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Theorie und Praxis der biopsychosozialen Medizin

Körper-Seele-Einheit und sprechende Medizin

Cover Theorie und Praxis der biopsychosozialen Medizin
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Kurztext / Annotation
Das Buch vermittelt sowohl die Grundlagen als auch vielfältige Anregungen für die praktische Umsetzung des biopsychosozialen Modells in seiner aktuellsten Form: der Theorie der Körper-Seele-Einheit. Diese ermöglicht der wissenschaftlichen Medizin die gleichzeitige Erfassung und Nutzung von körperlichen, psychischen und Lebenswelt bezogenen Wirkfaktoren. Für die Praxis bedeutet dies eine parallel organisierte Diagnostik ('Simultandiagnostik') und eine damit verbundene parallel organisierte Therapie ('Simultantherapie'). Eine solche multidimensionale Behandlung setzt nicht nur auf die medikamentösen und chirurgisch-technischen Interventionen, sondern auch auf eine gelingende Arzt-Patient-Kommunikation, welche als sprechende Medizin die dritte Säule der Humanmedizin bildet. Damit entwickelt sich die wissenschaftlich begründete Medizin von einer vorwiegend biomedizinisch orientierten Ingenieursmedizin zu einer Humanmedizin, in welcher der kranke Mensch sowohl als Objekt ('der Organismus als komplexe Maschine') als auch als Subjekt ('der Mensch als denkendes, fühlendes und handelndes Wesen') Beachtung findet. Dies wird als biopsychosoziale Medizin bezeichnet und bildet die Vorlage für eine integrierte Medizin des 21. Jahrhunderts.

Textauszug
Theorie der Körper-Seele-Einheit

Praktische Folgerungen aus dem revidierten, erweiterten biopsychosozialen Modell

Einige der wichtigsten Konsequenzen für die Praxis liegen in der Erweiterung des Denk- und Handlungsspielraums für ärztliche Interventionen. Die Theorie der Körper-Seele-Einheit führt logisch zum Konzept der parallelen Diagnostik und parallelen Therapie und unterstreicht die besondere Bedeutung der Kommunikation bzw. der Arzt-Patient-Beziehung für die konkrete Umsetzung der biopsychosozialen Medizin.

Die biopsychosoziale Medizin hat - wie erwähnt - ihren Ursprung unter anderem in den Publikationen von G. Engel und vielen anderen Beiträgen, die seit der Mitte der 1970er-Jahre zum Thema einer wissenschaftlich begründeten integrierten Medizin veröffentlicht wurden. Die bisherige Erfolgsgeschichte der biomedizinischen Theorie mit ihrer physiko-chemischen Fundierung wird auch von dieser neuen biopsychosozialen Rahmentheorie für eine ganzheitlich orientierte Medizin anerkannt, sie ist aber bemüht, diesen naturwissenschaftlichen Ansatz durch die Hinzunahme der psychologischen und ökosozialen Bedingungen für Gesundheit und Krankheit zu erweitern. Auch die zeitlich überdauernden Erkenntnisse der psychosomatischen Wissenschaften werden dabei genutzt, allerdings nicht als Spezialdisziplin, sondern in ihrer Bedeutung für die Integration in eine Mehrebenen-Perspektive von Gesundheit und Krankheit. Auf diese Weise kann die biomedizinische Orientierung mithilfe des biopsychosozialen Modells zu einer integrierten, wissenschaftlichen Medizin des 21. Jahrhunderts weiterentwickelt werden. Durch die Nutzung der Allgemeinen Systemtheorie wird eine Medizintheorie geschaffen, die für alle Bereiche der Medizin Gültigkeit hat (Egger 2008a, 2008b).

Das aktuelle, in Bezug auf Engels Originalkonzept deutlich erweiterte biopsychosoziale Modell ist in seinem Kern eine Theorie der Körper-Geist-Einheit , es bietet eine fundamentale Erweiterung der Medizintheorie, in der Gesundheit und Krankheit nicht mehr dichotom konzipiert sind. Aus der Allgemeinen Systemtheorie begründet sich das Verständnis einer parallelen Verschaltung von Wirklichkeitsebenen. Die strikte Unterscheidung zwischen krank oder gesund kann daher nicht mehr aufrechterhalten werden. Der Mensch kann auf unterschiedlichen Systemebenen mehr oder minder funktionstüchtig sein. Auch innerhalb des Krankheitsspektrums erscheint es wenig sinnvoll, zwischen organischen und psychischen Erkrankungen zu differenzieren. Damit erübrigt sich die obsolet gewordene Unterscheidung zwischen psychosomatischen Krankheiten und nicht psychosomatischen Krankheiten sowie der Begriff psychosomatische Erkrankung selbst (Egger 2005).

Für die Praxis bedeutet dies, dass sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapie alle drei relevanten Dimensionen - Körperliches, Seelisches und ökosoziale Lebensbedingungen - parallel zu untersuchen bzw. zu bearbeiten sind. Alle drei Dimensionen gehören zu ein und derselben Wirklichkeit, wenngleich sie mit unterschiedlichen Methoden und Begriffen operieren.

Genau genommen ist auf der Grundlage der Theorie der Körper-Geist-Einheit (also dem "revidierten biopsychosozialen Modell") auch keine Ausschlussdiagnostik im Sinne von entweder organisch oder psychisch möglich. Genauso falsch ist es, etwas als psychosomatisch zu klassifizieren, wenn nichts Organisches vorzuliegen scheint. All dies würde der alten Zwei-Welten-Theorie von Descartes - und damit dem dichotomen Krankheitsverständnis - entsprechen, welches es ja gerade zu überwinden gilt. Diese Zwei-Welten-Auffassung des Menschen als einerseits physischer Körper und andererseits immaterielle Seele ist auf der Grundlage der Allgemeinen Systemtheorie obsole

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Cover Theorie und Praxis der biopsychosozialen Medizin
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Veröffentlicht 2017, von Josef W. Egger bei Facultas / Maudrich

ISBN: 978-3-99030-600-0
320 Seiten

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