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Der Teufel von St. Marien

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Kurztext / Annotation
Am Nordturm der Lübecker Marienkirche hängt eine enthauptete Leiche. Es ist der Bruder eines stadtbekannten Kriminellen. Zur gleichen Zeit explodiert ein Sprengsatz auf dem Grundstück eines erfolgreichen Unternehmers. Bei ihren Ermittlungen geraten Kommissar Birger Andresen und sein Team immer tiefer in einen Sumpf aus finsteren Machenschaften und religiösem Fanatismus. Welche Rolle spielt dabei eine vor zweihundert Jahren aktive Christenbewegung?

Jobst Schlennstedt, 1976 in Herford (Ostwestfalen) geboren und dort aufgewachsen, studierte Geographie an der Universität Bayreuth. Seit 2004 lebt er in Lübeck. Er ist als Projektmanager in einem Lübecker Beratungsunternehmen tätig.

Textauszug
2

Der Anruf am Freitagmorgen kam um kurz vor sieben. Fast im selben Moment schrillte Wiebkes Wecker los. Andresen saß kerzengerade in seinem Bett und versuchte die unterschiedlichen Geräusche zuzuordnen. Dann sprang er auf, trat Wiebke bei seinem ungelenken Versuch, vom Bett zu klettern, versehentlich gegen den Oberschenkel und stürzte in die Küche, wo er das Mobilteil des Telefons gestern Abend liegen gelassen hatte.

Andresen erkannte die Nummer auf dem Display. Einen Moment lang überlegte er, ob er es einfach klingeln lassen und wieder unter die warme Daunendecke kriechen sollte, um sich an Wiebkes weichen Körper zu schmiegen. Noch bevor er den Gedanken zu Ende gedacht hatte, wusste er, dass er sich anders entscheiden würde. Er nahm ab.

"Sechs Uhr achtundfünfzig."

"Hier auch", kam die Antwort zurück. "Birger, du musst so schnell wie möglich kommen. Zum Portal der Marienkirche, sofort."

"Könntest du mir bitte sagen, was ... Ach egal, ich bin gleich da."

Andresen legte auf, ließ den Hörer zurück auf den Küchentisch gleiten und ärgerte sich sofort, das Telefonat einfach so abgebrochen zu haben. Aber wahrscheinlich hätte ihm Kregel ohnehin keine Details am Telefon verraten. Dass etwas Ernstes geschehen sein musste, hatte er bereits am Tonfall seines Kollegen gehört.

Er ging zurück ins Schlafzimmer und schlüpfte rasch in seine Jeans, die über einem Stuhl hing. Wiebke saß müde auf der Bettkante und fuhr sich durch ihre blonden langen Haare. Mit fragendem Blick sah sie ihn an.

"Ben hat angerufen. Es ist etwas passiert."

"Was denn?"

Andresen zuckte mit den Schultern und griff nach einem dicken Pullover. "St. Marien", murmelte er nur.

"Soll ich mitkommen?"

"Du weißt doch, wozu das führt."

"Jaja, schon gut. Ich frage nicht noch einmal, auch wenn ich es ehrlich gesagt nicht verstehe."

Andresen verzog den Mund, schluckte die Worte, die ihm auf der Zunge lagen, jedoch hinunter. Es war längst alles gesagt zu diesem Thema. Sibius, sein Chef, hatte ein kategorisches "Nein" ausgesprochen. Und wenn Andresen ehrlich war, legte auch er keinen allzu großen Wert darauf, dass Wiebke ausgerechnet in den Fällen ihrer Arbeit als Journalistin nachging, in denen er ermittelte.

"Ich melde mich bei dir. Es wird wohl später werden." Er beugte sich zu ihr hinunter, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und flüsterte ihr rasch etwas ins Ohr. Sie musste lächeln und zog ihn so heftig an sich, dass Andresen neben ihr auf dem Bett landete. Für einen kurzen Moment übermannte die beiden die Leidenschaft, ehe sich Andresen endgültig aufraffte und von Wiebke verabschiedete.

Um zehn nach sieben verließ er sein Altstadthaus in der Großen Gröpelgrube, in dem er seit mittlerweile fast zehn Jahren lebte. Am Koberg bog er ab auf die Breite Straße und ging vorbei an der altehrwürdigen Schiffergesellschaft, internationalen Fast-Food-Geschäften und den zahlreichen Filialen großer Modeketten. Schließlich schlüpfte er unter einem der Torbögen des Kanzleigebäudes hindurch und trat auf den Kirchenvorplatz.

Augenblicklich hielt er inne und starrte auf das, was sich vor seinen Augen abspielte. Obwohl er damit gerechnet hatte, dass Kregels besorgter Anruf nicht ohne Grund erfolgt war und etwas Schlimmes geschehen sein musste, war er derart überrascht, mit welchem Aufgebot seine Kollegen bereits vor Ort waren, dass er nicht bemerkte, wie sich ihm sein Kollege Kai Lorenz von der Seite näherte.

"Was für 'ne Scheiße! Und das gerade jetzt. Eigentlich wollte ich Urlaub nehmen, hätte ich es bloß gemacht."

Andresen sah Lorenz irritiert an. Seine Aufmerksamkeit war zu stark von den anderen Kriminalpolizisten, Technikern und der Spurensicherung gefangen, als dass er dessen Worten hatte folgen können.

"Hörst du mir eigentlich zu? Hier ist das totale Chaos ausgebrochen. Wir schaffen es nicht einmal, den Tatort abzus

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Der Teufel von St. Marien
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Veröffentlicht 2016, von Jobst Schlennstedt bei Emons Verlag

ISBN: 978-3-86358-750-5
Reihe: Küsten Krimi, Kommissar Birger Andresen
220 Seiten

Über Jobst Schlennstedt

language="ger">Jobst Schlennstedt, geboren 1976 in Herford, ging zum Geographiestudium nach Bayreuth, wo er die Liebe seines Lebens fand, und nicht nur deshalb die Festspielstadt und die Franken fortan in sein Herz schloss. Seit Anfang 2004 lebt er in Lübeck und ist als Projektmanager in einem Hamburger Beratungsunternehmen tätig. 2006 erschien sein erster Kriminalroman, Auftakt zu einer Reihe um den Lübecker Kommissar Birger Andresen. Außerdem schreibt er Kurzgeschichten und ist Herausgeber von Anthologien.


Über Jobst Schlennstedt

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