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Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsbeziehungen nach UGB und IFRS

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Eine Vielzahl an Risiken stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Neben operativen Risiken haben Markt- und Kreditrisiken oftmals einen wesentlichen Einfluss auf die nachhaltige Profitabilität von Unternehmen. Um Risiken zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren, können Sicherungsgeschäfte in Form von derivativen Finanzinstrumenten abgeschlossen werden.

Dieser Leitfaden vermittelt die ...
Beschreibung
Eine Vielzahl an Risiken stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Neben operativen Risiken haben Markt- und Kreditrisiken oftmals einen wesentlichen Einfluss auf die nachhaltige Profitabilität von Unternehmen. Um Risiken zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren, können Sicherungsgeschäfte in Form von derivativen Finanzinstrumenten abgeschlossen werden.

Dieser Leitfaden vermittelt die Grundlagen der Bilanzierung von Derivaten (derivative Finanzinstrumente) und Sicherungsbeziehungen im Jahresabschluss nach den Vorschriften des UGB und zeigt kasuistische Detailregeln der IFRS auch für jene Unternehmen verständlich auf, die nicht im Banken- oder Versicherungswesen agieren.

Die bilanziellen Zusammenhänge sowie Anwendungs- und Auslegungsfragen werden dem Leser auf eine einfache Art und Weise näher gebracht und anhand zahlreicher Praxisbeispiele veranschaulicht.

Aus dem Inhalt:
• Betriebswirtschaftliche Grundlagen
• Bilanzierungsregeln UGB und IFRS iZm Finanzinstrumenten
• Beseitigung von Inkonsistenzen nach UGB und IFRS
• Abbildung von Sicherungsbeziehungen nach Steuerrecht
• Auswirkungen auf Bilanz und GuV
• Bewertung von Derivaten
• Anhang und Lagebericht

Kurztext / Annotation
Zielgruppe: Unternehmer, Manager, Vorstände, Aufsichtsräte, Aktionäre, Banken sowie Berater (Steuerberater, Bilanzbuchhalter)

Textauszug
Kapitel 2
Allgemeine Bilanzierungsregeln UGB und IFRS im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten

In diesem Kapitel erfolgt die Darstellung der Bilanzierung von Grund- und Sicherungsgeschäften nach den allgemeinen Regeln des UGB, der IFRS sowie möglicher Probleme. Es wird sich herausstellen, dass die Anwendung der allgemeinen Vorschriften zu einer Darstellung von Sicherungsbeziehungen im Jahresabschluss führen kann, welche die Realität nur unzureichend abbildet. Ohne dieses Grundverständnis kann in vielen Fällen gar nicht beurteilt werden, ob und wieso eine Abweichung von den allgemeinen Bilanzierungsregeln des UGB (durch kompensatorische Bewertung) bzw nach IFRS (durch Anwendung der speziellen Regeln zur Sicherungsbilanzierung bzw hedge accounting) sinnvoll ist, um die Sicherungsbeziehung im Abschluss der Realität entsprechend (dh ohne Inkonsistenzen) darzustellen.

2.1 UGB

Im UGB sind Finanzinstrumente aktivseitig entweder im Finanzanlage- (zB strategische Anteilsbesitze) oder im Finanzumlaufvermögen (zB Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) auszuweisen. Diese Zuordnung hängt davon ab, ob die
Finanzinstrumente dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen und in gewissen Fällen auch von der bilanzpolitischen Zielsetzung (§ 227 UGB zu Ausleihungen). Passivseitig sind Finanzinstrumente unter den Verbindlichkeiten
(zB Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten), in den Rückstellungen (zB für asymmetrische Derivate) bzw im Eigenkapital ausgewiesen. Aktivseitige Finanzinstrumente stellen somit finanzielle Vermögensgegenstände, passivseitige Finanzinstrumente finanzielle Verbindlichkeiten/Rückstellungen bzw Eigenkapital dar.
Zum einen Teil sind die für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten relevanten Vorschriften explizit im Gesetz verankert und zum anderen Teil leiten sie sich aus den Grundsätzen ordnungsmäßiger Bilanzierung (GoB) ab. Die GoB stellen die Grundlage für die Bilanzierung dar.
Nach dem Grundsatz der Einzelbewertung sind Vermögensgegenstände und Schulden einzeln zu bewerten (§ 201 Abs 2 Z 3 UGB). Die Bewertung muss isoliert erfolgen, dh die Wertfindung eines eigenständig zu bewertenden Objektes darf nicht von der Wertentwicklung anderer Bewertungsobjekte beeinflusst werden. Das Einzelbewertungsprinzip soll sicherstellen, dass Wertminderungen eines Bewertungsobjektes nicht mit Wertsteigerungen eines anderen Bewertungsobjektes verrechnet werden.

PRAXISHINWEIS:
Zur Verringerung von möglichen Einmalzahlungen am Beginn der Laufzeiten von Optionen und Zinscaps wird seitens der Finanzinstitute der gleichzeitige Abschluss von mehreren Derivaten angeboten, bei denen diese Zahlungen durch die Stillhalterprämie anderer Derivate ausgeglichen werden. Die Bilanzierung und die Folgebewertung dieser Derivate hat außerhalb von Sicherungsbeziehungen im Normalfall gemäß dem Grundsatz der Einzelbewertung – trotz der gemeinsamen Anschaffung – für jeden Kontrakt einzeln zu erfolgen.

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Kapitel 3
Beseitigung von Inkonsistenzen nach UGB mittels Bildung einer Bewertungseinheit (kompensatorische Bewertung)

3.1 Einleitung

Im vorherigen Abschnitt (vgl Pkt 2.3) wurde aufgezeigt, dass die allgemeinen Bilanzierungsvorschriften des UGB in bestimmten Situationen dazu führen können, dass eine Sicherungsbeziehung im Jahresabschluss nicht der Realität entsprechend dargestellt wird (Inkonsistenz). In Beispiel 4 tritt etwa das Problem auf, dass aus dem
Devisentermingeschäft ein Jahresverlust (Jahresfehlbetrag) iHv T€ –10 resultiert und für diesen Betrag auch eine Rückstellung gebildet werden muss, während auf der anderen Seite die positive Wertentwicklung der festen Verpflichtung zur Abnahme der Waren iHv T€ 10 nicht berücksichtigt werden darf.
Nach herrschender Meinung ist es im Rahmen von Sicherungsbeziehungen bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen (vgl Pkt 3.3) sachgerecht, vom Grundsatz der Einzelbewertung im engeren Sinne (ieS) und damit von der restriktiven Interpretation der Bilanzierungsvorschriften des UGB abzuweichen, um die Entstehung derartiger Inkonsistenzen im Jahresabschluss zu vermeiden. Dies wird aufgrund der ausdrück¬lichen Gesetzesbestimmung gem § 201 Abs 3 UGB für zulässig erachtet, wonach bei Vorliegen besonderer Umstände von den allgemeinen Grundsätzen der Bewertung abgewichen werden darf.
In Abweichung vom Grundsatz der Einzelbewertung ieS erfolgt die Bildung von
Bewertungseinheiten und somit eine kompensatorische Bewertung: Soweit sich die Bewertungsverluste und -gewinne der kompensatorisch bewerteten Grund- und Sicherungsgeschäfte (dh der einbezogenen Vermögensgegenstände, Schulden, schwe¬benden Geschäfte und/oder erwarteten Geschäfte) ausgleichen, ergibt sich keine Erfolgsauswirkung.
Die Anwendung dieser Überlegungen auf Beispiel 4 führt zu folgender Vorgehensweise.

FORTSETZUNG VON BEISPIEL 4: KOMPENSATORISCHE BEWERTUNG

Die feste Verpflichtung zur Abnahme der Waren und das Devisentermingeschäft werden kompensatorisch bewertet. Am 31.12.01 hat die feste Verpflichtung einen Wert von T€ +10, während das Devisentermingeschäft einen Wert von T€ –10 aufweist. In Summe beträgt der Wert somit Null. Daher erfolgt im Jahresabschluss nach UGB keine Buchung (dh weder für die feste Verpflichtung, noch für das Devisentermingeschäft), wodurch der Jahresabschluss der Realität entsprechend dargestellt wird: Er zeigt den ökonomischen Saldo von Null.

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Kapitel 6
Auswirkungen von Derivaten und Sicherungsbeziehungen auf Bilanz und GuV nach UGB und IFRS

In diesem Kapitel werden die wesentlichen Auswirkungen der Anwendung der Regeln zur Sicherungsbilanzierung nach UGB und IFRS auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung in den Grundzügen erläutert. Insbesondere werden anhand spezifischer Derivate die Folgen der Sicherung von Fremdwährungsrisiken und Zinsrisiken angeführt. Die folgenden Ausführungen basieren auf den derzeitigen Stellungnahmen und Publikationen und stellen einen Ausgangspunkt für weiter¬gehende fachliche Diskussionen in Bezug auf den konkreten vom Unternehmen abgeschlossenen Vertrag dar.

6.1 UGB
6.1.1 Sicherung von Fremdwährungsrisiken

- Fremdwährungsforwards (symmetrische Derivate): Wenn die Voraussetzungen einer Sicherungsbeziehung vorliegen, kann eine kompensatorische Bewertung erfolgen. Maßgeblich für die Bilanzierung einer Fremdwährungsforderung oder -verbindlichkeit ist dann der Terminkurs. Wie in den IFRS kann das Devisentermingeschäft in einen Kassakurs und eine Zinskomponente getrennt werden, wobei dann nur der Kassakurs zur Sicherung herangezogen wird. Der Aufwand aus der Zinskomponente ist dann pro rata temporis über die Laufzeit zu erfassen.

- Fremdwährungsoptionen (asymmetrische Derivate) werden zunächst in Höhe der gezahlten Prämie aktiviert. Eine planmäßige Abschreibung oder Verteilung kommt mangels entsprechenden Wertverzehrs nach herrschender Meinung nicht in Betracht. Soweit keine kompensatorische Bewertung mit einem Grundgeschäft erfolgt, ist durch ihre grundsätzliche Zuordnung zum Umlaufvermögen eine
Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag zu berücksichtigen. Dient die Devisenoption zur Sicherung einer Bilanzposition, werden Gewinne und Verluste bis zur entsprechenden Höhe mit dem Grundgeschäft verrechnet. Im Falle einer gesicherten festen Verpflichtung wird die Devisenoption bis zur Erfüllung des Grundgeschäfts nicht bewertet. Bei geplanten Transaktionen (zB erwarteten Aufträgen) kann eine kompensatorische Bewertung nur erfolgen, wenn diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintreten werden.

- Fremdwährungstunnels/-collars (asymmetrische Derivate) können in eine erworbene Call-Option und eine verkaufte Put-Option aufgeteilt und mit ihren marktkonformen Prämien unter den sonstigen Vermögensgegenständen bzw sonstigen Verbindlichkeiten erfasst werden. Diese bleiben bis zur Ausübung bzw dem Verfall der Option unverändert, eine Marktbewertung findet nicht statt.
Alternativ wird es auch für zulässig erachtet, auf den Ansatz der betragsgleichen Posten auf der Aktiv- und Passivseite zu verzichten.

Einführung oder Vorwort
Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit ist man einer Vielzahl von Risiken in unterschiedlichen Bereichen ausgesetzt. Neben den operativen Risiken (zB Maschinenschäden, Fehlinvestitionen) haben Marktrisiken (zB Währungsrisiko und Zinsänderungsrisiko) und Kreditrisiken oftmals einen wesentlichen Einfluss auf die nachhaltige Profitabilität von Unternehmen. Um Risikopositionen – vor allem Markt- und Kreditrisiken – zu eliminieren oder zumindest abzuschwächen, können Sicherungsinstrumente in Form von derivativen Finanzinstrumenten abgeschlossen werden (zB ein Zinsswap oder ein Devisentermingeschäft). Durch den Abschluss eines Sicherungsinstruments kommt betriebswirtschaftlich betrachtet eine Sicherungsbeziehung zustande.
Die vorliegende 2. Auflage soll dem Leser die Grundlagen der Bilanzierung von Derivaten (derivative Finanzinstrumente) und Sicherungsbeziehungen im Jahresabschluss nach den Vorschriften des UGB bzw der IFRS, sowohl unter Berücksichtigung der Regelungen des IAS 39 als auch der neuen Regelungen gemäß IFRS 9, vermitteln. Neu hinzugekommen sind Kapitel zur Behandlung von Sicherungsbeziehungen im Steuerrecht und zur Bewertung von Derivaten. Für die Darstellungen wird davon ausgegangen, dass die Vorfrage „Welche Sicherungsstrategie ist im konkreten Einzelfall betriebswirtschaftlich gesehen empfehlenswert?“ bereits geklärt wurde. Daher wird letztere Frage nur peripher behandelt. Hinsichtlich der Frage der bilanziellen Behandlung besteht zugegebenermaßen eine gewisse Komplexität. Während die Vorschriften des UGB in größerem Maße interpretationsbedürftig sind, weisen die IFRS in diesem Bereich kasuistische Detailregeln auf. Dadurch wird ein Verständnis der Materie zusätzlich erschwert. Vor diesem Hintergrund stehen die Verfasser des vorliegenden Leitfadens vor der Herausforderung, die Vielzahl der bilanziellen Zusammenhänge und Auslegungsfragen auf eine einfache und anschauliche Art und Weise zu erläutern. Das Ziel besteht nicht darin, einen Kommentar zu schreiben. Vielmehr soll ein Leitfaden geschaffen werden, der ein Verständnis für die Grundlagen vermittelt.
Gegenstand des vorliegenden Werkes ist die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Jahresabschluss von Industrie- und Handelsbetrieben sowie von Dienstleistungsunternehmen, die keine Banken oder Versicherungen darstellen.

Wien, im November 2018
Die Autoren

Cover Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsbeziehungen nach UGB und IFRS
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Veröffentlicht 2019, von Clemens Eiter, Gerhard Fremgen, Reinhard Rindler, Matthias Schmitzer, Christina Walter-Gruber, Sonja Janovsky, Stephanie Novosel, BDO Austria GmbH(Hg.) bei dbv-Verlag (Österreich)

ISBN: 978-3-7041-0724-4
Auflage: 2. Auflage
144 Seiten
124 cm x 17 cm

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