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Ich bleibe hier

Roman

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Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein ...
Beschreibung
Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.

Werbliche Überschrift
Der Nr.-1-Bestseller aus Italien:

Der Stausee kommt, und alle gehen. Doch Trina bleibt.

Eine zu Herzen gehende Geschichte aus Südtirol, eine Ermutigung zum Widerstand.

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Veröffentlicht 2020, von Marco Balzano bei Diogenes

ISBN: 978-3-257-07121-4
Auflage: 1. Auflage
288 Seiten
18.4 cm x 11.6 cm

Über Marco Balzano

Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand, ist zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Er schreibt, seit er denken kann: Gedichte und Essays, Erzählungen und Romane. Neben dem Schreiben arbeitet er als Lehrer für Literatur an einem Mailänder Gymnasium. Mit seinem letzten Roman, ›Das Leben wartet nicht‹, gewann er den Premio Campiello, mit ›Ich bleibe hier‹ war er nominiert für den Premio Strega. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.


Über Marco Balzano

Über Maja Pflug

Kundenrezensionen

Michaela Engelbogen

veröffentlicht am 10.08.2020

Jeder kennt den berühmten Reschensee mit seinem Kirchturm im Wasser. In diesem Buch lesen wir von den Menschen, die diesen Ort bewohnten und verzweifelt versuchten ein gutes Leben zu führen. Marco Bolzano gibt ihnen Gesichter und eine Geschichte, die ...

Jeder kennt den berühmten Reschensee mit seinem Kirchturm im Wasser. In diesem Buch lesen wir von den Menschen, die diesen Ort bewohnten und verzweifelt versuchten ein gutes Leben zu führen. Marco Bolzano gibt ihnen Gesichter und eine Geschichte, die genau so hätte passieren können: Trina ist in diesem idyllischen Bergdorf aufgewachsen und träumt davon Lehrerin zu werden. Doch nach abgeschlossener Ausbildung übernehmen die Faschisten die Macht in Italien und als deutschsprachige Südtirolerin darf sie nicht unterrichten. Zwischen 1939 und 1943 sollten alle nach Deutschland auswandern. Diejenigen, die bleiben, werden zu Bürgern zweiter Klasse. Ihre Sprache wird verboten. Beherzt beginnt Trina im Untergrund zu unterrichten, bis ihr Mann Erich für die Italiener an die Front muss und sie sich um den Hof kümmern muss. Als die Nationalsozialisten Südtirol übernehmen, geht es für die Deutschstämmigen wieder etwas bergauf. Dennoch sind Repressalien zu fürchten, denn immerhin wollten die Dagebliebenen in der ersten Welle nicht heim ins Reich. Trinas Sohn Michael meldet sich freiwillig, aber Erich will auf keinen Fall ein zweites Mal in den Krieg. Es bleibt nur die Flucht. Überschattet wird das Ganze noch von diesem irrwitzigen Kraftwerksbau. Der größte Staudamm Mitteleuropas soll gebaut werden und der wird Reschen und Graun verschlucken. Für die Menschen in diesen Bergdörfern ist das Elend auch nach dem Krieg nicht vor bei. Ihre hart umkämpfte Heimat ist immer noch bedroht und was sie auch versuchen, sie finden kaum Unterstützung. Wie es ausgeht, wissen wir ja alle. Dieses Buch bringt uns dazu, über die Menschen, die in dieser Kirche gebetet haben und in diesen Dörfern geschlafen, gearbeitet und geliebt haben, nachzudenken. Sie hatten es nicht einfach in ihren Leben. Ihre Arbeit war hart, ihre Zeit brutal und dennoch sind ihre Geschichten voller Hoffnung und Lebensmut. Marco Bolzano hat ein schönes Porträt gezeichnet von dieser widerstandsfähigen Gemeinschaft der Dagebliebenen. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen, fand sie ungemein interessant und war stark berührt von der Grausamkeit der Geschichte. Äußerst lesenswert!

Samira Ochs

veröffentlicht am 27.07.2020

"Niemand kann verstehen, was sich unter den Dingen verbirgt. Niemand hat Zeit, stehen zu bleiben und um das zu trauern, was gewesen ist, als wir nicht da waren. Vorwärts gehen, wie Mutter zu sagen pflegte, das ist die einzige Richtung, die erlaubt ...

"Niemand kann verstehen, was sich unter den Dingen verbirgt. Niemand hat Zeit, stehen zu bleiben und um das zu trauern, was gewesen ist, als wir nicht da waren. Vorwärts gehen, wie Mutter zu sagen pflegte, das ist die einzige Richtung, die erlaubt ist." Trina wächst in einem idyllischen Bergdorf in Südtirol auf, nahe der Grenze zu Österreich und der Schweiz. Doch die Zeiten sind hart und werden noch härter, als die Faschisten in Italien die Macht ergreifen und die deutschsprachige Minderheit in Südtirol vor die Wahl gestellt wird: Entweder nach Nazideutschland auswandern, oder als Bürger zweiter Klasse in Italien bleiben. Trina entscheidet sich zu bleiben. Und auch Jahre später, als ein Energiekonzern entscheidet, für einen Stausee Dörfer und Felder zu überfluten, bleibt sie - und kämpft für den Erhalt ihrer Heimat. Balzano hat sich mit Südtirol an eine Problemregion im Herzen Europas herangewagt. Grenzgebiete liefern immer viel Stoff für Geschichte(n), denn die Bevölkerung ist meistens durchmischt oder entspricht nicht der "Standardethnie" der Nation, zu der das Gebiet gehört. Im Falle Südtirols kommt erschwerend hinzu, dass es eigentlich zu Österreich gehörte und zum Zeitpunkt der Geschichte erst seit Kurzem an Italien angegliedert ist, Die Südtiroler sprechen kein Italienisch, die Italiener und v.a. die Faschisten betrachten sie als Bürger zweiter Klasse. Der Konflikt ist vorprogrammiert. Aber wie hart die Faschisten vorgingen, das war mir nicht bekannt. Deutsch sprechen und unterrichten wurde verboten, von heute auf morgen. Deutschsprachige Lehrerinnen fanden keine Anstellung, deutschsprachige Angestellte und Beamte wurden gefeuert. Es fand eine regelrechte Italianisierung statt. Die Dynamiken und Strömungen in der Bevölkerung schildert Balzano mit viel Einfühlungsvermögen, und er erklärt sehr anschaulich, wie es zu den vielen unterschiedlichen Meinungen und den scheinbar widersprüchlichen Haltungen und Anfeindungen kommen konnte. Er macht klar: Der Faschismus ist ein Krebsgeschwür, das jede intakte Gesellschaft zu zerstören vermag. Das Leben unter solchen Bedingungen, in einer eh schon abgeschiedenen Bergregion, ist natürlich besonders hart. Doch Trina ist eine wahrhaft starke Heldin. Durch all die schweren Zeiten bewegt sie sich mit erstaunlicher Gelassenheit, und das Einzige, das ihr wirklich etwas anhaben kann, ist das urplötzliche Verschwinden ihrer Tochter. Dieses bedingt auch die ungewöhnliche Erzählform des Romans: Trina schreibt eine Art langen Brief an ihre Tochter Marica, die sie immer wieder mit "Du" anspricht. Das verleiht der Geschichte eine tiefere Ebene, die man schnell übersehen kann. Gleichzeitig ermöglicht diese Art des Erzählens Trina eine relativ starke Distanzierung von den Geschehnissen. Zwar ist der Roman durchaus berührend, aber nie herzduselig oder -schmerzig. Obwohl so viel Tragisches passiert, lässt Trina die Leserin nie allein mit der Verwirrung und den Schmerzen, sondern nimmt sie behutsam an die Hand und führt sie durch diese harten Lebensabschnitte. Am Ende steht dann natürlich noch der Bau des Staudamms, der das Dorf schon seit Erzählbeginn bedroht wie ein Damoklesschwert. Hier gelingt es dem Autor sehr gut, die Ignoranz und blinde Gottesfürchtigkeit (und die damit verknüpfte Handlungsunfähigkeit) darzustellen, mit der die Bewohner dem Bauunternehmen begegnen (verkörpert durch den Mann mit Hut). Der Schmerz von Trinas Ehemann Erich wird erlebbar, und nach und nach bekommt man ein Gefühl dafür, was es bedeutet, wenn die eigene Heimat überflutet wird - es ist nicht einfach nur ein Abriss, nicht einfach nur ein Wegzug, es ist die endgültige materielle Auslöschung der eigenen Vergangenheit. Dennoch gelingt es Bolzano im letzten Abschnitt des Buches nicht vollständig, mich abzuholen, da die Geschehnisse fast wie im Zeitraffer erzählt werden, während z.B. die Flucht vor den Deutschen äußerst ausführlich geschildert wird. Aber vielleicht kennzeichnet ja gerade das den furchtbaren Verlust, den Trina und Erich erleiden: Dass Trina kaum darüber schreiben kann, dass sie es schnell hinter sich bringen will. Balzano gelingt es in seinem neuesten Buch, auf großartige Weise historische Fakten mit einer fiktiven, aber dennoch authentischen Individualgeschichte zu verknüpfen. Genauso könnte es gewesen sein in Graun, dessen Name schon für sich spricht, egal wie idyllisch die Landschaft auch sein mag.

Gluecksklee

veröffentlicht am 15.07.2020

„Ich bleibe hier“ ist ein Roman des italienischen Autors Marco Balzano und befasst sich mit den Ereignissen in einem Dorf in Südtirol, während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Handlung selbst ist dabei in drei Abschnitte unterteilt und wird zwar ...

„Ich bleibe hier“ ist ein Roman des italienischen Autors Marco Balzano und befasst sich mit den Ereignissen in einem Dorf in Südtirol, während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Handlung selbst ist dabei in drei Abschnitte unterteilt und wird zwar in Form eines zusammenhängenden Erzählstranges erzählt, ist aber eigentlich ein sehr, sehr langer Monolog oder Brief an die Tochter der Erzählerin. Dabei besteht mir der Roman persönlich aus zu vielen Beschreibungen vom Gefühlsleben von Trina (der Erzählerin). Es ist nicht so, als wären die Emotionen nicht thematisiert worden, nur wurden sie eher beschrieben als durch die Handlungen der Charaktere wirklich gezeigt. Die Geschichte selbst ist traurig und bedrückend, denn im Kern geht es um die Auswirkungen des Faschismus und des Nationalsozialismus auf das Leben der Menschen in Trinas Heimatdorf und der Umgebung. Das Buch las sich sehr schnell, aber für mich waren die historischen Hintergrundfakten interessanter als die tatsächlichen Charaktere, die der Autor entworfen hat. Leider war die Geschichte nicht so fesselnd wie erhofft, die Charaktere zum Teil sehr oberflächlich und in Form von Stereotypen entworfen, die eher eindimensional daherkamen. Irgendwie hatte ich eine andere Erwartung an die Geschichte und war von der tatsächlichen Umsetzung dann enttäuscht. Trotzdem komme ich insgesamt noch auf 3 Sterne.

B?cherwald13

veröffentlicht am 05.07.2020

Das Zitat von Aemando Besio hinten unter dem Klappentext beschreibt das Buch eigentlich schon komplett: "Marco Balzano verbindet historische Genauigkeit mit Emotionen". Das Buch beginnt schon sehr intensiv, indem Trina in der zweiten Person über ...

Das Zitat von Aemando Besio hinten unter dem Klappentext beschreibt das Buch eigentlich schon komplett: "Marco Balzano verbindet historische Genauigkeit mit Emotionen". Das Buch beginnt schon sehr intensiv, indem Trina in der zweiten Person über ihre Tochter schreibt. Einerseits distanziert und emotionslos und gleichzeitig hochemotional. Und in dieser Art, eigentlich einer absurden Mischung, geht das Buch weiter. Die Zeit in der das Buch spielt reicht vom Ersten Weltkrieg bis zur Machtergreifung Mussolinis. (Eine Zeit die mich als Geschichtsstudentin natürlich sehr interessiert ;) ) Auch wenn unsere Geschichte natürlich fiktiv ist, fand ich sie sehr autentisch geschildert und könnte historisch so stadt finden (soweit ich das beurteilen kann). Der Schreibstil von Balzano ist sehr angenehm zu lesen und wie bereits gennant schwingt er zwischen Nüchternheit und Hochemotionalität. Insgesamt wirklich ein sehr gutes Buch, was mir sicher lange Zeit im Gedächtinis bleiben wird.

miriambrandl

veröffentlicht am 29.06.2020

Mitten aus dem Reschensee ragt ein Kirchturm – heute ein Wahrzeichen und vor allem ein kurioses Fotomotiv. Marco Balzano erzählt die Geschichte die dahinter steckt, indem er die Geschichte von Trina und ihrer Familie erzählt: sie erleben erst den ...

Mitten aus dem Reschensee ragt ein Kirchturm – heute ein Wahrzeichen und vor allem ein kurioses Fotomotiv. Marco Balzano erzählt die Geschichte die dahinter steckt, indem er die Geschichte von Trina und ihrer Familie erzählt: sie erleben erst den italienischen Faschismus und dann anschließend sofort den Nationalsozialismus. Auch in Südtirol dunkle Zeiten, die Widerstand erfordern. Später dann will ein Energiekonzern mit der Anlage eines Stausees die Ortschaften Graun und Reschen überfluten und wieder müssen sie sich die Menschen im Vinschgau wehren. Trotz aller Gegenwehr wird das Staudammprojekt realisiert und damit verlieren viele Familien ihre Heimat. Balzano versteht es hervorragend, die Emotionen und Gedanken seiner Protagonisten zu beschreiben und die zahlreichen Tragödien aus der Perspektive einzelner Menschen darzustellen, ihren Überlebenskampf zwischen gnadenlosen politischen und wirtschaftlichen Interessen. Er erzählt eine berührende Geschichte über Heimatgefühl und Entwurzelung, über Leid, Verlust, aber auch über Mut, Kampf und Widerstandsgeist. Ein wunderbares Buch, das den Blick auf den Kirchturm im Reschensee auf immer verändert.

HEYN Leserunde Erika Liebminger

veröffentlicht am 29.06.2020

Eine zutiefst bewegende Geschichte, die erzählt wie Trina, eine Lehrerin aus Graun im südtirolischen Vinschgau, mit ihrer Familie ums Überleben kämpft, als ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Tal geflutet wird. Obwohl sie deutschsprachig waren, wurde es ...

Eine zutiefst bewegende Geschichte, die erzählt wie Trina, eine Lehrerin aus Graun im südtirolischen Vinschgau, mit ihrer Familie ums Überleben kämpft, als ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Tal geflutet wird. Obwohl sie deutschsprachig waren, wurde es ihnen in Italienisch mitgeteilt. Natürlich protestieren und kämpfen sie mit allen Mitteln, am Ende bleibt ihnen nur die Flucht in die Berge. Auch dort erleben sie Mord und Totschlag. Als sie irgendwann zurückkehren ist ihr Haus zerstört, eine Hozbaracke ist ihr neues zu Hause und sie bleiben hier. Marco Bolzano ist es mit seiner unglaublich beeindruckenden Sprache gelungen, die Geschichte dieses Tales und seiner Bewohner so zu erzählen, dass sie unvergesslich bleibt.

begine

veröffentlicht am 29.06.2020

Der italienische Schriftsteller Marco Balzano erzählt in seinem Roman „Ich bleibe hier“ von Familien aus einem Dorf in Südtirol. Die Einwohner sprechen deutsch und fühlen sich nach Österreich zugehörig. Ab 1939 können sie nach Deutschland ...

Der italienische Schriftsteller Marco Balzano erzählt in seinem Roman „Ich bleibe hier“ von Familien aus einem Dorf in Südtirol. Die Einwohner sprechen deutsch und fühlen sich nach Österreich zugehörig. Ab 1939 können sie nach Deutschland ziehen. Die dagebliebenen Familien werden mal von den Faschisten, dann von den Nazis drangsaliert. Daneben kämpfen sie noch gegen den Bau eines Stausees. Die Protagonistin Trina erzählt die Geschichte des Dorfes. Sie ist Lehrerin, mal darf sie nicht arbeiten, weil die einen es verbieten, dann wieder die anderen. Weil sie italienisch sprechen kann, muss sie immer übersetzen. Der Autor schreibt mit einfühlsamer Sprache. So lässt er uns den Kampf gegen den Stausee genau mitverfolgen. Der Roman ist einfach großartig.

Hielscher Stefanie

veröffentlicht am 25.06.2020

Das Schicksal Südtirols Ich habe schon einige Romane über das Schicksal Südtirols und seiner Bewohner in und nach dem 2. Weltkrieg gelesen. Doch dieses entscheidende Kapitel der Region ist vielen nicht bekannt; daher ist Marco Balzanos historischer ...

Das Schicksal Südtirols Ich habe schon einige Romane über das Schicksal Südtirols und seiner Bewohner in und nach dem 2. Weltkrieg gelesen. Doch dieses entscheidende Kapitel der Region ist vielen nicht bekannt; daher ist Marco Balzanos historischer Roman "Ich bleibe hier" umso wichtiger. Dabei sind seine Figuren fiktiv, aber der Lauf der Geschichte und das Schicksal der Menschen ist ja historisch, die Versprechungen auf ein besseres Leben im Osten, die Umsiedelung, das Misstrauen der Dagebliebenen und der heimliche Deutschunterricht, der ein Stück Identität der Südtiroler sicherte und doch für die Lehrerinnen so gefährlich war. Trina hat große Ziele und Träume, bevor die Südtiroler gezwungen werden, entweder auszuwandern oder ihre Identität komplett abzulegen. Ein Stauseeprojekt bringt das ganze Dorf in Gefahr, und was daraus wird, zeigt ja nicht nur das Coverfoto des Romans. Der Schreibstil ist eher neutral und sachlich, so dass ich noch in der Mitte des Buches dachte, dass noch kaum etwas passiert ist, aber das stimmt natürlich nicht. Es passieren ja schlimme Dinge, aber man kann relativ emotionslos lesen. Ist dies der Schreibstil des Autors, oder soll er gar die Mentalität der Südtiroler widerspiegeln? Insgesamt ist "Ich bleibe hier" ein wichtiger Roman, der wieder einmal den Focus auf das Schicksal der Südtiroler lenkt. Daran wird man denken, wenn man wieder einmal Urlaub in Südtirol macht.

Gertie G.

veröffentlicht am 24.06.2020

Dieser Roman behandelt gleich mehrere schwierige Kapitel in der neueren Geschichte Südtirols: Die Verdrängung der deutschen Sprache durch die Faschisten Mussolinis, die Option nach Nazi-Deutschland auszuwandern sowie die Zwangsräumung mehrerer Orte zu ...

Dieser Roman behandelt gleich mehrere schwierige Kapitel in der neueren Geschichte Südtirols: Die Verdrängung der deutschen Sprache durch die Faschisten Mussolinis, die Option nach Nazi-Deutschland auszuwandern sowie die Zwangsräumung mehrerer Orte zu Gunsten des riesigen Stausees, dem Reschensee. Vielen von uns Lesern ist das beeindruckende Foto des aus dem Reschensee ragenden Kirchtums von Alt-Graun ein Begriff. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der jungen Trina, die in der Zeit nach dem Großen Krieg, wie man den Ersten Weltkrieg damals nannte, Lehrerin in der kleinen Südtiroler Gemeinde Graun wird. Doch mit der Machtergreifung von Mussolini und seinen Faschisten, wird die deutsche Sprache verboten, die deutschen Namen und Bezeichnungen durch italienische ersetzt. Als immer mehr regimetreue Italiener aus allen Teilen Italiens im deutschsprachigen Südtirol angesiedelt werden, unterrichtet Trina in den sogenannten Katakombenschulen heimlich deutsch. Doch als ihre Freundin erwischt und deportiert wird, hält sie sich bedeckt. Trina ist inzwischen mit Erich verheiratet, und Mutter eines Sohnes und einer Tochter Marcia. Dann kommt das verlockend Angebot Nazi-Deutschlands, alle „Deutschen heim ins Reich zu holen“. Diese Option teilt das Dorf Graun in zwei Welten: die Dableiber und die Optanten, die in Deutschland das versprochene „Land, in dem Milch und Honig fließt, sehen. Erich und Trina bleiben und werden wenig später zu Flüchtlingen, da Erich desertiert ist. Der Sohn ist ein begeisterter Anhänger Hitlers und Marcia, verschwindet ohne ein Wort des Abschieds mit ihrer Tante und dem Onkel nach Innsbruck. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehren einige der Optanten enttäuscht zurück. Nichts ist mehr so, wie zuvor. Die einzige Konstante ist die Bedrohung Grauns durch den Bau den Reschenstaudamms, der seit Jahrzehnten wie das Damolkesschwert über dem Tal schwebt. Trina und einige ander Dorfbewohner leisten sowohl passiven als auch aktiven Widerstand gegen das Bauvorhaben. Doch alles vergebens. Der Staudamm wird im Namen des Fortschritts gebaut und die Orte Graun sowie Reschen den Fluten preisgegeben. Mahnendes Denkmal bleibt der Kirchturm von Graun, der aus dem Wasser ragt. Meine Meinung: Das Buch ist in drei große Kapitel geteilt. „Die Jahre“ „Auf der Flucht“ „Das Wasser“ Durch die schnörkellose Sprache in der Autor Marco Balzano seine Trina erzählen lässt, ist der Leser mitten drinnen im Geschehen und kann die leidvolle Geschichte der Vinschgauer miterleben, die mehrmals alles verloren haben. Die Sprache, die Identität, ihr Einkommen und letzten Endes ihre Häuser und die Heimat. Manchmal hat mich schon die schiere Wut auf die Politik und Politiker gepackt, wie Menschen verachtend und rücksichtslos ihre Interessen durchgesetzt werden. Inzwischen ist ja ein Miteinander eingekehrt. Es gibt deutsche und italienische Schulen, beide Sprachen sind als Amtssprachen zugelassen. Das ist ein großes Verdienst von Landeshauptmann Silvius Magnago (1914-2010), der nahezu 30 Jahre diesen Posten bekleidet hat und als Vater der Südtirol-Autonomie bezeichnet werden darf. Fazit: Ein berührendes und beeindruckendes Buch, das unbedingt gelesen werden sollte. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Ele95

veröffentlicht am 24.06.2020

Ich bleibe hier, Roman von Marco Balzano, EBook 197 Seiten, erschienen im Diogenes Verlag. Balzanos Geschichte ist eine Geschichte des Widerstands und der engen Verbundenheit mit der Heimat. Trina ist eine junge Frau aus Graun im Vinschgau, sie will ...

Ich bleibe hier, Roman von Marco Balzano, EBook 197 Seiten, erschienen im Diogenes Verlag. Balzanos Geschichte ist eine Geschichte des Widerstands und der engen Verbundenheit mit der Heimat. Trina ist eine junge Frau aus Graun im Vinschgau, sie will Lehrerin werden, doch Mussolini und die Italianisierung Südtirols kamen dazwischen, es durfte kein deutscher Unterricht mehr stattfinden so konnte Trina keine Anstellung als Lehrerin bekommen, alles bekam italienische Namen und die deutsche Sprache war verboten, die Faschisten verfolgten diese Vorschriften mit bitterer Härte. Trina heiratet und bekommt Kinder, doch als der 2. Weltkrieg beginnt, wird ihr Erich eingezogen, sie flieht mit ihm in die Berge, um seinem Dienst in der Wehrmacht zu entgehen. Eine Region in der Faschismus und Nationalsozialismus direkt aufeinanderfolgen. Als der Krieg vorbei ist, beginnt der Bau des Stausees, der immer wieder aufgeschoben wurde. Politisches und ökonomisches Interesse wird durchgesetzt, ohne dass die Bevölkerung etwas dagegen ausrichten kann. Viele gehen fort, aber Trina bleibt hier. Das Buch ist mir in erster Linie, wegen des gut gewählten Coverbildes aufgefallen. Bei unseren Reisen nach Südtirol, sind wir schon oft am Reschensee vorbeigekommen, in dem der Kirchturm des überschwemmten Dorfes Graun aus dem Wasser ragt. In Zukunft werde ich diese Touristenattraktion mit anderen Augen betrachten. Am Anfang ist eine Karte eingezeichnet, die ich aber beim EBook nicht nutzen konnte. Der Plot ist in 3 Teile aufgeteilt: 1. Die Jahre, 2. Die Flucht, 3. Das Wasser. Innerhalb dieser Teile gliedert sich der Roman in diverse überschaubare Kapitel, die mit Kapitelzahlen versehen sind. Balzanos Landschaftsbeschreibungen ziehen den Leser hinein in diese Erzählung. Er bedient sich des Personalen Erzählstils aus Sicht der Protagonistin, Trina erzählt ihre Geschichte, die ihrer Angehörigen und die ihres Dorfes so, als schreibe sie Briefe, die an ihre Tochter gerichtet sind. Von der Charaktertiefe der Protagonistin und der anderen Figuren bin ich beeindruckt. Jeden einzelnen Charakter, ein Beispiel - die des Ingenieurs mit Hut, konnte ich mir bildhaft vorstellen. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor seine Figuren in die Handlung integriert hat, so authentisch glaubhaft, dass man meint, genauso ist es auch passiert – lebendig und flüssig zu lesen. An einem Tag habe ich das Buch gelesen, ich konnte den Reader kaum aus der Hand legen, in der Zwischenzeit hat mich das Gelesene nicht losgelassen. Auch nach der Lektüre wird mich das Buch noch eine Zeit lang beschäftigen, es hat mich auch zu weiteren Recherchen angeregt. Immer wieder haben mich einzelne Szenen oder Sachverhalte erschüttert, zu Tränen gerührt oder nachdenklich gemacht. Nie wieder werde ich am Reschensee vorbeikommen, ohne an das unsägliche Leid und die Ungerechtigkeit zu denken, das den Bewohnern von Reschen und Graun widerfahren ist. Den beschriebenen kleinen Friedhof oberhalb des Dorfes in den die Toten umgebettet wurden habe ich selbst schon besucht. Die Geschichte Südtirols fasziniert mich schon lange, dies ist ein wichtiger Abschnitt davon. Die heimlichen „Deutschschulen“ nach dem ersten Weltkrieg kannte ich von den Erzählungen unseres „Gastgeber-Uropas“. Ein wahrlich schmerzliches Kapitel in der Geschichte Italiens. Der Roman erzählt über den jahrhundertelangen Kampf der Bergbewohner um ihre Heimat und über ihr hartes Leben. Die Geschichte der Bewohner Südtirols und besonders der Orte Graun und Reschen, wird in diesem wunderbaren Buch anschaulich und nachvollziehbar anhand der Lebensgeschichte Trinas erzählt. Berührend und nachdenklich machend. Eine absolute Lese- und Kaufempfehlung, von mir 5 wohlverdiente Sterne.

yellowdog

veröffentlicht am 24.06.2020

Ein starkes, hochkonzentriert geschriebenes Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Den Zwiespalt, in den die Südtiroler Einwohner während der Kriegsjahre gerieten, wird nachdrücklich gezeigt. Der Roman wird stark von der spröden, trockenen ...

Ein starkes, hochkonzentriert geschriebenes Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Den Zwiespalt, in den die Südtiroler Einwohner während der Kriegsjahre gerieten, wird nachdrücklich gezeigt. Der Roman wird stark von der spröden, trockenen Erzählstimme geprägt. Icherzählerin ist die Lehrerin Trina, die Erich heiratet, der sehr stark mit dem Dorf verbunden ist und sich entscheidet, auch in schweren Zeiten zu bleiben. Die Geschichte des Bergdorfs umfasst die Jahre 1923 bis 1950 und besteht aus 3 Teilen: Die Jahre, Auf der Flucht, Wasser. Marco Balzano schreibt sorgfältig, macht kein Wort zu viel. Dennoch lässt sich der Roman gut lesen. Dieser Autor ist wirklich eine Entdeckung.

Harakiri

veröffentlicht am 23.06.2020

Wie oft fährt man sorglos über den Reschenpass? Sieht die Kirchturmspitze aus dem Wasser ragen und macht sich keine weiteren Gedanken über das Schicksal der damaligen Anwohner. Marco Balzano gibt diesen Anwohnern nun eine Stimme. Sein Roman beginnt im ...

Wie oft fährt man sorglos über den Reschenpass? Sieht die Kirchturmspitze aus dem Wasser ragen und macht sich keine weiteren Gedanken über das Schicksal der damaligen Anwohner. Marco Balzano gibt diesen Anwohnern nun eine Stimme. Sein Roman beginnt im Italien des Jahres 1921. Trina und ihre Freunde leiden unter den Faschisten. Sie dürfen ihren Beruf nicht ausüben, weil sie weiterhin Deutsch sprechen. Trinas Leben nimmt eine jähe Wende als ihre Tochter verschwindet und kurz danach der Zweite Weltkrieg ausbricht. Trina und ihr Mann fliehen in die Berge und als sie zurückkommen ist er recht nichts mehr wie es war: der Bau des großen Staudamms hat begonnen und sie stehen vor der Wahl: wegziehen oder eine kleine Wohnung im neuen Dorf bekommen. Für Trina und Erich ist klar: Wir bleiben da. Wir bleiben da – nicht nur nach dem Bau des Staudammes. Auch schon vorher. Das Leben meint es nicht gut mit Trina und ihrer Familie. Doch sie lieben ihr Land und setzen alle Hebel in Bewegung, nehmen alles auf sich, um bleiben zu können. Das Buch ist in 3 Teile gegliedert: Bis zum Krieg, die Desertation Erichs und die damit verbundene Flucht und der Widerstand gegen den Staudamm, wobei letzterer mich gar nicht so gefesselt hat, wie die beiden Teile vorher. Zu klein waren die Chancen der Anwohner, gegen den Willen der Wirtschaft, diesen Damm zu bauen. Sicher, sie organisierten einiges, sogar eine Papstaudienz, aber irgendwie hat mich dieser Teil nicht mehr so mitgerissen, war nicht mehr so emotional wie die ersten beiden Teile. Fazit: Ein Roman vor dem Hintergrund des Lebens in Südtirol Mitte des 20. Jahrhunderts. Sehr eindringlich und interessant recherchiert.

HEYN Leserunde Barbara Maria Angerer

veröffentlicht am 14.06.2020

Wieder macht sich ein Autor daran, Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen. Er beschreibt konkrete Schicksale und gibt damit dem Grauen des Nationalsozialismus und des Faschismus Gesichter. Die einfache, klare und prägnante Sprache macht die Geschichte ...

Wieder macht sich ein Autor daran, Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen. Er beschreibt konkrete Schicksale und gibt damit dem Grauen des Nationalsozialismus und des Faschismus Gesichter. Die einfache, klare und prägnante Sprache macht die Geschichte absolut fesselnd, hält jedoch auch die nötige Distanz, die es mir ermöglichte, mich tief berühren zu lassen, ohne vom Drama überrannt zu werden. Ein gelungener Roman, der mir "Nachgeborenen" einen weiteren Puzzlestein unserer Geschichte näher gebracht hat. Unbedingt lesenswert!

HEYN Leserunde Ewa Wiercinska

veröffentlicht am 09.06.2020

Eine eindrucksvoll erzählte, sehr bewegende Familiengeschichte 1939-1950 in Graun im Vinschgau in Südtirol. Diese Zeiten waren turbulent für ganz Europa. Die Sprachen waren zu Rassenmerkmalen geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und ...

Eine eindrucksvoll erzählte, sehr bewegende Familiengeschichte 1939-1950 in Graun im Vinschgau in Südtirol. Diese Zeiten waren turbulent für ganz Europa. Die Sprachen waren zu Rassenmerkmalen geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und Kriegserklärungen verwandelt. Sehr gut recherchierte Erinnerungsliteratur

HEYN Leserunde Manuela Meierhofer

veröffentlicht am 08.06.2020

Schade. So ein interessantes Thema in einem für mich unausgereiften Schreibstil. Ich muss zugeben, dass ich mir, bevor ich dieses Buch gelesen habe, weder Gedanken um die Stellung Südtirols im 2. Weltkrieg, noch über die Folgen des Bauens eines Staudammes ...

Schade. So ein interessantes Thema in einem für mich unausgereiften Schreibstil. Ich muss zugeben, dass ich mir, bevor ich dieses Buch gelesen habe, weder Gedanken um die Stellung Südtirols im 2. Weltkrieg, noch über die Folgen des Bauens eines Staudammes für die Bewohner der Gegend gemacht habe.

HEYN Leserunde Lieselotte Fieber

veröffentlicht am 08.06.2020

Das Schicksal der Bewohner eines Südtiroler Dorfes zwischen Faschismus und Nationalsozialismus wird von Marco Balzano so bewegend erzählt, dass ich das Buch atemlos und in einem durchgelesen habe. Der aussichtslose Kampf gegen den Bau der Staumauer bzw. ...

Das Schicksal der Bewohner eines Südtiroler Dorfes zwischen Faschismus und Nationalsozialismus wird von Marco Balzano so bewegend erzählt, dass ich das Buch atemlos und in einem durchgelesen habe. Der aussichtslose Kampf gegen den Bau der Staumauer bzw. gegen die Großkonzerne macht fassungslos. In Zukunft werde ich den aus dem Reschen See ragenden Kirchturm mit anderen Augen sehen. Absolut lesenswert!

Irmgard Mandl

veröffentlicht am 08.06.2020

Googeln sie Graun und sie bekommen als Top Sehenswürdigkeit den Reschensee , der bekannt ist für seinen aus dem See ragenden Kirchturm der alten Grauner Pfarrkirche St.Katharina. Die Geschichte zu diesem See und den Bewohnern ist wahrscheinlich wenigen ...

Googeln sie Graun und sie bekommen als Top Sehenswürdigkeit den Reschensee , der bekannt ist für seinen aus dem See ragenden Kirchturm der alten Grauner Pfarrkirche St.Katharina. Die Geschichte zu diesem See und den Bewohnern ist wahrscheinlich wenigen bekannt. Balzano erzählt in einer schnörkellosen unverblümten Sprache vom Alltag der Dorfgemeinschaft während der Zeit der Diktatur Mussolinis und während des Hitler Regimes. Die Entscheidungsmöglichkeiten der Bewohner sind eng begrenzt und geprägt vom Kampf ums Überleben. Aber auch in Friedenszeiten kehrt keine Ruhe ein, der aussichtslose Kampf gegen die wirtschaftlichen Interessen von Großkonzernen, der Bau der Staumauer, führt zum Verlust der Lebensgrundlagen. Dieses Buch macht wütend, macht fassungslos und ist absolut lesenswert.

Gudrun Gaber

veröffentlicht am 08.06.2020

Ja es ist ein trauriges Buch aber so eine Lebensgeschichte in der Zeit zwischen, vor und nach dem Nationalsozialismus und dem Faschismus mit einer persönlichen tragischen Geschichte, kann kein leichtes Buch sein. Bitte lesen Sie dieses Buch, Sie werden ...

Ja es ist ein trauriges Buch aber so eine Lebensgeschichte in der Zeit zwischen, vor und nach dem Nationalsozialismus und dem Faschismus mit einer persönlichen tragischen Geschichte, kann kein leichtes Buch sein. Bitte lesen Sie dieses Buch, Sie werden beeindruckt sein und es werden Ihnen vielleicht auch andere Bücher zu dieser unfassbaren Geschichte von Südtirol einfallen oder Sie standen schon mal selbst vor diesem Staudamm mit dem sichtbaren Glockenturm und haben sich über das darunterliegende Dorf Gedanken gemacht. Ich habe das Buch in einer Bibliothek vorgestellt - es eignet sich auch für Präsentationen in Schulklassen.

Elisabeth Del Carlo

veröffentlicht am 08.06.2020

Die Geschichte fesselt und schockiert. In beindruckend klarer Sprache wird in Romanform dokumentiert wie die Menschen Südtirols in der Vor- und Nachkriegszeit zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Machenschaften wurden. Ein Buch, das man ...

Die Geschichte fesselt und schockiert. In beindruckend klarer Sprache wird in Romanform dokumentiert wie die Menschen Südtirols in der Vor- und Nachkriegszeit zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Machenschaften wurden. Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte!

HEYN Leserunde Marianne Schaffer-Schellander

veröffentlicht am 07.06.2020

Überwältigend. Einzigartig. Bewegend. Augenöffnend. Schlicht. Beseelt. GRANDIOS! Lesen!

 

h_schellander

veröffentlicht am 07.06.2020

Diesen Roman würde es nicht geben, hätte sich der Autor wie die Massen der Busreisenden damit begnügt, ein Selfie mit der Spitze des Kirchturms des ehemaligen Dorfes Graun zu machen, die aus dem Stausee ragt. Doch Marco Balzano hat in die Tiefe geschaut, ...

Diesen Roman würde es nicht geben, hätte sich der Autor wie die Massen der Busreisenden damit begnügt, ein Selfie mit der Spitze des Kirchturms des ehemaligen Dorfes Graun zu machen, die aus dem Stausee ragt. Doch Marco Balzano hat in die Tiefe geschaut, hat die ganze Kirche, das ganze Dorf, das ganze Tal mit seinen Menschen und Schicksalen aus den Fluten des Vergessens geholt. Dafür und für seine Art, präzise zu recherchieren, zu schreiben und uns mitleben und -leiden zu lassen, gebührt ihm Lob und Dank. Balzano beschreibt die kleine und enge Welt im südtirolerischen Grenzgebiet von den dreißiger bis in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts als scheinbar unentrinnbaren Kreislauf von Macht, Profitgier, Unterdrückung und Krieg. Wie die beiden Hauptfiguren Trina und Erich vor den Diktaturen Mussolinis und Hitlers und dem Bau des gigantischen Stausees im Tal warnen, das alles überleben und dabei Haltung, Menschenwürde und -achtung bewahren, kann als Vorbild dienen - auch und gerade im Jahr 2020.

Manfred Kohl

veröffentlicht am 07.06.2020

Ich habe das Buch in einem Satz gefesselt durchgelesen. Mit einem gelungenen erzählerischen Trick berichtet Balzano, wie die Protagonistin Trina und ihre Dorfgemeinschaft im Vinschgau von den italienischen und den deutschen Faschisten und zuletzt von den ...

Ich habe das Buch in einem Satz gefesselt durchgelesen. Mit einem gelungenen erzählerischen Trick berichtet Balzano, wie die Protagonistin Trina und ihre Dorfgemeinschaft im Vinschgau von den italienischen und den deutschen Faschisten und zuletzt von den wirtschaftlichen Interessen eines Staudamms niedergewalzt werden. Unweigerlich denkt man als Kärntner an die Kärntner Slowenen in der Nazizeit und an die Kanaltaler. Grauslich, aber reale Geschichte, an die man immer wieder erinnert werden muss. Ich mag diese direkte und schnörkellose Sprache. Wunderbar geschrieben. Erstaunlich: Balzano ist Italiener. Sehr zu empfehlen.

HEYN Leserunde Renate Pfeiffer

veröffentlicht am 07.06.2020

Egal, wie die Menschen sich entscheiden, ihre Heimat ist für sie verloren. Unter Mussolini müssen sie italienisch werden oder weggehen. Nach dem Krieg dann müssen sie wegen des vermeintlichen Fortschritts, für einen Staudamm, ihre Häuser verlassen. Wer ...

Egal, wie die Menschen sich entscheiden, ihre Heimat ist für sie verloren. Unter Mussolini müssen sie italienisch werden oder weggehen. Nach dem Krieg dann müssen sie wegen des vermeintlichen Fortschritts, für einen Staudamm, ihre Häuser verlassen. Wer nicht in die neue Siedlung zieht, muss auswandern. Die Dorfgemeinschaft, die Freundschaften und die Familien werden auf jeden Fall zerrissen. Ein brutaler Abschnitt der jüngeren Geschichte aus dem Südtiroler Vinschgau, der hier erzählt wird, in schlichten Worten und deshalb umso ergreifender. Der Autor Marco Bolzano hat sehr gründlich recherchiert, er verknüpft das politische Geschehen mit dem privaten Schicksal der Familie von Trina und Erich und lässt eindringlich den tiefen Schmerz erkennen, den Willkür und Macht verursachen. "Resto qui- ich bleibe hier" - das italienische Original kenne ich zwar nicht, aber ich denke, die Übersetzung ins Deutsche ist großartig gelungen

HEYN Leserunde Nicola Strahl

veröffentlicht am 07.06.2020

Jeder kennt die romantische Postkartenidylle vom halbversunkenen Kirchturm im Reschensee. Aber kaum einer kennt die Geschichte dahinter. Eine Geschichte über Enteignung, Trauer und Wut zur Zeit des Faschismus in Südtirol. Unbedingt lesen!

 

HEYN Leserunde Manfred Angerer

veröffentlicht am 07.06.2020

Ein sehr berührender Familienroman aus einem Südtiroler Bergdorf über den Zeitraum nach dem ersten Weltkrieg bis zur Errichtung des Stausees beim Reschenpass. Eine wunderbar einfache Sprache, die ihrerseits die Schlichtheit des geschilderten Lebensalltags ...

Ein sehr berührender Familienroman aus einem Südtiroler Bergdorf über den Zeitraum nach dem ersten Weltkrieg bis zur Errichtung des Stausees beim Reschenpass. Eine wunderbar einfache Sprache, die ihrerseits die Schlichtheit des geschilderten Lebensalltags im Bergdorf noch einmal verstärkt. Die Geschichte zeigt auch, wie eng der Spielraum für (Über)Lebensentscheidungen in einem Bergdorf für die Menschen vor allem dann wurde, als der Nationalismus und nachfolgend der Faschismus sich ausbreiteten. Auch zeigt es sehr nachdrücklich, dass nach dem Überleben des Krieges, Konzerne mit politischen Verknüpfungen ganze Landstriche nachhaltig verändert und Menschen ihre angestammte Lebensgrundlage verloren haben. Nebenbei: Hintergründe für Stadtviertel mit Bezeichnungen wie „Kanaltaler Siedlung“, „Südtiroler Siedlung“ können in diesem Buch nachgelesen werden. Sehr empfehlenswert und deshalb 5 Sterne

Grutze Silvia

veröffentlicht am 05.06.2020

Trina ist Lehrerin und unterrichtet heimlich in „Grauen“, einem Dorf in Südtirol. Historische Ereignisse werden hier gut verpackt in einem leicht lesbaren Roman. Im Zentrum steht die Geschichte einer Familie aus der Region. Der Roman wird aus Trinas ...

Trina ist Lehrerin und unterrichtet heimlich in „Grauen“, einem Dorf in Südtirol. Historische Ereignisse werden hier gut verpackt in einem leicht lesbaren Roman. Im Zentrum steht die Geschichte einer Familie aus der Region. Der Roman wird aus Trinas Sicht erzählt und liest sich fließend. Die Erzählung von Trina in diesem Roman, der an ihre Tochter adressiert ist, wird immer wieder von dem starken Schmerz, den sie empfindet, durchzogen. Die Sprache ist ohne Umschreibungen glatt, direkt, schnörkellos und dem Landleben sowie den harten Lebensumständen der einzelnen Figuren angepasst. Die Bewohner des Dorfes sind zuerst dem Faschismus und anschließend dem Nationalismus hilflos ausgeliefert. Schließlich liegt das Schicksal des Dorfes in der Hand eines Bauunternehmens, welches mit allen Mitteln einen Staudamm errichten und das Tal überfluten will. Wie grauenvoll diese Zeit gewesen sein muss, zeigen folgende Zahlen: Bei der Seestauung versanken das gesamte Dorf Graun und ein Großteil des Dorfes Reschen in den Fluten des Stausees, insgesamt 163 Häuser und 523 Hektar an fruchtbarem Kulturboden wurden überflutet. Heute zeugt nur noch der aus dem Reschensee ragende Kirchturm vom versunkenen Alt-Graun. Wie erschreckend, ich war beim Lesen mittendrin und konnte alles gut nachvollziehen - wie hätte ich mich entschieden? Bleiben, dem Ruf nach einer besseren Zeit glauben? Der Schmerz der Familie um die vermisste Tochter, einzige Schwester, verarbeitet jeder für sich und es lässt einem nicht los - auch nicht nach Erhalt des Briefes bzw. der Nachricht. Bleiben oder den Rufen des neuen Reiches folgen - wie unendlich traurig für eine Mutter/Vater/Bruder sein geliebtes Kind/Schwester zu verlieren durch die Entscheidung der eigenen Verwandtschaft. Machtlos/ohnmächtig fällt mir dazu ein. Wie groß trotzdem der Halt innerhalb der eigenen Familie ist, wird in diesem Roman sichtbar und spürbar. Ma und Pa - was wäre ohne sie geschehen? Eine Stütze in schweren Zeiten - (genauso wie wir es jetzt gerade in der Corona-Krise erleben) - Familie ist so wichtig. Was bleibt den Menschen übrig, als Entscheidungen zu treffen. Es macht traurig beim Lesen und die Vorgehensweise ist nicht immer nachvollziehbar. Ein wirklich herzergreifender Roman, welchen ich gerne weiterempfehle. Wer jetzt neugierig geworden ist und die Sehenswürdigkeit "Graun" googelt, findet: Der Reschensee ist der größte See Südtirols. Bekannt ist er vor allem für den aus dem See ragenden Kirchturm der alten Grauner Pfarrkirche St. Katharina.

Nele

veröffentlicht am 30.05.2020

"Ich bleibe hier" von Marco Balzano erzählt die Geschichte der beiden Dörfer Graun und Reschen in Südtirol in der Zeit mit Hauptaugenmerk auf das Leben von Trina Hauser. Trina Hauser, die Leherin werden möchte und auch die Prüfung ...

"Ich bleibe hier" von Marco Balzano erzählt die Geschichte der beiden Dörfer Graun und Reschen in Südtirol in der Zeit mit Hauptaugenmerk auf das Leben von Trina Hauser. Trina Hauser, die Leherin werden möchte und auch die Prüfung besteht. Nachdem sie diese bestanden hat, verändert sich die Welt um sie herum. Deutsch sprechen und lehren wird verboten. Daraufhin unterrichtet sie die Kinder im Untergrund, den sogenannten Katakomben und es ergeben sich einige brenzlige Situationen. Ihre beste Freundin, ebenfalls Lehrerin wird nach ihrer Entdeckung verbannt. Sie heiratet Erich, einen Bauern aus dem Dorf und bekommt mit ihm 2 Kiner, einen jungen und ein Mädchen. In dieser Zeit greift der Faschismus immer weiter um sich und die Bewohner werden aufgefordert ihr Dorf zu verlassen, damit ein Staudamm gebaut werden kann. Erich und Trina bleiben und setzen sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel gegen den Bau ein. Ich bleibe hier zeigt nochmal die Auswirkungen des Faschismus auf einfrigliche Weise anhand des Lebens von Trina und dem Dorf und was davon übrig blieb. Der Schreibstil von Marco Balzano war eindringlich, realistisch und erzeugte dadurch die Bedrückung und die Angst in dieser grausamen Zeit. "Ich bleibe hier" ein Buch gegen das Vergessen, welches ich sehr gerne weiter empfehlen werde.

HEYN Leserunde Petra Hesse

veröffentlicht am 26.05.2020

In der Perspektive eines Rechtsstaates betrifft totalitäre Gewalt in der Regel irgendwelche Anderen; die Sprache, in der Menschenrechtsverletzungen behandelt werden, ist die des Berichts, auch der Propaganda u. ä. Im Gegensatz zu dieser distanzierenden und ...

In der Perspektive eines Rechtsstaates betrifft totalitäre Gewalt in der Regel irgendwelche Anderen; die Sprache, in der Menschenrechtsverletzungen behandelt werden, ist die des Berichts, auch der Propaganda u. ä. Im Gegensatz zu dieser distanzierenden und daher bequemen Perspektive ergreift in Balzanos Roman eine Betroffene selbst das Wort: Die Ich-Erzählerin wendet sich mit der Geschichte ihres Lebens an ihre verschollene Tochter. Weder die Lebensgeschichte noch das Verschwinden des Kindes sind von der sog. großen Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert zu trennen, vielmehr spiegelt sich die Geschichte des Landes im Erleben des einzelnen Menschen. Letzteres wird in einfacher und präziser Sprache erzählt, ohne (falsches) historisches Pathos. Und doch ruft dieses sachliche Erzählen von erlittenem Unrecht und Leid ein Mit-Leiden hervor, das den bekannten Verlauf der Geschichte ändern und den kleinen Leuten nachträglich zu ihrem guten Recht verhelfen möchte. Die Anderen, 'sie', werden im Laufe der Lektüre zu unserem eigenen Wir, und eine derartige Identifikation lässt uns – vielleicht – mit etwas mehr Bereitschaft zur Einfühlung in Andere zurück.

Bibliomarie

veröffentlicht am 26.05.2020

Öfters bin ich schon via Reschenpass nach Italien gereist und der Kirchturm im See ist immer eine auffallende Landmarke. Ich werde in wohl in Zukunft nicht mehr mit gleichen Augen ansehen können. Es wird immer eine Erinnerung an das Schicksal der Grauner ...

Öfters bin ich schon via Reschenpass nach Italien gereist und der Kirchturm im See ist immer eine auffallende Landmarke. Ich werde in wohl in Zukunft nicht mehr mit gleichen Augen ansehen können. Es wird immer eine Erinnerung an das Schicksal der Grauner Dörfler damit verbunden bleiben. Marco Balzano hat einen Roman geschrieben, der sich mit der jüngeren Geschichte Südtirols befasst. Es waren unruhige Jahrzehnte die das Land und die Bewohner nachhaltig geprägt haben. Der Autor berichtet aus der Sicht der Vinschgauerin Trina, die zusammen mit zwei Freundinnen das Lehrerseminar besucht. Nun im Rückblick, in einem langen Brief an die verlorene Tochter, erzählt Trina von ihren Hoffnungen, zerstörten Träumen und fragilem Glück. Sie berichtet von der zwangsweisen Italienisierung, die ihr das Lehren verbietet, vom Ausweg in geheime Keller- und Heckenschulen, von der Verfolgung durch die Faschisten des Duce und gleich anschließend von den Schrecken des Nationalsozialismus, der bis nach Südtirol wirkte. Viele deutschsprachige Südtiroler glaubten an die Versprechungen und siedelten ins Deutsche Reich, wo sie sich willkommen fühlten. Die Zurückgebliebenen sahen sich dem Misstrauen der Administration ausgesetzt, ganz besonders während der Kriegsjahre. Und dann kamen die Staudammpläne und mit dem Wasser war der Untergang des Dorfes Graun besiegelt. Vielleicht ist es grade die Form einer persönlichen Erzählung, die das Buch so unmittelbar macht. Die Sprache empfand ich als schlicht und dennoch sehr kunstvoll. Mich haben jedenfalls Trinas Erinnerungen in Bann geschlagen. Ganz ohne Schuldzuweisungen erzählt sie von einem exemplarischen Leben, das gleichzeitig ein Abbild der Jahrzehnte zwischen den Kriegen und der Nachkriegszeit ist. Da entstanden Wunden, die nur schwer heilen. Es sind auch die Wunden, die das Leben Trina zugefügt haben und nun als alte Frau kann sie davon berichten. Mich hat dieser Roman sehr berührt und ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der Südtirol als Urlaubsziel kennt und sich ein wenig mehr mit den Menschen und ihrer Heimat beschäftigen möchte.

HEYN Leserunde Petra Gutsche

veröffentlicht am 19.05.2020

Die Geschichte von Trina, die ihr ganzes Leben inklusive der Kriegszeit in ihrem Heimatdorf Graun in Südtirol erlebt ist zu tiefst berührend. Um dem Krieg zu entkommen könnte sie mit ihrem Mann nach Deutschland auswandern, so wie es viele im Dorf tun. Doch ...

Die Geschichte von Trina, die ihr ganzes Leben inklusive der Kriegszeit in ihrem Heimatdorf Graun in Südtirol erlebt ist zu tiefst berührend. Um dem Krieg zu entkommen könnte sie mit ihrem Mann nach Deutschland auswandern, so wie es viele im Dorf tun. Doch Trina und ihr Ehemann bleiben und erleben sehr harte Zeiten bis zum Ende des Krieges. Da es ihr die Faschisten nicht erlauben als Lehrerin zu unterrichten tut Trina dies heimlich, in Scheunen, auf Wiesen, in Kellern. Als ihr Mann in den Krieg einberufen wird kümmert sie sich um den Hof. Verwundet kehrt ihr Mann Erich zurück. Gemeinsam desertieren sie in die Berge, als der Krieg vorüber ist leisten sie Widerstand gegen den Bau eines Stausees welcher ihr Heimatdorf fluten soll. Das Dorf wird trotz des Widerstandes der Dorfbevölkerung geflutet, heute sieht man noch die Kirchturmspitze aus dem Stausee ragen. Die sehr spannende Geschichte ist nicht nur gut recherchiert, die raue, unmenschliche Gegend sowie die dazugehörigen Protagonisten ziehen den Leser mitten ins Geschehen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen – es ist absolut lesenswert. Kopfkino pur!

Amena25

veröffentlicht am 15.05.2020

Ich muss gestehen, auch ich war bisher einer der Touristen, die den Reschensee mit seinem halb versunkenen Kirchturm fotografierten und anschließend Urlaub im wunderschönen Südtirol gemacht haben. Zwar war mir die Geschichte des Orts im Großen und ...

Ich muss gestehen, auch ich war bisher einer der Touristen, die den Reschensee mit seinem halb versunkenen Kirchturm fotografierten und anschließend Urlaub im wunderschönen Südtirol gemacht haben. Zwar war mir die Geschichte des Orts im Großen und Ganzen bekannt, die wahre Geschichte aber über ein fiktives Schicksal vermittelt zu bekommen, geht doch deutlich unter die Haut. Erzählt wird aus der Perspektive Trinas, die Lehrerin werden möchte und ein ruhiges und beschauliches Leben mit wenig Abwechslung in Graun verbringt. Doch mit der Machtergreifung Mussolinis wird die Lebenssituation der deutschsprachigen Südtiroler komplett umgekrempelt. Die deutsche Sprache wird verboten, Namen werden italianisiert, nur italienisch sprechende Lehrer an den Schulen zugelassen, die die Schüler nicht verstehen. Trina, die sich zum Unterrichten berufen fühlt, lernt die fremde Sprache, in der Hoffnung, doch noch eine Stelle zu bekommen. Doch diese Hoffnung erfüllt sich nicht. Stattdessen unterrichtet sie in den Kriegsjahren heimlich in einer sogenannten Katakombenschule Deutsch, was für sie, aber auch für ihre Schüler ein großes Risiko darstellt. Mit ihrem Mann Erich, der nie aus Graun fort will, bekommt sie eine Tochter und einen Sohn. Die Tochter verlässt später ohne Abschied die Familie, worunter Trina ihr Leben lang leidet. Erzählt wird auch die leidvolle und entbehrungsreiche Zeit, in der Erich als Deserteur heimkehrt und die beiden in die Berge fliehen, um nicht verhaftet und getötet zu werden. Eine sehr wichtige Rolle spielt immer der Staudamm, der über Jahrzehnte hinweg geplant, verworfen, letzten Endes aber doch gebaut wird. Das ganze Tal wird geflutet, die Dörfer Graun und Reschen verschwinden und die Menschen werden für immer ihrer Heimat beraubt. Trina erzählt ihr Schicksal in einer nüchternen, schnörkellosen Sprache, was das unsagbare Leid und die Ungerechtigkeit, die den Bewohnern der Region zugefügt wurden, aber auch ihr persönliches Leid, fast dokumentarisch wirken lässt und einen dennoch tief berührt. Für mich ist ,,Ich bleibe hier" ein sehr trauriges, aber starkes Buch, das man unbedingt lesen sollte.

Andrée

veröffentlicht am 06.05.2020

"Vorwärts gehen, das ist die einzige Richtung , die erlaubt ist. Sonst hätte Gott uns die Augen seitlich gemacht." Ein tief berührender, spannender Roman, dessen Inhalt Vergangenheit benützt, um auch Themen der Gegenwart wie Korruption, ...

"Vorwärts gehen, das ist die einzige Richtung , die erlaubt ist. Sonst hätte Gott uns die Augen seitlich gemacht." Ein tief berührender, spannender Roman, dessen Inhalt Vergangenheit benützt, um auch Themen der Gegenwart wie Korruption, Gewalt, Bildung, Demokratieverständnis und Profitgier zu behandeln. Die Geschichte von Trina und ihrer verlorenen Tochter hält einen bis zum Schluss gefangen.

HEYN Leserunde Laszlo Zoltan

veröffentlicht am 05.05.2020

Marco Balzano, ein Mailänder, erzählt hier nach guter Recherche grandios eine Geschichte aus Südtirol. Beim Lesen tritt abrupt die Atmosphäre der Liebe, der Entscheidung, des Verlustes und des Kampfes gegen politische und ökonomische Ideen in den Raum. ...

Marco Balzano, ein Mailänder, erzählt hier nach guter Recherche grandios eine Geschichte aus Südtirol. Beim Lesen tritt abrupt die Atmosphäre der Liebe, der Entscheidung, des Verlustes und des Kampfes gegen politische und ökonomische Ideen in den Raum. Tief beeindruckt wendet man Seite für Seite und sieht danach den bekannten Kirchturm, der aus dem Reschensee ragt, mit anderen Augen.

gaby2707

veröffentlicht am 03.05.2020

An dem Kirchturm im Wasser bin ich als Kind einige Male staunend vorbei gefahren, wenn wir in Italien Urlaub gemacht haben. Erst später habe ich mich für die Geschichte der Orte am Reschensee interessiert. In diesem Buch lerne ich fiktive Menschen kennen, ...

An dem Kirchturm im Wasser bin ich als Kind einige Male staunend vorbei gefahren, wenn wir in Italien Urlaub gemacht haben. Erst später habe ich mich für die Geschichte der Orte am Reschensee interessiert. In diesem Buch lerne ich fiktive Menschen kennen, die hier gelebt und alles versucht haben, ihren Heimatort vor der Überflutung zu retten. Wenn ich das nächste Mal über den Reschen fahre und am See vorbei komme, werde ich die Kirchturmspitze mit anderen Augen sehen. Trina Hauser erzählt ihre Geschichte und die Geschichte des kleinen Dorfes Graun im Vinschgau ihrer Tochter Marica. Wie sie als junge ausgebildete Lehrerin unter Mussolini und seinen Faschisten keine Anstellung bekam, den Kindern, die tagsüber in die italienische Schule gingen, abends im Schutz der Dunkelheit in Kellern und Scheunen deutsch beibrachte. Wie sie in der Schreinerei ihres Vaters die Bücher führte. Wie immer mehr Italiener in die Dörfer kommen, es für Südtiroler jedoch keine Arbeit gibt und das Geld immer knapper wird. Dann kam Hitler und bot ihnen an, „heim ins Reich“ zu kommen. Ein Großteil der Bewohner nahm dieses Angebot an, Erich wollte unbedingt bleiben. Dann plötzlich ist Marica zusammen mit Trinas Schwester Alexandra und deren Mann Lorenz weg. Auch Trina und Erich werden bald zu Flüchtlingen. Dann, endlich ist der Krieg vorbei. Nun soll ein Staudamm gebaut werden, der Trina und Erich endgültig die Heimat nimmt. Eingeteilt in 3 große Kapitel „Die Jahre“, „Auf der Flucht“ und „Das Wasser“ durchlebe ich die Zeit zusammen mit Trina und Erich. Es macht mich traurig zu lesen, wie sich Trina und Erich im Laufe der Zeit verändern. Ich bewundere die Beiden, wie sie allen Entbehrungen zum Trotz an ihrer Heimat festhalten und dort weiterleben, als der Krieg vorbei ist. Der Autor Marco Balzano zeichnet in seinem neuen Roman ein Stück der jüngeren Geschichte Südtirols nach, wobei die Flutung des Tales durch den neu erbauten Staudamm den traurigen Abschluss bildet. Die Klappen des Buches zeigen vorne wie hinten eine Ansicht von Südtirol mit den Grenzen zu Österreich, der Schweiz und Italien. Ein sehr interessantes und spannendes Buch, das so viel mehr kann, als nur ein kleines Stück Geschichte zu erzählen. Eine eher leise Geschichte um Trina und ihre Familie, die mir zu Herzen geht, die mich berührt und beeindruckt hat.

Miro76

veröffentlicht am 18.04.2020

Jeder kennt den berühmten Reschensee mit seinem Kirchturm im Wasser. In diesem Buch lesen wir von den Menschen, die diesen Ort bewohnten und verzweifelt versuchten ein gutes Leben zu führen. Marco Bolzano gibt ihnen Gesichter und eine Geschichte, die ...

Jeder kennt den berühmten Reschensee mit seinem Kirchturm im Wasser. In diesem Buch lesen wir von den Menschen, die diesen Ort bewohnten und verzweifelt versuchten ein gutes Leben zu führen. Marco Bolzano gibt ihnen Gesichter und eine Geschichte, die genau so hätte passieren können: Trina ist in diesem idyllischen Bergdorf aufgewachsen und träumt davon Lehrerin zu werden. Doch nach abgeschlossener Ausbildung übernehmen die Faschisten die Macht in Italien und als deutschsprachige Südtirolerin darf sie nicht unterrichten. Zwischen 1939 und 1943 sollten alle nach Deutschland auswandern. Diejenigen, die bleiben, werden zu Bürgern zweiter Klasse. Ihre Sprache wird verboten. Beherzt beginnt Trina im Untergrund zu unterrichten, bis ihr Mann Erich für die Italiener an die Front muss und sie sich um den Hof kümmern muss. Als die Nationalsozialisten Südtirol übernehmen, geht es für die Deutschstämmigen wieder etwas bergauf. Dennoch sind Repressalien zu fürchten, denn immerhin wollten die Dagebliebenen in der ersten Welle nicht heim ins Reich. Trinas Sohn Michael meldet sich freiwillig, aber Erich will auf keinen Fall ein zweites Mal in den Krieg. Es bleibt nur die Flucht. Überschattet wird das Ganze noch von diesem irrwitzigen Kraftwerksbau. Der größte Staudamm Mitteleuropas soll gebaut werden und der wird Reschen und Graun verschlucken. Für die Menschen in diesen Bergdörfern ist das Elend auch nach dem Krieg nicht vor bei. Ihre hart umkämpfte Heimat ist immer noch bedroht und was sie auch versuchen, sie finden kaum Unterstützung. Wie es ausgeht, wissen wir ja alle. Dieses Buch bringt uns dazu, über die Menschen, die in dieser Kirche gebetet haben und in diesen Dörfern geschlafen, gearbeitet und geliebt haben, nachzudenken. Sie hatten es nicht einfach in ihren Leben. Ihre Arbeit war hart, ihre Zeit brutal und dennoch sind ihre Geschichten voller Hoffnung und Lebensmut. Marco Bolzano hat ein schönes Porträt gezeichnet von dieser widerstandsfähigen Gemeinschaft der Dagebliebenen. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen, fand sie ungemein interessant und war stark berührt von der Grausamkeit der Geschichte. Äußerst lesenswert!

Ingrid Weilharter

veröffentlicht am 15.04.2020

Dem Autor ist ein großartiger Roman über die schwierige Geschichte Südtirols gelungen. Vor dem historischen Hintergrund des Faschismus und Nationalsozialismus siedelt Balzano seine berührende Beziehungs- bzw. Familiengeschichte an, deren Charaktere ...

Dem Autor ist ein großartiger Roman über die schwierige Geschichte Südtirols gelungen. Vor dem historischen Hintergrund des Faschismus und Nationalsozialismus siedelt Balzano seine berührende Beziehungs- bzw. Familiengeschichte an, deren Charaktere authentisch und in ihrem Tun nachvollzierbar dargestellt werden. Es sind einfache Landleute, in den Bergdörfern Graun bzw. Reschen angesiedelt, welche den dramatischen Ereignissen vor, während und nach dem 2.Weltkrieg ausgesetzt sind und versuchen, diese zu bewältigen. Schonungslos zeigt Balzano die brutalen Folgen von politischen Machtverhältnissen und Machtmissbrauch und von ökonomischen Interessen, welche über die Köpfe der Menschen durchgesetzt werden. Man möchte diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen und ob seines zeitgeschichtlichen Hintergrundes kommt einem das Gruseln. Spannung und emotionale Berührtheit pur!

Maria Dörfler

veröffentlicht am 08.04.2020

Trina, die Protagonistin, schreibt an ihre "verlorene" Tochter, sie schreibt ihre Lebensgeschichte in schöner, schnörkelloser Sprache (gute Übersetzung!). Ein Leben in einem kleinen Dorf in Südtirol, ein einfaches Leben, ein normales Leben vor ...

Trina, die Protagonistin, schreibt an ihre "verlorene" Tochter, sie schreibt ihre Lebensgeschichte in schöner, schnörkelloser Sprache (gute Übersetzung!). Ein Leben in einem kleinen Dorf in Südtirol, ein einfaches Leben, ein normales Leben vor dem Hintergrund der dramatischen Geschichte des ersten Weltkrieges, des Faschismus, der Nazizeit und schließlich der Nachkriegszeit, des technischen Fortschrittes. Die Charaktere des Menschen scheinen aus einem Guß, sie berühren. Sie sind Sieger, obwohl sie Verlierer sind. Sie sind treu in vielerlei Hinsicht und doch können sie weder ihr persönliches Schicksal noch die Auswirkungen der politischen Ereignisse verhindern. Ihrem lebenslangen Kampf ist nicht äußerer Erfolg beschieden, er ist weitgehend erfolglos und dennoch habe ich das Gefühl, dass die Leben von Trina und Erich gelungene Leben sind, reich an ihrer eigenen Art von Liebe, Treue, Zärtlichkeit, aber auch von Zorn und Schmerz. Ich werde das Buch verschenken an Menschen, die mir wichtig sind. Maria Dörfler

Petris

veröffentlicht am 08.04.2020

Vor drei Jahren las ich Bolzanos Roman „Das Leben wartet nicht“, in dem es um einen kleinen Jungen aus Sizilien geht, der ganz alleine in den Norden geschickt wird, um dort Arbeit zu finden. Und das in den 50er Jahren. Ein trauriges Kapitel europäischer ...

Vor drei Jahren las ich Bolzanos Roman „Das Leben wartet nicht“, in dem es um einen kleinen Jungen aus Sizilien geht, der ganz alleine in den Norden geschickt wird, um dort Arbeit zu finden. Und das in den 50er Jahren. Ein trauriges Kapitel europäischer Geschichte, von dem ich nichts wusste. Der Roman hat mich tief bewegt, einerseits die Widerstandsfähigkeit dieses Jungen, Ninetto, andererseits die Tragik des Aufwachsens in bitterer Armut. In seinem neuen Roman widmet sich Bolzano wieder einem unschönen Kapitel der italienischen Geschichte. Diesmal geht es um das kleine Dorf Graun in Südtirol und das Vinschgau. Erzählt wird diese Geschichte über die fiktiven Charaktere Trina und Erich. Nach dem 1. Weltkrieg kam Südtirol zu Italien, vom Krieg relativ unbehelligt, lebte man im Tal einfach weiter wie immer. Doch dann kamen die italienischen Faschisten an die Macht, Deutsch wurde verboten, die einheimische Bevölkerung diskriminiert, zum Auswandern gezwungen, Italiener aus dem Süden angesiedelt. Trina, eine junge Frau, gerade fertig mit der Lehrerausbildung, bekommt keinen Job, ihre Familie beschließt aber nicht nach Deutschland ins „Reich“ zu gehen, heimlich, in Untergrundschulen gibt sie Unterricht auf Deutsch. Ihr Mann Erich hasst die Faschisten, doch ihn treibt das nicht, wie viele andere, in die Arme der Nazis, in den viele große Hoffnungen setzen, auch, dass er das Staudammprojekt, das das Dorf bedroht stoppen würde. Viele Männer melden sich freiwillig zum Krieg, doch Erich desertiert, gemeinsam mit Trina geht er in die Berge. Wie die Geschichte ausging, dass Hitler den Krieg verlor und der Stausee am Ende, gegen allen Widerstand doch gebaut wird, ist bekannt. Jeder kennt ein Foto des Stausees, aus dem noch der Kirchturm ragt, inzwischen ein beliebtes Fotomotiv und Anziehungspunkt für Touristenmassen, die nicht wissen, welch bewegte und traurige Geschichte dahinter steckt, wie viele Familien entzweit wurden, wie viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Fesselnd und sehr persönlich wird die Geschichte aus Sicht Trinas erzählt, erst noch eine junge, unbeschwerte Frau, später noch immer mutig, aber vom Leben gezeichnet. Ihre Familie steht exemplarisch dafür, wie Faschisten und Nazis Familien entzweien, Dorfgemeinschaften zerstören und aus einem idyllischen Tal eine Gegend voller Zwist und Sorgen machen. Es gibt keine richtigen Entscheidungen, man kann nur nach den eigenen Moralvorstellungen leben, was richtig und falsch ist wird von anderen entschieden. Oder von der Geschichte. Die kritischen Geister stehen ziemlich alleine da. Ich finde es großartig, wie Bolzano in seinen Romanen vergessenen Schicksalen und Nebenschauplätzen der großen europäischen Geschichte ein Denkmal setzt und sie vor dem völligen Vergessen bewahrt. Gleichzeitig versteht er es wunderbar, authentische und vielschichtige, sehr menschliche Charaktere zu erschaffen, beim Lesen werden sie lebendig und man ist beinahe überzeugt, dass es sie wirklich gegeben hat. Kritisch, faszinierend, großartig geschrieben. Marco Balzano ist ein Autor, der emotional erzählen kann und dabei nie die Fakten aus den Augen verliert. Große Erzählkunst!

Petra Wiechmann

veröffentlicht am 23.03.2020

Mich hat das Buch beeindruckt. Die Figur der Trina war genauso wie man gern sein möchte. Stark , kann Schwäche zeigen, weiß für sich was richtig und falsch ist. Die anderen Personen bilden einen perfekten Hintergrund ab, sie sind eigenständig, sind ...

Mich hat das Buch beeindruckt. Die Figur der Trina war genauso wie man gern sein möchte. Stark , kann Schwäche zeigen, weiß für sich was richtig und falsch ist. Die anderen Personen bilden einen perfekten Hintergrund ab, sie sind eigenständig, sind besonders und mit Trina eine Einheit so das man das Geschehen, was heute ein Schauspiel für Touristen und Historiker ist versteht. Eher zurückhaltend beschreibt der Autor das harte und karge Leben der Bergbauern in Tirol, ein Leben zwischen faschischtischten Regierungen, ein Leben das für andere unwichtig ist, wenn der Staat Interessen durchsetzen will. Er schreibt über einen Kampf der von Anfang an verloren ist, aber der Kampf ist wichtig, damit die Menschen nicht ihre Menschlichkeit verlieren und zu geistlosen Geschöpfen verkommen. Die Stille wo es eigentlich laut sein soll, die Ruhe anstelle von Aufregung, die Verzweifflung alles das macht das Buch eindringlich.

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