elfen wieder dabei sind und das natürlich auch ein Hund nicht fehlen darf. Liebenswerte Charaktere der vorherigen Bände haben immer wieder einen kleinen bis größeren Auftritt, aber man kann jeden Band einzeln lesen und benötigt keine Vorkenntnisse. Wenn Stille Nacht, flauschige Nacht das erste Buch der Weihnachtsreihe ist, dann darf sich die Leserin/ der Leser auf eine romantische Liebesgeschichte mit kleinen märchenhaften Flair freuen, da Santa Claus und seine Elfen dabei sind. Man sollte sich einfach darauf einlassen das Santa Claus und Co. im Hintergrund helfend eingreifen.

Die Geschichte selber ist zauberhaft erzählt und die Charaktere passen sich sehr gut in die Geschichte ein. Es gibt kleinere und größere Probleme die gemeistert werden müssen und immer im Hintergrund dabei ist Familie Sternbach mit herzlichen Eltern und Großeltern. Auch wenn der Roman zur Weihnachtszeit spielt ist das Lesen auch zu jeder anderen Jahreszeit keine Zeitverschwendung. Für mich eine schöne und romantische Liebesgeschichte mit besonderem Flair.
Schönes Gute-Nacht Buch 20. September 2019
von Ina
Dies ist mein erstes Buch, welches ich aus der Reihe der süßen Spinne gelesen habe und es wird auch nicht mein letztes sein.
Trotz des Namens ist die kleine Spinne Widerlich eine süße Kleine mit einer interessanten Familie. Die kleine Spinne möchte bevor sie ins Bett geht, noch schnell schauen, was die einzelnen Mitglieder ihrer Familie machen. Sie besucht sie und sagt ihnen Gute Nacht. Am Ende wird sie dann selbst ins Bett gebracht.
Meinem 2-jährigen Sohn hat das Buch sehr gut gefallen, er wollte es mehrere Abende hintereinander immer wieder vorgelesen haben. Mir hat das Buch auch sehr gefallen. Besonders die lustigen Namen der Spinnen haben mich zum Schmunzeln gebracht. Dass die die kurzen Texte in Reimform sind, fand ich sehr praktisch zum Vorlesen und auch inhaltlich waren die kurzen Texte sehr schön. Die Illustrationen sind gelungen. Die Bilder sind übersichtlich, aber dennoch gibt es viel zu entdecken. Meinem Sohn gefiel vor allem, dass die Spinne ein kleines Hasenkuscheltier hat, was sie überall hin mitnimmt.
Ich möchte jetzt unbedingt noch weitere Pappbilderbücher der Reihe, denn uns hat das Buch auf ganzer Linie überzeugt.

Im Wald der Wölfe
von Linus Geschke
Solider Krimi mit tollen Charakteren 20. September 2019
Jan Römer möchte einfach mal abschalten und Abstand zu seiner Tätigkeit als Journalist gewinnen. Dafür mietet er sich in eine Waldhütte am Thüringer Wald ein. Kaum Empfang, viel Wald um ihn herum und endlich Ruhe.
Doch dann stolpert eine verletzte Frau in seine Hütte und erzählt ihm von den Morden, die in der Vergangenheit in der Gegend verübt worden sind. Einen ermittelten Täter gab es nie, denn die Opfer haben kaum Gemeinsamkeiten. Außer ein Wolfsmal, das als Brandmal auf der Haut der Toten verewigt wurde. Für Jan Römer ist es mit der Ruhe im Urlaub vorbei und mit vollem Tatendrang stürtzt er sich auf die Recherche über den „Wald der Wölfe“.

Für mich ist „Im Wald der Wölfe“ das erste Buch des Autors gewesen.
Ich hatte anfangs Bedenken, dass ich mich nicht zurecht finden würde, da ich die vorhergehenden drei Teile nicht kannte, doch meine Bedenken waren vollkommen unbegründet. Auch ohne mein Vorwissen kam ich gut in die Geschichte rein und hatte durch die geschickte Wortwahl des Autors auch relativ schnell die Charaktere einander zugeordnet. Die Geschichte konnte mich wirklich fesseln und ich war ganz positiv überrascht davon, wie gut mir der Krimi von Anfang an gefiel.

Jan Römer ist ein interessanter Protagonist, dem ich gerne folgte. Mit Ecken und Kanten ausgestattet, wirkte er weder blass noch farblos. Durch sein Zögern und Überdenken von Situationen empfand ich ihn als sehr authentisch und sympathisch.
Die Nebencharaktere – vor allem die drei Freunde, die ihm Unterstützung bei der Recherche bieten – empfand ich als ebenso sympathisch und gut ausgearbeitet. Vor allem Linus Geschkes Spiel mit Vorurteilen und wie unsinnig und unbegründet diese sein können beziehungsweise sind, gefiel mir sehr gut.

Neben dem Strang um Jan Römer existiert noch ein weiterer, der dem Leser Rückblicke in das Leben des „Wolfs“ bietet. Somit erfährt der Leser schon viel eher und viel mehr etwas von der Existenz dieser Person als Jan Römer. Spannend, um wen es sich denn letztendlich wirklich handelt bleibt es jedoch das ganze Buch über.
Die Geschichte ist eher ruhig. Es handelt sich wie auf dem Cover angegeben ganz eindeutig mehr um einen Kriminalroman, als um einen actionreichen Thriller. Für mich passte das Buch dadurch gut in den Sommerurlaub.
Gegen Ende hin wendet sich dann aber das Blatt, es kommt viel Bewegung in die Handlung und das große Finale rauscht nur so auf den Leser zu. Leider passte dieses Tempo einfach nicht zum Rest des Buches und viele Fragen blieben am Ende ungeklärt. Somit blieb ich mit einem eher unbefriedigten Gefühl zurück.

„Im Wald der Wölfe“ ist ein solider und guter Kriminalroman mit tollen Charakteren.
Testleserin Marie, 15 Jahre aus Innsbruck: 20. September 2019
Testleserin Marie, 15 Jahre aus Innsbruck:

Catherine, die Prinzessin von Brigant, hat es nicht einfach. Wie alle Frauen in diesem Reich wird sie von den Männern unterdrückt. Ihre bevorstehende Hochzeit mit dem Thronerben des Nachbarreiches Pitoria führt sie in eine ungewisse Zunkunft.
Ambrose, Catherines Leibgardist und Geliebter, muss nach der Hinrichtung seiner Schwester wegen Hochverrats an der Krone Brigant verlassen. Auf der Suche nach dem Grund ihres Todes macht er eine erstaunliche und beunruhigende Entdeckung.
Tash, eine junge Dämonenjägerin, entdeckt eine bisher unbekannte Wirkung von Dämonenrauch. Doch sie weiß noch nicht wie wichtig dieses Wissen in der Zukunft sein wird. March, Diener des Königs von Calidor und einer der letzten des Volkes der Abask, möchte nur eines: Die Ausrottung seines Volkes und seiner Familie rächen. Edyon, ein junger pitorianischer Bastard, begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, mit dem Ziel seinen Vater kennenzulernen. Die Schicksale dieser fünf Protagonisten werden auf ihren jeweiligen Reisen untrennbar miteinander verknüpft und gemeinsam müssen sie mehr erreichen als nur einen Krieg zu verhindern.

Die Idee dieses Buches hat mir gut gefallen. Die Kapitel aus den verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten waren abwechslungsreich, und es war interessant zu erleben, wie sich die Schicksale der Figuren immer mehr miteinander verwebten. Trotzdem konnte mich das Buch nicht von sich überzeugen. Ich musste mich überwinden, es fertig zu lesen, obwohl mir die Kapitel aus Catherines und Ambrose Sicht wirklich gut gefallen haben. Trotz alledem kann ich mir vorstellen, dass dieses Buch vielen durchaus gefallen wird.
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