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Hetzjagd

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Kurztext / Annotation
Ein französisches Gericht verurteilte ihn wegen Kollaboration mit den Nazis 1945 zum Tod, Politiker und Klerus beschützten ihn. Jahrzehntelang blieb Pierre Brossard unbehelligt, bis den Siebzigjährigen seine Vergangenheit einholt. Verbrechen verjähren nach 40 Jahren - nicht aber Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Brian Moore, geboren 1921 in Belfast, diente als britischer Soldat in Nordafrika von 1943 bis 1945, war UNO-Beauftragter in Polen von 1946 bis 1947 und 1948 wanderte er nach Kanada aus. 1959 übersiedelte Moore nach Kalifornien. Er starb am 11. Januar 1999 in seinem Haus in Malibu.

Textauszug
{36} 2

Sicherheitsvorkehrungen nannten die das. So was war T. noch nie vorgekommen. Er schaute über die Place de l'Alma auf den in Nebel gehüllten Eiffelturm und betrachtete die Leute auf der anderen Straßenseite, die auf den 63 er-Bus warteten. Warum hier? Warum gerade in diesem Touristencafé voller Salat essender, Bier trinkender Ausländer? Vielleicht gerade deshalb. In einem solchen Café gab es keine Stammgäste. Er war zum zweitenmal hier. Gestern, beim ersten Treffen, hatte man ihm mitgeteilt, daß sein Kontaktmann eine englische Zeitung in der Hand halten würde, The Times .

Ein 63 er-Bus fuhr die Avenue du Président Wilson hinunter und hielt gegenüber. Und plötzlich richtete er sich auf, denn der Kontaktmann stieg aus dem Bus, unverkennbar derselbe Mann, die Zeitung in der Hand. Sicherheitsvorkehrungen nannten die das. Die hatten zu viele Krimis gelesen. 'Warum darf ich nicht wissen, wie dieser Typ heißt? Warum kann ich ihn nicht ohne diese blödsinnigen Spielchen treffen? Wir stehen doch auf derselben Seite, oder nicht?'

Der Kontaktmann mit der Zeitung betrat das Café, ging an Sitzecken und Tischen vorbei und blieb wie zufällig stehen. "Darf ich?"

{37} T. nickte. "Natürlich."

Der Kontaktmann war um die Fünfzig; er mochte Arzt oder Anwalt sein, ein angesehener Bürger, mit einem versnobten Akzent, der T. auf die Nerven ging.

"Haben Sie sie bekommen?"

T. zog die kleine Zellophanhülle aus seinem Anorak. Der Kontaktmann schüttelte die drei Bilder aus dem Umschlag und besah sie sich aufmerksam. "Haben Sie das Format überprüft?"

"Natürlich", sagte T.

"Wie alt sind Sie?"

"Was hat das damit zu tun?" T. haßte diese Fragen nach seinem Alter. Na gut, sah er eben wie ein Kind aus. Aber er war keins.

Der Kontaktmann seufzte. "Für den Paß", sagte er.

"Tut mir leid. Fünfundzwanzig."

"Gut", sagte der Kontaktmann. Er ließ die Fotos in seiner Tasche verschwinden. Ein Kellner kam, und der Kontaktmann bestellte einen Espresso.

"Und für Sie, Monsieur?" fragte der Kellner.

"Dasselbe", sagte T.

Der Kellner ging, und der Kontaktmann blickte sich um. T. sah ihm an, daß er sich unwohl fühlte. Wahrscheinlich war er tatsächlich Arzt oder Anwalt. Irgend jemandes Onkel.

"Man hat mich gebeten, Ihnen eine Adresse zu nennen", sagte der Kontaktmann. "Merken Sie sich, was ich sage, und vergessen Sie es nach dem heutigen Abend wieder. Wir gehen ein Risiko ein, ein Sicherheitsrisiko, wenn wir Sie mit dieser Person in Verbindung bringen, aber er will Sie sehen. {38} Was er Ihnen zu sagen hat, könnte von Nutzen sein. Die Adresse lautet: 6 , Rue Saint-Thomas-d'Aquin im siebten Arrondissement. Hinter der Kirche. Die Métrostation ist die Rue du Bac ..."

"Ich werde schon hinfinden!" sagte T.

"Appartement 5 , im dritten Stock. Wenn Sie um sieben kommen - um Punkt sieben - und klingeln, können Sie direkt hinaufgehen. Ich habe übrigens gehört, daß Sie sofort abreisen. Schon heute abend?"

"Eins noch", sagte T. "Ich will keine Fragen stellen, das versteht sich. Aber diese Fotos. Heißt das, daß ich Frankreich verlassen muß?"

"Sie werden Ihre Anweisungen heute abend erhalten. Bis dahin ist der Paß fertig. Wir arbeiten am Nachmittag daran. Haben Sie die Adresse?"

"Natürlich."

"Gut. Ich gehe jetzt. Bezahlen Sie bitte meinen Kaffee? Viel Glück."

Was hatte das mit Glück zu tun? Man mußte wissen, was man tat. Am besten, man ließ sich Augen im Hinterkopf wachsen, wie Pochon immer gesagt hatte. Pochon war nicht so wie dieser Kontaktmann, der hätte nie "Viel Glück" gesagt. Pochon hätte höchstens gesagt: "Hören Sie, ich bin derjenige, der mit den Leuten von der Organisation zusammenarbeitet, nicht Sie. Je weniger Sie wissen, umso besser. Die sind nicht aus dem Milieu. Das sind Politis

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Hetzjagd
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Veröffentlicht 2018, von Brian Moore bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-60891-5
304 Seiten

Über Brian Moore

Über Bernhard Robben

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